Summermadness III – es ward Herbst

Zwei Jahreszeiten sind vergangen, seit ich ich den letzten Beitrag gemacht habe und ehrlich gesagt bin ich eigentlich auch wenig motiviert weiterzumachen. Aber zwei bis drei wollte ich mir noch aufzwingen, mal sehen inwiefern das was wird.

 

Es geht jetzt also um das Ende vom Sommer bzw. den Anfang vom Herbst, was irgendwie gerade ein wenig komisch ist. Denn in Tsukuba ist es nicht gerade warm. Der Umschwung hier ist auch nicht sehr fließend, sondern von einem Tag auf den anderen. Es wurde Somme, plötzlich von 16 auf 30 Grad. Der Sommer endete, plötzlich von 38 auf 25 Grad. Und dann kam der Winter … ich sitze in meinem Zimmer mit Handschuhen, obwohl ich das Glück habe einen kleinen Heater zu besitzen. Leute, die das nicht haben, gehen teilweise mit Jacken schlafen, weil die Räume so übel kalt sind. Aber die Uni hat, wie Japaner so gerne die Logik umgehen, beschlossen, die Heizungen in den Wohnheimen nicht in Betrieb zu nehmen. Na klar, wieso auch nicht? Ich meine; letztes Jahr haben sie nur von 6 bis 8 Uhr morgens geheizt und dieses Jahr, wo sie mehr Studenten haben und weniger leere Räume beheizen würden (weil wenn sie heizen, heizen sie einfach jeden Raum blind), lassen sie es einfach ganz sein. Es sind übrigens so 7-10°C tagsüber. Dazu aber unangenehme 70% Luftfeuchtigkeit, die das bedeutend kälter scheinen lassen.

 

Also Sommer. Ich bin von meiner Reise nach Kyoto und Fukuoka zu früh und zu teuer zurückgekehrt. So kann es gehen, so ist es passiert.

Etliche Leute haben zu dem Zeitpunkt bereits Japan verlassen. Es war Mitte August.

Paul, mein Buddy von Uni Halle, befand sich in Kyoto und ich hatte irgendwie niemanden wirklich in Tsukuba, der irgendwas unternehmen wollte, oder mit dem ich das gewollt hätte (?).

Die Tage verstrichen, indem ich mich kurz nach Mittag an den See von dem Wohnheim gesetzt habe und ein Buch las. Danach oder davor meistens (fast täglich, wtf) noch Sport, also doof aussehen und dabei Gewichte monton bewegen, sowie unter Qualen, Abneigung und ewiger Erinnerung, dass Sport scheiße ist, um einen Fußballplatz joggen. Ich habe es trotz erheblicher Antipathie durchgezogen und damit meinem Körperfettanteil klargemacht, dass es so mit uns nicht weiter geht.

Wie man sich sicher denken kann, habe ich täglich immer schön ausgeschlafen. Doch es gab auch Tage, an denen ich vor um 6 aufgestanden bin, um Leuten zu helfen aus ihren Zimmern auszuziehen und den Bus zum Flughafen zu nehmen. Fantastisch oder? Es unternimmt ohnehin schon fast niemand was mit mir, weil jeder irgendwie busy ist. Aber ich habe dann die Ehre, schwer übermüdet, noch zuzusehen, wie Leute, die ich als nett und potentielle Freunde eingestuft habe, das Land verlassen.

Irgendwann kam dann auch Paul mal wieder nach Tsukuba zurück. Wir sind einen Abend nochmal in 2, 3 Lokale gegangen, und er ist dann am nächsten Tag ebenfalls zurück nach Deutschland gedüst.

Tsukuba war eigentlich nur warten für mich.

Warten auf was?

Es stand ein Festival an. Nicht die Art von Festival, wie man sich als Deutscher denkt, sondern so ein traditionelles Japanisches Festival, was jährlich in so ziemlich jedem Ort abgehalten wird.

Außerdem war ich zum Monatsende noch einmal zum campen verabredet. Und danach, mir fällt auf, dass ich sie noch gar nicht vorgestellt habe, ist dann Inka, Masterstudentin ebenfalls aus Halle, wieder in Tsukuba und wir hatten einen Ausflug nach Hokkaido, der Nordinsel von Japan geplat.

 

Das Ausharren fand eines Tages eine Abwechslung; das Festival.

 

Ein Japanisches Festival ist zwar irgendwie traditionell aber nicht ganz so traditionell wie man dann vielleicht denkt. Alles ist voll mit Fressbuden und man kann versuchen Goldfische mit Papierdingsis zu fischen (echt schwer). Der traditionellste Part ist wahrscheinlich, dass mehr Leute als sonst (sonst = so gut wie nie) in traditioneller Kleidung auftreten und das es eine typisch Japanische Parade gibt.

 

Mein Buddy Tatsuya kam auch extra aus Tokyo rüber, um mit mir zu feiern und als ich ihn am Bahnhof abholte, war die erste Frage in etwas erwartungsvollem Tonfall „So, wollen wir uns dann jetzt den ganzen Tag besaufen?“ Aber na klar wollen wir das!

Erstes Ziel: Getränkemarkt. Da haben wir uns ein Bier reingezogen und noch ein paar mit auf den Weg genommen.

Ich wollte mich mit meinen Japanischen Kumpels aus Tsukuba treffen und wir wollten alle unsere Jimbeis tragen. Traditionelle Japanische casual-wear. Einer davon war Baba-San. Ich habe ihn schon im Zusammenhang mit Sheins Bar erwähnt. Sehr cool Typ. Und dann noch Tama-Chan, der zwar kein Englisch kann aber trotzdem cool drauf ist.

Wir trafen dann noch auf Shein – natürlich – bereits seit Stunden besoffen.

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Ich trage noch keinen Jimbei. Der Kerl neben mir (nicht der Inder. Das ist Shein) ist Baba. Und der Kerl vor mit im Jimbei, ist Tama. Neben Tama ist Tatsuya. Den anderen schenken wir einfach mal nicht mehr Bedeutung hier.

 

Die Bilder sind kacke, aber hier Tama und ich in unseren Jimbei.

Mein Baka-Gaijin-Level ist könnte nur höher sein, wenn ich noch Otaku bin oder so.

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Das Festival war nicht schlecht, Tatsuya meinte auch, dass er erstaunlich gut war, was er für Tsukuba nicht gedacht hätte. Aber irgendwie … ich weiß auch nicht. Vielleicht nicht so ganz mein Ding.

 

Hier ein paar Bilder der Parade

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Die Leute, haben mit Trommeln und Flöten eine echt gute Show abgeliefert. Das hat mir wirklich gefallen. Sie haben diese, wie nennt man das?, Festivaldinger … rumgetragen und immer mal in die Menge gehalten, wodurch die Dämonenfiguren sie in Richtung Zuschauer gebogen haben. Nicht der Oberknaller, aber irgendwie cool beim ersten Mal Ansehen.

Letzte Anmerkung: so eine Parade ist echt laut.

 

Ich denke mich zu erinnern, dass wir nach dem Festival noch zu Shein gegangen sind. Zweifelsohne waren wir auch ohne das schon betrunken, die anderen mehr, die anderen (ich?) weniger.

 

 

Festival vorüber. Noch eine halbe Woche Warten bis zum campen.

Nichts zu berichten, was nicht auch schon oben erwähnt wurde.

 

Die Zeit kam. Tatsuya und einer seiner Freunde, Takeshi, kamen nach Tsukuba.

Ich habe mich am Vorabend mit Joseph aus Peru, der mich auch schon zum ersten Campem eingeladen hat, heftigst in Sheins Bar zulaufen lassen. Scheiß Idee.

Ich habe es irgendwie geschafft aufzustehen und die beiden Japaner zu empfangen; es war schließlich auch meine Pflicht irgendwie. Auch Joseph ist auf meinen Anruf hin aufgestanden.

Es klingt immer fantastisch Leute anzurufen, die kaum geschlafen haben und noch völlig fertig sind, oder? Ein … Grummeln. Naja, mehr war meine Stimme wahrscheinlich auch nicht.

Jedenfalls; ca. 3 Stunden Problematik hin und her kam raus, dass wir an dem Tag doch nicht fahren. Tatsuya, Takeshi und ich mussten uns also irgendwie die Zeit totschlagen. Es war wirklich öde. Tsukuba eben. Abends waren wir dann zu Rafa eingeladen. Einem Mexikaner, der meistens immer das camping organisiert. Dort sollten wir uns mit Joseph und den anderen Leuten zusammenfinden und die Abreise am nächsten Tag planen.

Zu diesem Zeitpunkt lernten ich und meine Japanischen Freunde die lateinamerikanische Zeitrechnung kennen. Um 8 treffen = zwischen 9 und 11.

Ich war ohnehin nicht glücklich, dass wir nicht abgereist sind, aber was meine Nerven ein wenig in Stolperfallen umgespannt hat war dann noch der Fakt, dass wir uns dann zwar mit wiederum ~2 Stunden Verspätung alle bei Rafa einfinden konnten, aber irgendwie haben alle einfach nur wieder getrunken, das ganze als Party gesehen und kein Wort über das Campen verloren.

An dem Punkt habe ich eingegriffen und ein Gespräch über das ganze erzwungen.

Das Deutsche Image war also perfekt: pünktlich, zielstrebig. Naja, und getrunken hab ich natürlich auch. Takeshi und Joseph verstanden sich super und wurden rasend schnell Freunde. Ein bisschen schade war, dass Tatsuyas Englisch nicht sehr gut ist, aber er hat sich bemüht.

Die beiden Jungs haben dann bei im Zimmer gepennt. Es war damit natürlich so ziehmlich das ganze Zimmer in seiner unglaublichen nicht-geräumigkeit belegt. Wir wollten eigentlich noch unbedingt ein Lagerfeuer vor dem Wohnheim machen, aber da sich dort schon ein paar andere Leute befanden, haben wir das gelassen und sind einfach schlafen gegangen. Erlösung für mich – ich war echt absolut fertig vom Vortag.

Am nächsten Tag ging es dann also endlich los, sollte es zumindest. Ich glaube gegen 11 (oder war es sogar 10?) war die Abreise für Auto 1, wir drei + Renato aus Peru, der noch aus Tokyo anreiste, weil er am Vortag nicht kommen wollte, morgens noch seinen Müll rauszustellen oder irgendsowas unsinniges. Wie erwähnt kam Renato aus Peru, Latein-Amerika. …. …. …. … …

Wir haben gewartet … und nur ein wenig eher als das „späte“ Auto sind wir, das „frühe“ Auto dann auch losgefahren.

Es musste natürlich auch noch eingekauft werden und dann haben wir uns auch noch auf der Suche nach dem richtigen Highway 2 mal verfahren. Trotzdem kamen wir irgendwann an. So weit war es gar nicht, aber es war spät genug. 18 Uhr oder sowas. Die Sonne war so gut wie weg.

Während wir dann nochmal vor Ort mehr Bier holen gefahren sind (ich habe so Renato so lange erklärt, dass es nicht reichen wird, bis wir gefahren sind), kamen dann auch die anderen an. Als wir mit mehr Bier zurückkamen (ich habe weniger gekauft, als ich zuerst wollte, weil Renato auf mich eingeredet hat) haben die anderen dann auch ihr camp errichtet.

Dort gab es dann erstmal BBQ im Dunkeln. Ich meine; kein Hindernis für den GM, mich, aber trotzdem nicht ideal.

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Tatsuya hat es leider auf dem Campingplatz schon entschärft.

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Takeshi war überaus gut drauf und macht sich einen Spaß aus seinem Buddy, der pennen will.

 

Eigentlich habe ich die beiden genau umgekehrt kennengelernt. Mein erstes Treffen mit Takeshi hat damit geendet, dass er nach einem Bier mit dem Kopf auf dem Tisch eingepennt ist, während ich Tatsuya noch aus Deutschland als den Japaner kenne, der sich täglich gerne mal einen Kräuter reintut und mich sogar einmal unter den Tisch getrunken hat.

 

Es war verdammt windig und ich habe erst vermutet, dass wir dadurch nicht viel von diesem camping haben werden.

Aber hey … unsere Trinkertruppe wird nicht vom Wind allein aufgehalten! .. und ich nur, wenn ich kein Halstuch dabei habe, aber ich habe IMMER mindestens ein Halstuch dabei!

Ich brannte förmlich darauf endlich zum Strand zu gehen, dort weiterzutrinken und irgendwas als Lagerfeuer zu verbrennen.

Der Weg dort hin war weiter als ich dachte und wir mussten uns an einer Stelle am Wärterhäuschen vorbeischleichen, weil es eigentlich verboten war noch zum Strand zu gehen. Jaaaaa, Japan. Da machen Campingplätze auch um 18 Uhr den Strand zu.

 

Auf dem Weg zum Strand war meine Sicht der Dunkelheit halber zwar beschränkt, der mein Blickmodus stellte sich auf Holzsuche um, und wurde natürlich fündig. Ich habe auf dem Weg einen Stamm gesehen und mir die Stelle gemerkt.

Am Strand angekommen war der Wind höllisch stark, aber nicht stark genug, um uns zu stoppen.

Ich holte den Stamm mit Joseph, wir gruben ein Loch im Sand und pflanzten den Stamm.

Joseph merkte an der Stelle an „ein Mann sollte doch mindestens einmal in seinem Leben einen Baum gepflanzen.“ Antwort: „Abgeschlossen, Zeit ihn abzufakeln!“

Tatsuya ist zwar noch mit zum Strand gekommen, war aber so schnell wieder weg, dass ich gar nicht weiß, ob er überhaupt noch das Feuer gesehen hat.

Joseph hatte noch ein wenig Holz gekauft und an mich übergeben, denn ich bin schließlich nicht nur gut beim grillen, sondern auch darin Dinge in Brand zu stecken.

Ein glückliche Sekunde Windstille, die Flamme biss sich erfolgreich in ein Stück Grillanzünder, tastete an das Holz und dann kam der Wind wieder. Ich habe noch nie ein Feuer so schnell, so stark werden sehen.

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Man sieht dem Bild irgendwie stark an, dass es gestellt ist, aber wayne.

Ich erinnerte mich bei dem Bild, an das Seil, das ich irgendwie gefunden habe und um den Stamm gewickelt habe.

 

Um einen besseren, hier auch nötigen, Eindruck von dem Strand zu erwecken: dort war nichts (außer uns und unserem Feuer). Aber auch wirklich gar nichts. Hat man den Strand nach ein paar ziehmlich hohen Dünen verlassen, war da eine Straßenbaustelle und ansonsten auch wieder nichts. Keine Pflanze, nichts.

Aber irgendwie fanden wir in der Dunkelheit und Trostlosigkeit trotzdem genug totes Holz, um das Feuer zu füttern.

Erstaunlich ist, dass wir noch 3 weitere Baumstämme fanden. Einer war so groß, dass wir zu 4 damit zu tun hatten, ihn auch nur zu rollen. Er war zu schwer für eine andere Transportart.

So brachten wir ein echt krasses Lagerfeuer zustande.

Wie man auf dem ersten Bild sehen kann, hatte unser Erster Stamm auch einige starke Äste. Takeshi machte sich das zu nutze und erklomm damit einmal in seinem Leben einen aufrecht stehenden, brennenden Baumstamm. Sollte er vielleicht in seinen Lebenslauf schreiben, wenn er sich für jemals outdoor-Berufe bewerben sollte.

 

Trotz des vielen Nichts hatten wir wirklich unseren Spaß dort. Oder hat uns das Bier erst den Spaß gebracht? Die Frage überlasse ich Menschen, die sich wirklich in derart abgründige Gedankenspheren des Menschlichen Daseins und seiner Beziehung zu Alkohol widmen möchten.

Hier Gesichter von zwei Menschen, die sicherlich zu dem Zeitpunkt nicht darüber nachdenken wollte.

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Die Hitze des Feuers war wirklich nicht unerheblich. Wir haben darin Bierdosen eingeschmolzen.

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palying with fire, are we?

 

Ich bin zuerst ehrlich gesagt nicht ins Wasser gegangen. Es war immerhin übel windig, was die Wellen auch echt stark gemacht hat und dazu noch super dunkel.

Joseph hingegen hat sich 2 oder 3 Mal den Spaß gegeben.

 

Später bin ich dann aber auch reingegangen. Der Wind ließ auch irgendwann nach.

 

Und auch der Sonnenaufgang musste irgendwann komme. Er war wirklich verdammt nice!

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Die Zahl der Sonnenaufgangsbilder war wirklich hoch, aber ich verzichte auch mehr. Sollen Takeshi und Lena die Ehre haben.

Wir sind noch eltiche Mal schwimmen gegangen. Mal mit und mal ohne Bekleidung. Ich habe einen Ohrring verloren (wie auch immer). Und Joseph seine Badehose. Vielleicht wenig verwunderlich, wenn er im Wasser seine Unterhose als Kopfbedeckung benutzt und seine Badehose dort einfach seitlich einhängt. Ach, was wir doch für rationale Denker waren an diesem Morgen.

Zwei Japaner kamen auch irgendwann und wollten Angeln. Joseph wollte ihnen einen guten Morgen wünsch, jedoch erzielte seine „Bekleidung“ (kann man das so nennen), dass die beiden Männer sich eine andere, so weit entfernte Stelle suchten, dass wir sie nicht mehr sehen konnten, bzw. sie uns.

 

Am frühen Abend habe ich Renato gesagt, dass das Bier nicht reichen wird.

Tja;

6 Uhr – Bier alle.

7 Uhr – wir finden Renatos Tequila.

 

Super Zeug. Ich mag keinen Tequilla, aber der war spitze; und ziemlich teuer glaube ich. Er hatte einen Spanischen Namen, der sowas wie schwul bedeutet.

 

Wir und der Schwule Tequila:

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Hier nochmal ein klarerer Eindruck, wie klar wir waren:

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Am Ende waren wir nur noch zu 4. am Strand; bzw. bis zum Ende.

Joseph, Takeshi, Lena aus der Ukraine und ich. Irgendwann früh morgens kam Tatsuya auch kurz zu uns, der ja nun nicht wirklich viel von dem Ausflug hatte aber überraschenderweise Takeshi umso mehr. Aber der gute war auch so fertig, dass er zwischenzeit einfach so eingerollt im Sand da lag und einen power nap nahm.

 

Die Leute im Camp schliefen zwar ein wenig, aber eigentlich war es total unsinnig die Zelte aufzubauen. Nur zwei Leute haben in den 6(?) Zelten geschlafen und Tatsuya, der einer davon ware, meinte, dass er Wind so daran gerupft hat, dass man kaum schlafen konnte. Die anderen haben sich, weil der Wind dann schon besser war, einfach auf Matten und Handtücher in den Rasen gelegt. Japanischer Sommer bzw Frühherbst ist warm – scheiße warm (vielleicht sollte ich hier heiß schreiben).

Bei Tageslicht gab es dann tatsächlich auch noch ein paar coole Sachen am Strand zu entdecken, aber irgendwann endete auch unsere Zeit dort. Der Tequila hielt natürlich nicht lange aus. Wir haben krampft überlegt, wie wir an Treibstoff kommen, aber der verdammte Campingplatz war abgelegen angelegt.

Also zurück zum Camp. Es gab ca. 2 Minuten Schlaf für mich, dann wollte irgendwer irgendwas von mir und ich entschied mich dafür wach zu bleiben. Der Großteil der weiblichen Mitcamper legte sich in Nähe des Wasserstelle in eine schattige Stelle zum schlafen, denn inzwischen war es brennend heiß. Vom Gefühl her der heißeste Tag, den ich in Japan erlebt habe. Jedoch wichtig zu erwähnen ist hier, dass die Wasserhähne mit Gummischläuchen ein Stückchen erweitert waren. Das war einfach zu gut für Joseph und mich.

Eine morgendliche Dusche für uns und natürlich für alle in Reichweite. Sehr amüsant.

 

Ich wollte eigentlich nur noch zurück nach Tsukuba. Ich meine … das Trinken hat aufgehört, unsere Wasservorräte waren auf Tee-Temperatur, wir hatten nichts zu essen, ich habe nicht geschlafen und es war so verdaaaammt heiß.

Aber die Damenwelt beschloss von Schattenstelle zu Schattenstelle zu ziehen und so zu tun zu schlafen.

Gegen Mittag verließen wir den Ort dann aber doch endlich. Trotzdem ein paar Stunden ausgeharrt, um das nur mal anzumerken.

So wie letztes Mal wollte wir noch was essen gehen. So wie letztes Mal wollten die Leute uuuunbedingt Sushi essen. Ich weiß nicht, was sie haben, aber nach dem Trinken brauch ich nicht unbedingt Fisch.

Wir fuhren und fuhren, doch es kam kein Sushi in Sicht. Etliche Diskussionen am Telefon zwischen den Auto-teams verrieten, dass wir weiter nach Sushiläden Ausschau halten werden. Als dann irgendwann einer kam, fuhren die anderen aber einfach weiter und ließen sich auch nicht mehr per Telefon erreichen. Das hat mich irgendwie verärgert, ich beschloss zu schlafen.

Als ich erwachte waren wir so gut wie in Tsukuba.

Zwar ohne uns das mitteilen zu wollen, haben die anderen beschlossen erst in Tskuba essen zu gehen. Dummerweise waren dort sämtliche Sushiläden maßlos überfüllt, was jedoch für Japan Sonntags ganz normal ist! Deshalb haben solche Lokale Wartebereiche, wo Leute bis zu 40 Minuten oder so auf ihren Platz warten. Nachdem die anderen Auto-crew im dritten Sushiladen entschied dort einfach zu warten, warf ich ein, dass es mir das nicht wert ist und ich entweder auch irgendwo anders esse, oder auch einfach nur so nach hause gehen würde. Glücklicherweise sah Renato das genauso und die Auto-crews trennten sich.

Wir hatten noch ein wenig essen bei Saizeria. Ein Laden, der so tut, als ob er westliche cuisine anrichtet und daraus Fastfood macht. Besser als nichts.

Renato war so freundlich und hat mich bis nach Ichinoya gefahren. Die beiden Japaner mussten wir er zum Bahnhof. Renato und Tatsuya wohnen sogar im gleichen Stadtteil.

Sie lieferten dann noch das Auto bei Rafa ab, weil er es seins war, er jedoch Krankheits wegen nicht mitkam, und damit war das camping v o r b e i .

 

 

Ich brauchte noch einen Tag, um mich davon zu erholen und ich war danach echt dick mit Joseph befreundet. Also zumindest nicht mehr so allein in Tsukuba. Aber das war ich für zumindest drei weitere Wochen sowieso nicht. Wie Anfangs schon erwähnt, war Inka auch wieder da.

 

Und genau da soll es beim nächsten Beitrag auch weitergehen.

 

 

 

 

Ich hoffe mein Schreiben hier wird appreciated. An sich müsste ich lernen, habe als Student ohnehin meine Technik des Zeitverschwendens nahezu perfektioniert, aber trotzdem nehme ich mir diese verdammten 3 Stunden, um den Quatsch hier zu tippen und online zu stellen.

Diesmal habe ich sogar durchgehend geschrieben, weshalb mir gerade ernsthaft die Finger wehtun. Es ist immerhin elend kalt in meinem Zimmer.

Inwiefern Zurufe wie „Ey T du Knescht Junge, schreib weiter ey“ (Lekneh, Ocram), weiß ich selber nicht einzuschätzen. Geschrieben habe ich trotzdem.

 

 

Was soll ich zum Abschluss noch schreiben?

Hmm … genau! Das:

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Summermadness II

Mein Produktivitätslevel hat gefühlt ungekannte Tiefen erreicht. Aber wahrscheinlich ist es mir sonst nur nicht so aufgefallen, weil mich a) immer so viele nette Leute besucht haben während ich nichts gemacht habe und b) Playstation ließ mich Abenteuer erleben, die nichts in einen erfüllten Tag verwandeln konnten.

Außerdem war (bin?) ich krank und habe seit ebenfalls gefühlten Ewigkeiten keinen Sport gemacht, was mir wiederum das Gefühl vermittelt so unglaublich viel dicker geworden zu sein. Naja … bald habe ich meine Joggingjacke wieder und dann kann sich mein Knet weiter verabschieden.

(-Ende September)

 

Beim letzten Mal war ich dabei stehen geblieben, wie ich Kyoto verlassen habe. Ich habe eine Weile nicht geschrieben oder? Irgendwann muss man ja auch mal das erleben, was man dann schreiben kann, ne?

Also … Der Nachtbus.

Gleiches Unternehmen, anderer Bus, anderes Personal. Es hat sich enorm ausgewirkt.

Während bei der ersten Nachtfahrt für die Pinkelpausen einfach nur der Vorhang zum Fahrerbereich geöffnet und dann die Tür offen gelassen wurde, so dass schlafende Leute weiterschlafen können, war die Reisebegleiterin (warum wir auch immer sowas brauchten) eher dazu veranlagt niemanden länger schlafen lassen zu wollen. Was bedeutet, dass bei jeder Pinkelpause die Innenbeleuchtung angeschmissen wurde und eine angenervte Ansage kam, dass wir 20 Minuten Pause haben. Fantastisch … die Frau war ja an der Bushaltestelle schon „gut“ drauf aber, dass sie alles an den Passagieren auslassen muss? Japaner beschweren sich eben einfach nicht.

Es ging von Kyoto übrigens nach Fukuoka, was nicht mehr auf der Hauptinsel, Honshu, ist, sondern auf der südlichen: Kyushu. Ich war unterwegs dorthin, um meinen Freund Toshi zu besuchen, der schon in Halle gesagt hat, dass wir uns unbedingt in Fukuoka treffen müssen.

Am Vortag habe ich Toshi bereits informiert wann und wo ich ankomme. 10 Minuten vor meiner Ankunft habe ich ihn ebenfalls über jene Tatsache per sms in Kenntnis gesetzt, was dazu führte, dass er aufwachte. Er hat auch generell in Halle immer verpennt.

Also genau was ich nach dieser entspannten Busfahrt und dem Traumerlebnis in Kyoto brauchte: nochmal in einer unbekannten Stadt rumgammeln ohne zu wissen, wo man überhaupt ist. Ich habe dann den Hauptbahnhof entdeckt, nachdem ich in alle Richtungen mal ein paar Meter gegangen bin. Dort habe ich dann etwas mehr als eine Stunde auf Toshi gewartet. Wonach ich mich wirklich gesehnt habe: eine Dusche!

Das Warten hielt jedoch auch zu zweit noch ein wenig an, da wir noch auf Hiro, ebenfalls eine ehemaliger Halle-Austauschstudent, warteten. Als wir dann endlich zu dritt waren, wollten die beiden unbedingt Ramen essen. Ich bin ja ohnehin nicht sehr hungrig gewesen, weil sich mein Essverhalten sehr nach unten reguliert hat, was sich nicht schlecht auf meinen Körper ausgewirkt hat. Also suchten wir Ramen, fanden sie und aßen sie. Dann ging es endlich in eine Richtung, die Waschmöglichkeiten vermuten ließ. Ich dachte ja, dass wir zu Toshi nach hause fahren oder so, aber er mietete sich kurzerhand ein Auto, zeigte uns ein bisschen die Stadt und dann fuhren wir in ein öffentliches Bad.

An der Stelle hat mich verblüfft, dass er sich einfach für ein paar Stunden mal ein Auto mietet und öffentliche Bäder haben mich einfach verblüfft, weil wir so eine Kultur in Deutschland eben nicht haben. Es war auch mein erstes Mal in sowas zu gehen aber es war gut, dass die beiden dabei waren, da ich dadurch die Gepflegtheiten eines solches Badeganges gelernt habe, was mir ein paar Wochen später noch sehr nützlich war.

Dann war ich also endlich sauber, aber trotzdem schwer geschafft.

Die beiden wollten schon wieder essen gehen und Toshi führte uns in ein kleines Hafenrestaurant, in dem die Besitzerin ihn scheinbar recht gut kannte. Also ein wenig seafood für mich, ein wenig mehr für die anderen beiden.

Toshi zeigte uns dann noch einen Park in der Nähe von dem Haus seiner Eltern, von dem man einen krassen city-view auf Fukuoka hatte.

(leider keine Fotos)

Dort in der Nähe legte ich mich dann auch noch auf eine Bank und schlief ein bisschen … das war wirklich nötig, brachte mir aber etliche neue Mückenstiche ein.

Am Ende des Tages haben wir noch ein paar Bier in Bars getrunken und haben dann bei Toshi geschlafen.

 

Ich bin mir gerade gar nicht sicher, ob ich irgendwo vorher mal erwähnt habe, was mein eigentlicher Plan für den Aufenthalt in Kyushu war, da ich hier nach meiner Schreibpause gerade wieder neu ansetze.

 

Jedenfalls war der eigentlich Plan, der schon gemacht wurde, als Toshi und Hiro noch in Deutschland waren, dass wir uns erst in Fukuoka treffen, 1-2 Tage da bleiben, weil Toshi uns ja unbedingt seine Heimatstadt zeigen wollte und dann einfach planlos gen Süden ziehen und nette Strände bei netten drinks nett erkunden.

Als ich dann in Fukuoka ankam und das angesprochen habe, war es als ob der Plan nie existiert hätte … Japaner … und an sich sollte ich am nächsten Tag auch schon wieder abreisen. Toshi wäre noch 2 Tage länger in Fukuoka aber die Freundin seines Bruder sollte zu Besuch kommen und von daher brauchten sie das Gästezimmer (weil in Japan Freund und Freundin ja unmöglich in einem Zimmer übernachten können).

Ich war ziemlich niedergeschlagen von dieser Erkenntnis und am Abend haben wir nochmal darüber gesprochen und da die Freundin erst Abends am nächsten Tag kam, sah Toshi ein, dass es durchaus möglich ist uns noch eine Nacht dazubehalten.

Ich würde nicht sagen, dass ich gut geschlafen habe, aber ich war bedeutend fitter am nächsten Tag.

So zogen wir wieder nach Fukuoka City aus. Toshi fuhr uns wieder rum, aber diesmal mit dem Wagen seiner Eltern. Bedeutend billiger für uns.

Hier mal der Ausblick, wenn man bei Toshi aus der Tür geht.

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Auf dem Bild sieht es leider sehr unspektakulär aus. Die Berger sind echt groß und schließen genau an die Stadt an. Quasi Berge → Stadt → Meer. Nice sage ich dazu!

Hier die zwei Jungs. Toshi (links), Hiro (rechts)

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Wir fuhren zuerst zu einem kleinem China-Restaurant, wo Toshi als Schüler fast täglich essen gegangen ist. Wir hatten zwar gerade Frühstück gegessen aber die Essgewohnheiten der beiden Jungs hatten sich in Deutschland scheinbar arg verändert. Naja, meine in Japan auch, aber eher weil ich es so wollte. Der Laden hatte nur leider zu. So entschlossen wir uns einfach nochmal die Stadt auszuchecken. Ich wollte auch mal gucken, ob ich ein paar coole Klamotten finde. Viele wissen nicht, dass ich eigentlich ganz gerne sowas mache. Vielleicht nicht täglich und es ist auch nicht das beste für die eigene Finanzlage, aber warum auch nicht mal shoppen. Ich habe nur leider nichts cooles gefunden, mir aber trotzdem ein billiges Achselshirt gekauft. Ich hatte das Gefühl, dass es mir während des japanischen Sommerwahnsinns nützlich werden könnte so etwas zu besitzen.

In der Gegend, wo es scheinbar alles in Fukuoka in der Nähe gab, was man bei einer City braucht, Shopping, Bars und Belustigungsviertel (für das die Stadt in Japan relativ bekannt sein soll) haben wir ein paar Seitenstraßen ausgekundschafte, da es für die zwei Jungs wirklich an der Zeit war etwas zu essen. Sogar ich hatte nichts dagegen etwas kleines zu essen. Dann fanden wir ziemlich versteckt einen kleinen Dönerladen. Wirklich versteckt um das nochmal zu betonen. Kein Deutscher Döner aber echt nicht schlecht!

 

Die beiden schienen sich entweder öfters telepathisch zu unterhalten oder die Teile ihres Japanisch, das ich nicht verstand hatten derartige Bedeutung, dass mir so vorkam.

Jedenfalls fuhr Toshi ständig irgendwo hin, wo ich es nicht erwartet hätte. Nach meinem Wissen wollte er uns zu Stand fahren. Dann zeigte er uns seine alte Schule. Dann sagte er irgendwas von nem Supermarkt und wir gingen in ein Restaurant; ja schon wieder. Aber immerhin suchte ich immer die Lokale aus und hatte auch immer ein gutes Gespür für ein gutes Plätzchen.

Wir haben Pizza gegessen und Hiro hat mit einer Kellnerin geflirtet, (oder sie mit ihm?) aber er hatte sich nicht getraut das auszuweiten. So gingen wir von da wieder und Toshi erzählte wieder irgendwas von irgendwo hinfahren und dann ging es an einen Strand.

Von jenem Strand, den er uns nur gezeigt hat, weil es sozusagen der City-Strand ist und es da echt cool aussieht, habe ich auch ein paar Bilder. Dieser Ort mich irgendwie angesprochen. Im Hintergrund waren verdammt große und saubere Gebäude, wie Toshi erklärte ein Viertel für reiche Leute, weshalb es auch keine oberen Stromleitungen gab (was mir ohne den Hinweis nie aufgefallen wäre) und der Strand hatte Bars, Musik, Restaurants. Nettes Flair, ich fand das Wasser auch nicht schlecht aber Toshi meinte, dass es zu dreckig ist und wir nur zum angucken da sind. (eigentlich hatte er, meinen Informationen zufolge vor, uns an einen Strand zum schwimmen zu bringen)

Der Ausblick, den Toshi uns zeigen wollte.

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Wir beim posen davor.

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Der Strand. (ein Teil vom Fukuoka Dome ist zu sehen)

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Ein paar Strandbars. Ich stehe total auf. Leider hab ich kein Bild in dem Winkel gemacht, in dem man das Heineken Leuchtschild hätte sehen können. Das war für mich einfach eines gutes Feeling sowas am Strand zu sehen.

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Der Fukuoka-Tower. Nur besser sichtbar.

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Ein nice-looking Restaurant.

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Wahrscheinlich hätten wir es uns nicht unbedingt leisten können/sollen in diesem Lokal zu speisen.

Wie man auf den Bildern schon sieht, ging die Sonne bereits unter und wir waren noch immer nicht schwimmen !

Nachdem ich nun den ganzen Tag nachgefragt habe, wann wir denn zum Strand fahren, ging es dann bei Sonnenuntergang zum Strand. Es wäre vielleicht besser gewesen beim Sonnenuntergang dort zu sein, aber der „anguck-Strand“ war auch schön anzusehen, wenn er schon nur dafür da war.

 

Die Fahrt war echt lange und wie ich dann mitkam, fuhren wir sogar in eine ganz andere Stadt. Auch der Weg dahin war echt strange. Japanische Straßen sind wohl einfach strange wenn man Deutsche gewohnt ist.

Am Strand angekommen, mussten wir uns erstmal den Weg dorthin suchen, da es eigentlich kein Strand war, den man besuchen durfte.

Der Sand war super fein, das Wasser war glasklar (sofern man eine Taschenlampe benutzt hat, um überhaupt etwas zu sehen) und es (das Wasser) hatte locker 27°C oder mehr. Badenwannengefühl im Meer. Ich fand es fantastisch. Dazu hatte ich auch noch 3 Heineken dabei. Not bad.

 

Wir hatten dann einen encounter mit dem Unbekannten. Im Wasser und gelegentlich im Sand waren Lichter zu sehen. Anfangs kam es uns wie Einbildung vor, da die Lichter im Wasser auch meist recht schnell wieder verschwanden. Aber, wenn es eins am Strand gab, dann glühte es leicht vor sich hin ohne aufzuhören. Es war ein hellblaues, warmes glühen.

Wir hatten wirklich keine Ahnung was das ist und wagten uns dann auch nicht ins Wasser. Ich habe zuerst an Chemikalien gedacht und die beiden meinte, dass es elektrische Quallen sein könnten.

Als wir dann eins dieser Etwasse am Strandd zerdrückt haben und das leuchte-blaue sich als Flüssigkeit ein wenig verteilt hat (und weitergeleuchtet hat), dachte ich noch mehr an die Chemikalien-Sache.

Im Endeffekt sind wir trotzdem ins Wasser gegangen, es war einfach zu gut.

Die zwei wollten nur leider recht schnell wieder von dort weg. Sie langweilten sich.

Ich habe das ganze ein wenig in die Länge gezogen, aber irgendwann sind wir dann halt gefahren.

Der Versuch Bilder zu machen schlug übrigens fehlt. Mit flash sah alles aus wie Nebel und ohne flash … naja, schwarz eben, ne?

Ich stelle trotzdem mal zwei dieser Bilder vor.

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An Lichtquellen hat es wirklich arg gemangelt. Diese Laternenlichter war wenigstens etwas, man sehen konnte.

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Das, was für uns die mysteriösen Lichter waren, stellte sich nach Recherche im Nachhinein als etwas verdammt seltenes vor. Es waren höchstwahrscheinlich umi-hotaru (meeres Glühwürmchen)

Wir konnten ja kaum was sehen, aber so sollen die kleinen Kerle aussehen

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Und es sah natürlich nicht so krass bei uns aus, vielleicht waren unsere einfach zu faul oder beim sterben oder hatten keinen Bock oder so. Aber so kööööönnte es aussehen, wenn man auf eine Scharr von fleißigen Umi-Hotaru an einem nächtlichen Strand trifft.

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Aber anders betrachtet könnte das Bild auch einfach eine echt lange Beleuchtungszeit gehabt haben und die Teile blinken wirklich nur ab an an mal. Wobei so wie man es dort im Sand sieht, sahen unsere gestrandeten Hotarus auch aus.

Als ich aus dem Wasser kam, weil ich aufbrechen wollten, hatte ich ohne es zu merken so ein Teil auch auf meiner Brust. ich habe auch nicht bermerkt, wie ich es dort zerdrückt habe, als ich mich gekratzt habe. Aber es sah verdammt abgefahren aus, als dieses blaue leuchten an mir lang heruntergelaufen ist.

Als wir dann gingen stellte ich fest, dass der Sand, so schön er sich auch anfühlte, durch seine Feinheit ebenso ein Problem darstellt, wenn man ohne ihn den Strand verlassen möchte. Es war praktisch nicht möglich. Der Sand war überall.

Außerdem stelle ich fest, dass ich vergaß mir eine Unterhose einzupacken und folglich nur meine Basehose hatte. Doch man erinnere sich: ich bin in Japan. Der nächste Kombini war gleich am Strand und wir hatten ohnehin dort das Auto abgestellt, für das uns die Idioten 500 Yen abgeknöpft haben, weil wir „zu lange geparkt haben“. Man merke an, dass nur ein weiteres Auto auf dem Parkplatz war und das war von ein paar japanischen Landei-boys, die dort mit nem Ball gespielt haben, geraucht haben und einfach nur abhingen.

In dem Kombini erstand ich jedenfalls eine neue Unterhose. Japanische 3-fach L scheint meine Größe zu sein. 2-fach würde mir wahrscheinlich auch passen, aber 3-fach ist auch nicht zu groß.

 

So vollgesandet wie wir waren, war eine Dusche dringend notwendig. Genau wie am Vortag, wo ich mich nach einer Dusche gesehnt habe und dann mich dann in einem öffentlichen Bad wiederfand, fuhren wir wieder zu einem öffentlichen Bad. Diesmal war es echt ein echt nettes sogar. Es gab Saunas und verschiedenste Becken, wie z.Bsp. eins mit Elektrizität, was verdammt ekelig war. Auch eine Grotte gab es. Ein verdammt coole Erfahrung für mich. Ich meine; ich habe mir mitten in der Nacht am Straßenrand eine Unterhose gekauft und gehe noch viel später in ein öffentliches Bad. In unseren ab-20Uhr-geschlossen-Land ist sowas unvorstellbar! Da können wir den alten Christen doch dankbar sein, dass sie nicht nur das Mittelalter haben ausbluten lassen und den Fortschritt verzögert haben, sondern uns auch die späten Einkaufsmöglichkeiten in der Gegenwart unzugänglich gemacht haben. Das haben sie bestimmt geplant, die Säcke!

So endete der Tag und es ging zurück zu dem Haus von Toshis Eltern. Toshi wollte aber unbedingt noch ein bisschen Feuerwerk auf diesem Aussichtspunkt machen. „Ein Bisschen“ trifft auch wirklich gut auf Japanisches Feuerwerk zu, aber es war trotzdem cool nochmal da oben zu stehen.

Doch für uns war dann Schluss und allerhöchste Zeit schlafen zu gehen.

Am nächsten Tag hatte ich einen Flug in einer Stadt im Süd-Osten von Kyushu zu erwischen, den wir spontan am Vorabend gebucht haben. Hiro musste noch weiter im Süd-Osten ein Schiff kriegen oder so.

Die beiden haben mich noch zusammen zum Busbahnhof gebracht, von dem aus ich nach Oita, dieser Stadt, fuhr.

Hiro ist manchmal einfach nur still und für sich, aber manchmal total crazy, was ich ja immer überraschend finde, aber durchaus gut. Es ist immerhin total witzig.

So sind auch diese Bilde in der U-Bahn entstanden.

 

In dem Spielbild der Scheibe sieht man noch nicht genau, was so witzig daran ist.

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Aber hier schon.

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(fragt mich nicht wieso er das tat, aber ich fand es klasse, dass er es getan hat!)

 

Die Busfahr nach Oita dauerte 2 oder 2 ½ Stunden und die Aussicht war genial. Die Natur von Kyushu ist wirklich nett anzusehen.

Ausgestattet mit Informationen und einer Karte, wie ich denn dann auch zum Flughafen komme, kam ich in Oita an, und meine Informationen wurden schlagartig nutzlos. Da wo die Karte mich hinwies war zwar ein Ticketbüro für Busse, aber nicht für den, den ich brauchte und der fuhr natürlich auch von dort aus ab. Die Verkäuferin wusste auch nicht mehr, als dass ich dort falsch bin. Ach, ich liebe solche Situationen doch so sehr. Vor allem allein.

Mein Gedanke war den Bahnhof zu finden, der in der Nähe sein sollte, um dort Jemanden zu finden, der mir sagen kann, wie ich zu meinem Ziel komme. Tja, bloß wo lang zum Bahnhof? Mein Orientierungssinn meldete sich klugscheißend zu Wort, aber ich war klüger und ignorierte ihn. Wer weiß wo ich gelandet wäre.

Ein großes Kaufhaus stand direkt vor mir und dort drin erwartete ich einen Informationsschalter zu finden. Die Frau an jenem Schalter wies mich auch ganz freundlich dort hin, von wo ich gerade kam und falsch war. Und auch sie wusste dann wiederum nicht wie ich zu meinem Ziel kam.

Also blieb mir erstmal nur übrig in irgendeine Richtung zu gehen und ich schlug einfach die Richtung an, in der ich auf eine große Kreuzung kam. Es war auch tatsächlich eine gute Entscheidung, weil dort, den Schildern zufolge, zumindest irgendwo der Bahnhof sein sollte.

Den habe ich zwar nicht entdeckt, aber ich konnte an einer unscheinbar wirkenden Bushaltestelle mein Japanisch zu meiner Rettung benutzen und lesen, dass der Bus zum Flughafen fährt! Es war auch tatsächlich der, den ich hatte nehmen wollte. Glück gehabt und noch 40 Minuten Wartezeit über. Den Bahnhof habe ich zwar nicht ausfindig machen können, aber musste ich auch nicht mehr.

An dieser Stelle soll angemerkt sein, dass es pervers heiß an dem Tag und Hitze + Stress mich arg haben transpirieren lassen. Hat mich ein wenig an Kyoto erinnert, aber Kyoto war schlimmer, weil ich müder war und bedeutend länger dort verbringen musste.

Toshi meinte ich soll mir Oita wie Halle vorstellen. Das kam mir anfangs schon seltsam vor. Wie soll ein Ort wie Halle denn in Japan sein? Als dann herauskam, dass er noch nie dort war, fragte ich mich noch mehr wieso dieser Ort seiner Meinung nach wie Halle sein soll. Aber ich denke jetzt, er meinte die Größenverhältnisse.

Hier mal ein Bild von der Kreuzung in Oita. Ich hätte sicherlich einiges fotografieren können und hatte auch die Zeit dazu, aber ich habe es bei diesem einem Bild belassen.

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Ich meine, ich habe mal geträumt, dass Halle eine sandige Strand-Stadt ist und dass ich eine Strandbar, mitten auf einer Straße hatte, an die sich dort das Meer anschloss, wo ungefähr der Park des Landesmuseums hätte sein müssen. Aber ich denke nicht unbedingt, dass man Oita mit Halle vergleichen sollte.

 

Am Oita-Airport fand ich nach ein wenig Einstimmung auf die Umgebung auch den Schalter meiner Airline, wo ich diskutierte wann ich denn einchecken könnte. Es war für mich neu, dass ich an dem Punkt eingecheckt habe, wenn ich das Ticket habe. (selbst wenn ich es zuhause ausgedruckt habe) Das Englisch der guten Frau war so gut, dass wir in Japanisch besser zurecht gekommen sind. Aber ich glaube sie wollte ihr Englisch einfach mal ein bisschen ausprobieren. Ich war der einzige nicht-Asiate (vielleicht auch der einzige nicht-Japaner) dort. Es war immerhin ein domestic airport.

Nachdem ich also irgendwann zu verstehen begann, dass ich nicht einchecken brauche, wollte ich den Flughafen erkunden. Beim Hochfahren mit der Rolltreppe habe ich dann aber auch schon so ziemlich alles im Blick gehabt.

Es gab eine Portion mentaiko-Pasta für mich, sehr lecker, und ich vertrödelte ein bischen Zeit mit Facebook und mit auf der Aussichtsplattform rumstehen.

 

Hier die Aussichtsplattform

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Und das Rollfeld

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Wie man das von Flughäfen so kennt: irgendwann kommt man durchs gate, irgendwann sitzt man im Flugzeug, welches irgendwann startet und dann irgendwann landet, was bedeutet, dass man dann irgendwann an einem anderen Flughafen ist.

Man glaube es kaum, so war es auch bei mir. Die Wartezeit bis das alles eintrifft ist natürlich variabel, aber meistens zu lang und unangenehm.

In Narita habe ich mich sicher gefühlt, weil ich dort bereits im April gelandet bin und es sehr einfach war den Bus zu finden.

Dummerweise war das ein anderer Flughafenbereich. Der auf dem ich ankam, war sicherlich 5 Mal so groß.

Als ich meinen Bus fand, kam er auch gerade an, doch ich hatte noch kein Ticket, welches ich drinnen erwerben musste, wo gerade eine monstermäßige Schlage war, da zwei von drei Ticketverkäufern mit irgendwas beschäftigt waren, was so aussah, als ob es den Eindruck erwecken sollte wichtig auszuehen.

Mein Bus war dann irgendwann weg als sich die beiden Verkäuferinnen auch an den Job gemacht haben, von dem ich erwartet hätte, dass sie dazu dort waren, um eben jenen Job auszuführen.

Weitere 80 Minuten Wartezeit in Narita, bevor der Bus kam, der mich in 2 Stunden Fahrtzeit nach Tsukuba brachte, von wo ich nochmal 20 Minuten mit dem Fahrrad zum Wohnheim brauchen würde.

An jenem Tag bin ich irgendwann vor um 6 Aufgestanden, um meine Heimreise anzutreten und ich weiß gar nicht mehr genau wann, aber es war dunkel, echt spät und ich war total fertig, als zurück in Ichinoya war. Es hat jedenfalls den ganzen Tag gedauert und ich fühle mich einfach nicht so wohl allein zu reisen.

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Jaja, als ob ich meine Kaugummis nach dem Weg fragen könnte.

So viel zu meinem Trip in den Süden.

Kyushu ist echt schön. Fukuoka scheint eine coole Stadt zu und wahrscheinlich ist Kyoto auch ein netter Ort (zumindest sagen das alle), aber zusammengefasst hatte ich vielleicht nicht die besten Erfahrungen und habe ehrlich gesagt von dem was ich vor hatten auch so ziemlich nichts umgesetzt.

 

Solo-Reisen sind einfach Bitches

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An der Stelle ist dieser Beitrag an sein Ende gestoßen und ein bis zwei zu dem Sommer müssten noch anstehen. Ich hänge unglaublich hinterher.

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Summermadness I

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Was das ist? Ich!, und so gesehen ein Nachtrag zum Camping aus dem letzten Blogeintrag. Ich schien genau in jener Position eingeschlafen zu sein. Jedenfalls wachte ich später einfach auf dem Bauch in dem Zelt auf. Brille noch auf und alles. Einfach umgefallen.

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Irgendwie habe ich es aber geschafft während des Schlafens die Beine wieder einzuziehen. Aber Joseph im Zelt neben mir ist exakt so wie ich umgefallen. Wie zwei haben aber auch gebechert.

So viel zu dem Nachtrag.

Was ich bisher so jede Woche immer wieder und wieder gemacht habe, sollte jeder Leser hier sicherlich wissen.

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Ja, Sheins Bar. Aber ich habe dem ganzen jetzt eine Pause verschrieben. Es ist einfach schlecht für mein Geld, sehr schlecht. Und vielleicht hilft es mir auch bei meinem Plan weiter abzunehmen. Drinks haben immerhin echt viel Zucker/Kalorien.

Bei dem Thema Kalorien habe ich hier auch ein ganz besonderes Foto zu zeigen. Teilweise zwei mal am Wochenende habe ich Nachts diesen Mann hier besucht:

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Es ist der Nachtschicht Master vom 24 Stunden Ramen-Restaurant. Einfach köstlich nach dem trinken eine Schüssel Ramen zu genießen. Baba-San, der dieses Foto gemacht hat, hat es doch tatsächlich geschafft, den immer super breit grinsenden Ramen-Master nur wenig grinsend zu fotografieren. Als wir ihn nach dem Foto gefragt haben, hat er erstmal sofort in der Küche eine Pose gemacht und als wir dann meinten, dass ich eins mit ihm haben will, hat er sich total an mich dran geschmissen. Ich war positiv überrascht. Der Mann ist wirklich witzig drauf und ich habe ich echt über das Foto gefreut.

Aber auch ihn sehe ich erstmal eine Weile nicht nicht mehr, wenn ich abnehmen will und nicht mehr so sehr trinken gehe. Wiedersehen werde ich ihn aber 100%ig nochmal. Da führt an sich kein Weg daran vorbei, ich kenne mich doch.

Tja … Ferien, ne? Die meisten meiner Leute aus Tsukuba sind auf Reisen oder bereits zurück in ihre Länder zurückgekehrt. Mich selbst trifft dabei die infamöse Angst des missing out. Ich könnte ja etwas verpassen, wenn ich nicht auch Tourist spiele und irgendwo hinfahre.

Mein erster Kurztrip ging nach Nezu, irgendwo bei Tokyo. Eigentlich ist da auch nichts. Aber Baba- San und seine Freundin wollten irgendwo hin und komischerweise hätte Baba seine Freundin nicht mitgenommen, wenn ich nicht auch mitgekommen wäre.

In Nezu gab es dann also nichts .. naja und einen großen Schrein. Ich gestehe ein: er sah gut aus. Aber im Endeffekt standen Baba und ich dann da. „Hmm … ein Schrein …. hmm …“ Ja, wir sind einfach keine Touristen, haben es aber immerhin versucht.

Hier das Tor und ich mit Baba.

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Viele kleine Tore und Babas Freundin, Yafa.

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Ein bischen Posen. Es war wirklich recht hübsch dort.

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Nezu endete dann mit abgammeln. Naja, besser als alleine in Tsukuba.

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Paul hatte eines Tages auch den Plan, „Hey, lass’ mal irgendwo hinfahren“ Googlemaps aufgemacht und einfach irgendwo hingepeilt. Es war im Endeffekt verdammt weit und wir waren spät dran. Aber eine kleine Tour durch Japanische Countryside ist es dann doch geworden. Der Endpunkt war ein Baum, der auf einem Hügel inmitten von Reisfelder stand. Es hatte irgendwas majestätisches, weshalb ich auch mindestens bis dorthin wollte, als ich den Baum da so sah. Ein winziger Schrein war auch auf dem Hügel angebracht, was bedeutet, dass der Baum wahrscheinlich ein Kami war, ein Shinto-Gott.

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Ich hätte die Gesamtansicht mit den Reisfeldern wohl auch aufnehmen sollen, sah nett aus. Aber naja, was Fotos angeht verbocke ich ja sowieso ständig alles.

Zu dem Hauptthema! Es stand auch eine schon lange geplante größere Reise an. Und zwar nach Fukuoka. Also ganz in den Süden nach Kyushu. Mein Buddy Toshi kam nämlich aus Deutschland wieder und hatte mich damals in Halle schon nach Fukuoka eingeladen. Hiro, ein weiterer Halle-Japaner ist dann auch noch zu uns gestoßen.

Aber bevor ich in Fukuoka ging, standen noch 1 Tag, bzw. 14 Stunden, in Kyoto an. Denn ich habe mich dazu entschieden per Nachtbus zu fahren und war mir ziehmlich sicher, dass mich bestimmt Jemand nach Kyoto begleiten würde, da jeder von dieser verdammten Stadt so schwärmt. So hätte ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen! Wenigstens einmal in Kyoto und von dort aus gleich mit dem nächsten Nachtbus nach Fukuoka weiter.

So weit der Plan; nur es kam dann doch niemand mit.

Etliche Leute, mit denen ich darüber gesprochen habe, versicherten mir wie super toll es für mich wird allein und zu reisen und selbst wenn ich auf der Hinreise noch skeptisch bin, auf jeden Fall im Rückblick Spaß gehabt haben werde. Also ich habe die Worte dieser Menschen nicht vergessen, und verflucht. Ihr könnt mich echt mal.

Die Reise fing ganz gut an. Tatsuya hat mich in Tokyo getroffen und wir wollten mit seinen Freunden nochmal was trinken, bevor er mich dann zum Bus begleitet. Die Bar, in der wir waren spezialisierte sich auf gebratenes Hühnchen. Das dieses Angebot so gut wie jeden Teil des Tieres einbeziehen konnte, war mir nicht bewusst. Knochen, Knorpel, Arschfett. Japaner machen da keinen halt und panieren das teilweise noch.

Also gab es noch einige Bier und einen durchaus seltsamen Snack und dann fand ich mich gegen Mitternacht in dem Nachtbus wieder, der mich um 07 Uhr morgens in Kyoto absetzen würde. Eine ruhige Fahrt und da war Kyoto.

Vielleicht sogar die Touristenstadt überhaupt in Japan. Einst Hauptstadt und Hauptquartier mehrerer buddhistischen Gruppierungen, weshalb die prunkvollsten Tempelanlagen wahrscheinlich in Kyoto zu finden waren.

Mich interessieren Tempel oder Schreine ja an sich nicht wirklich. Wenn ich nette Begleitung bei mir habe, ist es ganz nett sich sowas mal anzusehen, aber hey – ich war allein!

Trotzdem fasste ich den Entschluss mir einen Tempel anzusehen, Kinkakuji, mit dem goldenen Pavillion. Paul meinte, dass ich mir wenigstens den ansehen sollte, und es war ohnehin noch so verdammt früh. Mein einziges wirkliches Ziel war Eiga Mura (Movie Village) ein begehbares, zum kleinen Themenpark ausgebautes Filmset von Japanisches Mittelalterfilmen; und das machte erst um 9 auf.

So stand ich nun dort in Kyoto und das war auch die einzige Information, die ich von meiner Position hatte. Der Bahnhof musste in der Nähe sein und dort sollte es auch ein Tourismuscenter geben, was mich mit notwendigen Karten ausstatten sollte.

Der Bahnhof war tatsächlich einfach über die Straße und auch das Touricenter hat sich sehr schnell angefunden. Ich fragte den Mann wo Kinkakuji, Eiga Mura und das nächste Kino sind und machte mich auf den Weg die Karte an einem Ort zu studieren, an dem ich sitzen konnte. Das lief auch ganz gut und ich hatte eine Orange als Frühstück dazu, und selbst das Wetter war fantastisch. Zu dem Zeitpunkt habe ich nicht bedacht, dass es kurz nach 7 ist und sich wie Mittagssonne anfühlt.

Wie wundervoll mein Orientierungssinne ist, ist einigen hier sicherlich bekannt, und selbstverständlich tat er seinen Job: er ließ mich im Stich, wie immer. Der Bahnhof entpuppte sich als Größer als ich dachte und es hat mich ca. eine Stunde gekostet herauszufinden auf welche Seite ich bin und auf die andere zu kommen. Ein team aus drei gelangweilten Airportshuttle-Mitarbeitern hatte mir schlussendlich den Weg halbwegs erklärt, der mich durch das unterirdische Kaufhaus auf die andere Bahnhofsseite führte, wo die zentralen Bushaltestellen für Kyoto waren.

Das System der Busse war auch einfach zu verstehen und ich suchte mit den, der mich zu Kinkakuji bringen sollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich übrigens erst endgültig dafür entschieden meine Zeit totzuschlagen, indem ich mir den Tempel ansehe. Wenn man das mal so sieht, ist das so wie eine Kirche besichtigen gehen … naja, habe ich in Vendig auch gemacht. Mehr sage ich einfach mal nicht dazu.

So stieg ich in den Bus ein und wunderte mich irgendwann wie weit ich schon gefahren bin. Ein Blick auf die Route klärte meine Frage nicht unbedingt auf, da ich nicht der hellste Kanjileser bin aber, da ich keine Haltestelle, die irgendwie die Zeichen für Gold und Tempel beinhaltete entdecken konnte, musste ich schlussfolgern in dem falschen Bus zu sitzen. Fantastischer konnte Kyoto ja gar nicht beginnen. Neben mir saß die ganze Fahrt ein schlafender alter Mann in Anzug, der zufällig dann aufwachte, als ich über meine beschissene Lage nachdachte. Ich fragte ihn, ob der Bus Runden fährt und zum Bahnhof zurückkehrt. Aber als er mir mitteilte, dass das nicht so ist, war die einzig logische Folge den nächsten Bus in die andere Richtung zu nehmen. Genau das riet mir auch jener Mann und genau das Tat ich. 440 Yen ausgegeben, 2,5 Stunden verbraucht und hey – nichts erreicht.

Mein mentaler Mittelfinger des Zorns ersuchte den goldenen Pavillion in seinem See zu versenken, wo auch immer er nun eigentlich war.

Die Art von hübsche Gebäude sight-seeing war im solo-Mode für mich ohnehin nur eine Methode unnütze Zeit zu vertreiben. Dort hatte sie sich zu seinem Herd von Wut entwickelt.

Meine Schilderung mag vielleicht etwas drastisch klingen. Es ist normal für mich, dass ich mich verlaufe und dann einen brennenden Hass auf den, eigentlich inexistenten Teil der Welt lenke, der mir vergessen hat den Orientierungssinn zu kalibrieren und dann im Endeffekt auch auf jenen Orientierungssinn, der mich immer wieder enttäuscht. Aber in Kyoto war es irgendwie nur halb so entflammte Wut wie sonst. (hat es nicht viel besser gemacht)

Es war Zeit herauszufinden mit welchem Bus ich zum Eiga Mura komme …

Diesmal mindestens quintuple (5x) -check auf dem Busplan, damit ich ja den richtigen Bus nehme, und unter den drei Haltestellen, die jener Bus nur anfuhr konnte ich auch eindeutig Eiga Mura entdecken.

Was ich vor Japan nicht wusste: öffentliche Verkehrsmittel kommen so gut wie immer auf die Minute genau. Mein Bus kam nicht. Zwei mal. Was stand fest für mich? Ich gehe mich sicher keinen Tempel ansehen! Also habe ich mir den Bahnhof angesehen und wollte zur nächsten Abfahrtszeit wieder an der Haltestelle sein.

Diese andere Seite des Bahnhofes stelle sich auch als etwas cooler heraus als die andere. Man konnte verdammt viele Rolltreppen noch oben fahren und war dann dort auf einer Art Aussichtsplattform. Dem kleinen Bambusgarten dort nach zu urteilen war es aber recht neu, denn die Pflanzen sahen nicht so gut aus.

Ich habe auch ein paar Fotos gemacht.

So stand ich nun dort in Kyoto und das war auch die einzige Information, die ich von meiner Position hatte. Der Bahnhof musste in der Nähe sein und dort sollte es auch ein Tourismuscenter geben, was mich mit notwendigen Karten ausstatten sollte.

Der Bahnhof war tatsächlich einfach über die Straße und auch das Touricenter hat sich sehr schnell angefunden. Ich fragte den Mann wo Kinkakuji, Eiga Mura und das nächste Kino sind und machte mich auf den Weg die Karte an einem Ort zu studieren, an dem ich sitzen konnte. Das lief auch ganz gut und ich hatte eine Orange als Frühstück dazu, und selbst das Wetter war fantastisch. Zu dem Zeitpunkt habe ich nicht bedacht, dass es kurz nach 7 ist und sich wie Mittagssonne anfühlt.

Wie wundervoll mein Orientierungssinne ist, ist einigen hier sicherlich bekannt, und selbstverständlich tat er seinen Job: er ließ mich im Stich, wie immer. Der Bahnhof entpuppte sich als Größer als ich dachte und es hat mich ca. eine Stunde gekostet herauszufinden auf welche Seite ich bin und auf die andere zu kommen. Ein team aus drei gelangweilten Airportshuttle-Mitarbeitern hatte mir schlussendlich den Weg halbwegs erklärt, der mich durch das unterirdische Kaufhaus auf die andere Bahnhofsseite führte, wo die zentralen Bushaltestellen für Kyoto waren.

Das System der Busse war auch einfach zu verstehen und ich suchte mit den, der mich zu Kinkakuji bringen sollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich übrigens erst endgültig dafür entschieden meine Zeit totzuschlagen, indem ich mir den Tempel ansehe. Wenn man das mal so sieht, ist das so wie eine Kirche besichtigen gehen … naja, habe ich in Vendig auch gemacht. Mehr sage ich einfach mal nicht dazu.

So stieg ich in den Bus ein und wunderte mich irgendwann wie weit ich schon gefahren bin. Ein Blick auf die Route klärte meine Frage nicht unbedingt auf, da ich nicht der hellste Kanjileser bin aber, da ich keine Haltestelle, die irgendwie die Zeichen für Gold und Tempel beinhaltete entdecken konnte, musste ich schlussfolgern in dem falschen Bus zu sitzen. Fantastischer konnte Kyoto ja gar nicht beginnen. Neben mir saß die ganze Fahrt ein schlafender alter Mann in Anzug, der zufällig dann aufwachte, als ich über meine beschissene Lage nachdachte. Ich fragte ihn, ob der Bus Runden fährt und zum Bahnhof zurückkehrt. Aber als er mir mitteilte, dass das nicht so ist, war die einzig logische Folge den nächsten Bus in die andere Richtung zu nehmen. Genau das riet mir auch jener Mann und genau das Tat ich. 440 Yen ausgegeben, 2,5 Stunden verbraucht und hey – nichts erreicht.

Mein mentaler Mittelfinger des Zorns ersuchte den goldenen Pavillion in seinem See zu versenken, wo auch immer er nun eigentlich war.

Die Art von hübsche Gebäude sight-seeing war im solo-Mode für mich ohnehin nur eine Methode unnütze Zeit zu vertreiben. Dort hatte sie sich zu seinem Herd von Wut entwickelt.

Meine Schilderung mag vielleicht etwas drastisch klingen. Es ist normal für mich, dass ich mich verlaufe und dann einen brennenden Hass auf den, eigentlich inexistenten Teil der Welt lenke, der mir vergessen hat den Orientierungssinn zu kalibrieren und dann im Endeffekt auch auf jenen Orientierungssinn, der mich immer wieder enttäuscht. Aber in Kyoto war es irgendwie nur halb so entflammte Wut wie sonst. (hat es nicht viel besser gemacht)

Es war Zeit herauszufinden mit welchem Bus ich zum Eiga Mura komme …

Diesmal mindestens quintuple (5x) -check auf dem Busplan, damit ich ja den richtigen Bus nehme, und unter den drei Haltestellen, die jener Bus nur anfuhr konnte ich auch eindeutig Eiga Mura entdecken.

Was ich vor Japan nicht wusste: öffentliche Verkehrsmittel kommen so gut wie immer auf die Minute genau. Mein Bus kam nicht. Zwei mal. Was stand fest für mich? Ich gehe mich sicher keinen Tempel ansehen! Also habe ich mir den Bahnhof angesehen und wollte zur nächsten Abfahrtszeit wieder an der Haltestelle sein.

Diese andere Seite des Bahnhofes stelle sich auch als etwas cooler heraus als die andere. Man konnte verdammt viele Rolltreppen noch oben fahren und war dann dort auf einer Art Aussichtsplattform. Dem kleinen Bambusgarten dort nach zu urteilen war es aber recht neu, denn die Pflanzen sahen nicht so gut aus.

Ich habe auch ein paar Fotos gemacht.

Von unten … die Ballersonne lässt die Spitze nicht erkennen.

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Von oben … es sieht live immer etwas besser aus als auf Fotos. Hey, vielleicht machen deshalb Leute Reisen?! … Weisheit pur.

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Der etwas nicht so schöne Garten ganz oben.

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An den Seiten waren dann Fenster, von denen man Kyoto sehen konnte. Das Bild hier ist das einzige, was nicht ganz so schlimm gespiegelt hat.

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Zum Abschluss noch das, was ich auf dem Weg nach oben verbockt habe: ein gespiegeltes Bild von mir während des Rolltreppefahrens. Langeweile muss man haben, ne? Hatte ich ..

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Pünktlich zur nächsten Abfahrtszeit saß ich wieder an der Bushaltestelle. Der Bus kam nicht.

Was konnte die Stadt schon dafür? Nichts, aber ich habe sie trotzdem verflucht.

Ich sollte vielleicht auch anmerken, dass die Sonne inzwischen stark brennend war und natürlich habe ich meinen Hut vergessen.

Was ich genau in dem Moment, als ich dort dezent planlos saß, fühlte, weiß ich nicht mehr. Ich glaube es war Lustlosigkeit. Über drei Stunden und immernoch nichts erreicht außer das Bahnhofsdach.

Neben meiner Bushaltestelle rief ein Kerl mit Megafon Zeugs herum. Und aus diesem vokalen Haufen fing ich etwas auf: Eiga Mura. Der Bus, vor dem er stand schien dahin zu fahren, wo ich auch hinwollte. Also kurzerhand Megafon-boy zur Rede gestellt und im Bus gewesen.

Der Bus, den ich ursprünglich nehme wollte, war ein „City Bus“ von der Stadt Kyoto. Der Bus, den ich dann nahm, war ein „Kyoto Bus“ von einem privaten Busunternehmen. Ich habe nicht vor zu behaupten, dass es Glück war diesen Bus zu finden, sondern eher, dass es Pech war allein in diese Stadt zu reisen.

Mir wurde vorher gesagt, dass die Menschen, je weiter man in den Süden geht, offener werden und gerade auch mit alleinreisenden Ausländern gerne erzählen. Man kann sich sonstwas darunter ausmalen. Ich habe nicht nur eine Geschichte gehört, wie Leute einfach von Japanern angesprochen und dann in eine Bar eingeladen wurden. Aber natürlich nur von Frauen. Mir war klar, dass mich niemand einladen würde und ich hätte auch gerne auf das bisschen Kontakt verzichtet, was ich dann auch bekam.

Ein alter Mann hatte im Bus einen Platz gesucht, ich hab ihm meinen angeboten. Zufällig saß seine Frau auch vor mir, hat gepasst. Es ist selten genug, dass Japaner Englisch können. Aber ausgerechnet dieses Rentnerpaar wollte sein Englisch an mir testen. Es war besser als bei vielen Angestellten hier an der Uni, aber als ich sie bat mit mir Japanisch zu reden, habe ich bedeutend mehr verstanden, was bei meinem Japanischlevel keineswegs eine gute Aussage über deren Englisch ist.

Eiga Mura war weiter weg als ich dachte, viel weiter. Oder vielleicht gingen mir die alten auch einfach nur so derbe auf den Senkel, dass ich so unbedingt dort ankommen wollte.

Sie haben mir versucht zu erklären wo ich aussteigen muss, was bei den unbekannten, gar nicht mal so einfach klingende Bushaltestellen nicht so einfach zu verstehen war. Es war auch äußerst verunsichernd. Ich meine, die beiden waren so überaus besorgt, dass ich es nicht finde und irgendwann habe ich nicht mehr mitgezählt wie oft sie mir erklären wollten wie ich dort ankomme. Im Endeffekt hieß meine Haltestelle Eiga Mura, viel unnütze Verunsicherung würde ich mal sagen. Das letzte was sie mir, mehrfachst, auf den Weg gaben ist, dass ich ca. 300 Meter gehen soll und dann kann ich es nicht verfehlen. Diesen Rat habe ich natürlich gerne angenommen aber meine noch vor der Angenvertheit bestehende Dankbarkeit wurde schnell zu einem „wollten die mich verarschen?“

Es ist ja schon komisch genug, dass diese Attraktion keineswegs ausgeschildert ist. Aber der Tipp von den beiden Alten führte mich so weit weg von meinem Ziel wie es nur ging. Irgendwann fragte ich einen von diesen Kerlen, die den ganzen Tag mit Pseudo-Polizeiuniform vor Parkhäusern stehen und darauf warten, dass ein Auto rein oder raus will, damit sie hochgradig wichtigtuend dafür sorgen, dass niemand überfahren wird. Trotzdem war ich froh den Mann zu sehen. Ich meine, er war wie fast alle in diesem Beruf schwer gelangweilt und hat mich langsam und wirklich gut verständlich erklärt wie zum Eiga Mura komme. Den ganzen Weg zurück, ein bischen in die andere Richtug bis zu einem Tempel und dann den steilen Weg neben dem Tempel hochgehen. Schien einfach. Der Weg war nicht kurz, aber ich habe den Tempel gefunden. Kein steiler Weg. Allgemein gar kein Weg. Musste wohl der nächste Tempel sein. Also ging ich weiter. Es kam mir dann ein leicht vollbärtiger Ausländer, auch allein, entgegen und nickte mir freundlich zu. Ich habe ihn sofort gefragt, ob er weiß wie ich zum Eiga Mura komme. Und es ging wieder ein paar Meter zurück bis zu einem kleinen Parkplatz und von da aus einfach um die Ecke und man sah die Mauer vom Eiga Mura. WTF? Ich habe mich echt gefragt, ob die Menschen aus Kyoto mich völlig verarschen wollen. 300 Meter geradeaus? Tempel? Ich hoffe die bekommen auch mal so nette Wegweiser, wenn sie verreisen. Der bärtige Mann führte mich dann noch fast bis vor das Tor, so nette Geste von ihm.

Um 7 Uhr morgens kam ich in Kyoto an und so gegen Mittag habe ich es das erste Mal geschafft irgendwo anzukommen … einfach fantastisch.

Der Eingangsbereich … verwaist. Immerhin eine Frau an der Kasse und ein Kerl, der dir sagt, dass du dem (einzigen) Weg folgen sollt. Japan und seine sinnlosen Jobs. Der Park begann mit einem länglichen Weg zwischen zwei Japanischen Mauern und ein paar kleinen Requisiten, die da so rumstanden. Keine Menschen zu sehen. Ich hatte echt schon die schlimme Vorahnung, dass fast niemand da ist und das Ganze nur ein paar öde Requisiten hier und da sind. Aber am Ende des Weges war dann doch ein Getummel an Menschen aufzufinden und mehr Attraktionen als befürchtet. Ich hab mich -selbstverständlich- permanent verlaufen. Eigentlich dachte ich, dass ich mit der Karte von dem Park gut zurecht komme, aber ich wusste eigentlich nie wie ich von einem Ort zum anderen komme. Selbst, wenn ich wusste, wo ich mich auf der Karte befinde.

Als erstes habe ich überlegt in welche Shows ich gehen möchte und die „Ninja Fight-show“ stand auch gerade an. Ich konnte auch das Theater noch so finden, dass ich zumindest die Hälfte sehen konnte.

Das Theater

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Das Theater, anderer Ein/Ausgang

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Hinter der Bühne war eine digitale Leinwand, auf der special effects dargestellt wurden. Die ganze show war ziemlich lächerlich und hat mich irgendwie an Anime erinnert. Auf der Leinwand wurden Feuerbälle, Blitze und ähnliches von den Darstellern abgefeuert. Also es war bestimmt echt cool für die Kids, von denen es dort verdammt viele gab. Zu meinem Erstaunen konnte ich fast die komplette Show, als das, was ich davon gesehen habe, verstehen. Trotzdem irgendwie kitschig. Später war in dem Theater noch ein Schauspiel von einem Händler. Also wie ein Händler zur Edo-Zeit so ist. Ich habe ehrlich gesagt nicht ein Wort verstanden. Aber da auch das Publikum nicht gelacht hat, war es wahrscheinlich sowieso nicht der Oberknaller.

Es wären auch noch so behind the scenes shows gewesen, aber die haben sich immer mit anderen Veranstaltungen überschnitten.

Die letzte Show, die ich mir angesehen habe, auf die ich auch echt gewartet habe, war die Water Flight Splash Show. Sie war ebenfalls eher kitschig gehalten. Samurai Schönling und Ninja Freundin kämpfen gegen einen Umibouzu und 3 Kappa. Auch hier konnte ich das Japanisch wunderbar verstehen. Man konnte für die Show wählen von außen zuzusehen oder sich in die Splashzone zu setzen, was ich tat. Es war wieder etwas demütigend für mich. Pärchen und Familien … und ich. Aber nunja. Jedenfalls standen hinter der Bühne Wasserwerfer und auch in die kleine Bühne wurden welche eingebaut und wenn die Charaktere ihre Fähigkeiten benutzt haben, wurde eben auch Wasser verschossen. Am Ende waren alle in der Splashzone klitschnass. Aber so war es ja auch gedacht. Nebenbei: zu dem Zeitpunkt war die Sonne so krass, dass ich mir ernsthaft Sorgen gemacht habe in der Splashzone zu sitzen, weil sie eben total in der Sonne war. Aber es ist ja alles gut gegangen.

Ich habe noch einen Samurai-Darsteller gefragt, wie er seinen Fächer so cool mit einer Hand öffnen und schließen kann. Doch im Endeffekt lag es nur daran, dass sein Fächer echt locker war und meiner echt fest. Und ansonsten eben alles doppelt und dreifach ansehen, Ramen essen, Souviniers checken (und keine kaufen), Rumsitzen … was eben auch so machen würde, wenn man in Begleitung wäre, mit dem Unterschied, dass man sich dann unterhalten kann. Wäre beim Rumsitzen echt stark gewesen.

Mir wurde vorher gesagt, dass man in dem Park gut 4 Stunden verbringen kann. Also ich hätte auch echt eher gehen können, aber im Endeffekt habe ich 5 Stunden dort verbracht. Viel rumgesessen und alles einfach nochmal angesehen. Aber das lag wohl daran, dass ich einfach keinen weiteren Plan hatte, da ich keinen Bock auf Tempel oder Schreine hatte und die Sonne einfach mal sooo heftig war.

Gerade als ich gehen wollte, habe ich mich dann doch noch dazu entschieden für jenen Blog hier noch Fotos zu machen.

Here you go:

Ich habe einfach ziemlich random fotografiert, um einen Eindruck zu übermitteln.

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Tatsächlich ein Bild ohne Menschen.

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Interessant wie er sich versucht unter der Kamera wegzuducken oder?

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Hier habe ich mich gefragt, ob sie an solchen Moviesets auch diese Krüge in Fight-szenen zerschmettern.

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Hier das Rotlichtviertel. Zeitweise standen auch Geisha-Darsteller auf Balkonen.

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Vielleicht hätte ich mehr fotografieren sollen. Vielleicht hätte ich mich auch nicht zu doof dazu fühlen sollen den Samurai-Typen nach einem Foto zu bitten. Aber hey, ich war schon niedergeschlagen genug zwischen nur Familien und Pärchen zu sein, und natürlich waren es genau jene Leute, die ansonsten nach einem Foto mit Darstellern fragen. Und ich hatte ja nichtmal Jemanden, der mich hätte fotografieren können!

So verließ ich den Park und mein Orientierungssinn sprach zu mir. “Yo, wo sind wir’n hier gelandet?!” Natürlich war es der gleiche Ort wie 5 Stunden zu vor. Aber ich hatte keinen Plan. Einer von diesen allzu sehr nützlichen Wachmännern ließ sich aber finden und wies mich, diesmal korrekt, zur Bushaltestelle. Es dauerte ein bisschen bis ein Bus kam aber ich schirmte mich vor der Sonne mit meinem Fächer ab (muss komisch ausgesehen haben) und war wieder auf dem Weg zum Kyoto-Hauptbahnhof.

Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich wirklich eine Menge Flaschen Wasser aus Automaten gekauft. Mann war es heiß.

 

Wieder am Bahnhof angekommen war ich auf der Suche nach einem netten Restaurant und ich fand mich nach einiger Weile in einem italienischen Restaurant in der Untergrund-Mall wieder. Es sah nicht sonderlich fancy aus, ziemlich normal. Aber die Preise waren ein wenig höher als gewöhnt. Lag wohl an Touristenstadt Kyoto. Die Pasta war sehr lecker und ich hatte ein kleines, teures italienisches Bier.

Als der Kellner mich fragte, wo ich her sei und erfuhr, dass ich aus Deutschland bin, fragte er mich, inwiefern ich Deutsches, Italienisches und Japanisches Bier vergleichen würde. Sein Englisch war echt gut aber ich glaube, er verstand meines nicht so gut.

Nach dem Essen war es wohl mal wieder Zeit, dass ich mich verlaufe. Eigentlich dachte ich, dass der Ausgang, den ich nahm, mich auf jene andere Bahnhofsseite bringen würde, zu der ich wollte. Denn mein nächstes Ziel war eine Shoppingmall mit Kino, zu der mir am Morgen der Touristeninfotyp eine kleine Karte gegeben hatte.

Ich konnte aber auch draußen wirklich niemanden entdecken, der irgendwie offiziell aussah, so dass ich ihn mal anquatschen könnte. Also bin ich wieder runter gegangen und habe Ausschau nach gelangweilten Wachmännern gehalten. Der, den ich dann irgendwann fand, wusste auch nicht, wo der Ausgang zur Nordseite war und führte mich zum nächsten Info-point. Also hätte ich gewusst, dass es auch sowas gibt, wäre ich natürlich zuerst da hin gegangen.

Der Weg wurde super erklärt und ich war sozusagen wieder in Ausgangsposition.

Irgendwie war ich jedoch zu doof den Straßenübergang zu finden und kam dann mit einem minimalen Umweg bei der Mall an. Eine Info gleich beim Eingang – genau so will ich das ! Dort erhielt ich dann meine letzte Karte für den Tag in Kyoto. Es waren ja auch genug, 5 oder 6, die ich mit mir herumtrug.

Ganz nach Plan kam ich zwar beim Kino an aber der einzige Film, den ich hätte sehen können war Lone Ranger und ich hätte damit nur noch 10 Minuten von der Mall bis zum Nachtbus gehabt. Unmöglich. Zu gefährlich.

Der Ersatzplan war es in einem Café zu sitzen und ein Buch zu lesen.

Der Plan scheiterte jedoch an der überwältigen Überfüllung aller Cafés beim Bahnhof.

Ein bisschen über 3 Stunden waren es, die ich noch herumkriegen musste. Meine Füßen taten weh, mein Hemd war mehr Schweiß als Stoff und ich war höllisch erschöpft. Klingt danach, als sollte ich meinen Orientierungssinn noch einmal herausfordern und die Gegend erkunden … NOT!

Vor dem Bahnhof hatte ich bei meinen morgentlichen Überlegungen, wie ich den Tag angehe (nachdem ich angekommen war) schon einen netten Platz gefunden, wo man sich auf eine dicke Steinkante setzen konnte. Doch bevor ich auch nur ein kleines Kapitel meines Buches geschafft hatte, war ich echt nah am Einschlafen. Also stand etwas Musikhören an. War auch nicht das Beste. Im Endeffekt saß/stand ich einfach die meisten Zeit an der Haltestelle vom Nachtbus und habe uninteressiert und irgendwie angepisst das Treiben um mich herum beobachtet.

Als der Bus ankam, was sich echt hingezogen hat!, endete endlich mein Aufenthalt in Kyoto.

 

Die Stadt ist sicherlich echt schön, es gibt vieles zu sehen und ich habe mir sagen lassen wie großartig und nett die Einwohner dort sind. Tja, für mich wars dann eben einfach scheiße.

 

 

Damit endet der erste Teil dieses Reiseberichts.

 

Der zweite wird bedeutend mehr strandiger und sandiger.

 

CU!

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Seid gegrüßt zu meinem 7. Blogeintrag.

 

Ich habe mich gefragt, ob ich selber meinen Blog lesen würde, wäre ich nicht ich; aber ich kam zu keinem Schluss und hoffe einfach mal, dass es nicht langweilig ist oder so.

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Ich gebe mir immerhin Mühe, auch wenn es keine Probelesung und dadurch auch keine Fehlerkorrektur mache. Es kostet so schon genug Zeit 😛

 

Und wenn der Blog für Jemanden Kacke ist … naja, was solls.

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Jedenfalls … was gibt’s so Neues?

 

Ich war da auf dieser Party. Da wurde gegrillt und die Leute, und besonders auch ich, haben viel von den Getränken getrunken, die man in Japan nicht unter 21 trinken darf. Nun, nichts Neues, hm?

Aber nach 20 Minuten auf dieser Party kam eine äußerst interessante Entwicklung zustande, die mich DORT hin brachte.

 

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Da war doch dieser Typ aus Peru, Jopseh, mit dem ich bisher einmal ganz kurz in Sheins Bar gesprochen habe; und ich sprach wieder mit ihm. Nach ca. 20 Sekunden Gespräch war ich zum Camping am Meer eingeladen. Wie geil ist das denn? Das einzige und wahrscheinlich auch nicht unerhebliche Problem: ich wollte diese Nacht noch zu zwei Bars und die Abreise zum Camping war zu dem Zeitpunkt in ca 10 Stunden.

Aber ich hab es leicht lädiert dann doch zum Treffpunkt geschafft und fuhr also mit mir wenig bekannten Menschen nach Hitachi zum campen am Meer.

Vorher waren wir noch kurz einkaufen und meine Nützlichkeit spiegelte sich schonmal darin nieder, dass ich den Leuten angeraten habe Trinkwasser zu kaufen und dass 4 sixpacks Bier nicht reichen. Beides stellte sich als ein guter Rat heraus. Wir hatten mit 8 sixpacks zwar immernoch zu wenig aber immerhin haben wir es damit über die Nacht geschafft.

Im Auto habe ich mich zudem noch als Grillmaster geouted, wodurch ich im Camp auch gleich eine Aufgabe hatte; und damit sogar eine, die ich gerne mache.

Der Höhepunkt meiner Nützlichkeit war schließlich, dass ich mir zwei Tage vorher eine mobile sound-box gekauft habe, wodurch wir am Strand Musik hatten!

Auf dem Campingplatz selbst waren wir natürlich in etwas Abstand zu den Japanischen Campern zugewiesen. Die ungehobelten Ausländer eben. Im Camp haben wir an sich auch nur BBQ gemacht und ca. als das BBQ zuende bekamen wir Ärger, dass wir zu laut sind und genau dann wollten wir ohnehin zum Strand gehen, der gleich um die Ecke war – einfach über die Straße und da. Perfektes Timing.

Nach dem perfekten Dinner aus Fleisch und Bier haben wir am Strand dann eine kleine Kuhle gegraben und ein Lagerfeuer gemacht. Die Leute hatten zwei Holzbündel dabei, welche aber nicht allzu lange gehalten haben. Nichtmal 40 Minuten, glaube ich. Von daher sind Joseph und ich, die beiden am meisten bier-gestärkten, losgezogen und haben die Sträucher und Bäume in Straßennähe, um etwas Holz gebeten. Etwas Kraft war alles, was die Pflanzenwelt von uns dafür verlangte.

Vier unserer Campmitglieder entschlossen sich dann nacktbaden zu gehen. Zwei davon hatten tatsächlich kein Badezeug an aber die anderen beiden haben sich ihrer Badebekleidung trotzdem entledigt.

Insgesamt 3 Mal haben wir an dem Abend Feuerholz geholt und ich habe keine Ahnung, wann ich überhaupt schlafen gegangen bin.

Wir hatten noch ein kleines, wenn nicht sogar winziges, Feuerwerk. Aber es war insgesamt echt scharf dort. Am besten fand ich wohl das Holz holen. Was den Betrunkenen nicht so für einfache Aufgaben so große Freude bereiten können.

Am nächsten Morgen war ich sehr erstaunt darüber, wie gut es den anderen ging, insbesondere Joseph, der ja mit mir mitgetrunken hat. Die anderen haben schon etwas am Strand geschlafen aber er war full force dabei und trotzdem … wieso ging es ihm so verdammt gut und ich war total im Eimer?

Meine Aufwachpose war flach auf dem Bauch, Füße hingen aus dem Zelt und ich bin einfach so ins Zelt gefallen wie ich war. Ein fantastischer Morgen. Wäre das Bier nicht alle gewesen … ouh.

 

Es gibt auch endlich mal ein Bild ab hier. Und zwar nachdem wir die Zelte abgebaut haben und aufbrechen wollten.

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Meine Gedanken zu diesem Zeitpunkt: Warum ?! Ich will schlafen !

Der Typ neben mir ist übrigens Joseph. Er trägt eigentlich eine Brille mit runden Gläsern. Sieht voll schräg aus. Der kleine Kerl in der Mitte ist Rafa aus Mexiko. Es fällt irgendwie schwer zu glauben, dass er ~30 ist. Die zwei Ukrainerinnen, mit denen ich zusammen in Japan angekommen bin, waren auch dabei.

 

Das Szenario nach meinem Aufstehen war eines, was ich an sich schon oft erlebt habe, aber bislang habe ich es immer von außen sehen dürfen. Als ich es aus dem Zelt geschafft habe, war alles andere schon abgebaut und ich war Mr. verkatert. Wie gut, dass wir nicht auf Wacken waren. Da hätte mich sicherlich Jemand mit nem Bier geweckt. Wobei das so gesehen auch nicht verkehrt gewesen wäre. Ein kleiner Konter und der Kater feiert mit.Lisa ganz rechts und zwei daneben in sehr farbig, Masha. Den Rest erläutere ich aus Bequemlichkeitsgründen einfach mal nicht.

 

Auf die Frage was wir essen sollen, habe ich auf Burger oder irgendwas mit viel Fleisch gedrängt. Doch wir gingen Sushi essen. Das Restaurant war direkt am Hafen und es hat draußen höllisch nach Fisch gestunken. Dazu war es auch noch echt teuer. Joseph, der wohl auch nicht so fitt war, wie ich dachte, empfiehl (ich hab das Wort nachgeschlagen!) mir Miso Suppe. Da hatte ich dann auch plötzlich total Bock drauf. Aber es gab nur Fisch- und Krabben- Miso. Ich entschied mich für Krabbe und es kam es dann auch. Direkt 3 halbe Krabben in meiner Suppe. Sehr .. fischig.

 

Unser eigentlicher Grund für den Ausflug war das Sandfestival, was in diesem kleinen Hafenstädtchen Ost-Japans stattfand.

Ich vergesse irgendwie manchmal, dass ich in Japan bin.

Doch jenes Festival war dann doch eher enttäuschend. Die Sandfiguren, die gebaut wurden, waren natürlich echt gut, aber die Überschaubarkeit ihrer Anzahl … nun; es gab bedeutend mehr Fressbuden, als Sandfiguren und selbst davon nicht sooo viele.

 

An dieser Stelle leihe ich mir mal ein Bild meiner Campmitglieder, um wenigstens eine Sandfigur teilweise zu zeigen. An sich waren die Figuren rundum gebaut und boten hinten wie vorne etwas zu sehen.

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Am Strand nahe des Festivals trafen wir dann noch mit drei weiteren Gruppen von Leuten aus Tsukuba zusammen. Ich kannte auch einige, wer hätte es gedacht, aus Sheins Bar vom trinken.

Auf dem Foto sind zwar nicht alle drauf, ich auch nicht, aber immerhin mal ein Foto zum zeigen.

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Wieso ich nicht auf dem Bild war? Man könnte fast denken, dass ich geschlafen habe. Das ist auch nicht ganz falsch, denn ich habe, als wir dort ankamen und unser Lager aufschlugen, tatsächlich erstmal eine Stunde geschlafen. Aber zu dem Zeitpunkt des Fotos unternahm ich eine einsame Strandwanderung. Da hatte ich total Bock drauf und es war auch echt cool.

An allen Tagen bevor wir campen waren, war es sonnig und super nice. Bloß als wir losfuhren, war es wolkig und das sollte sich auch nicht wirklich ändern. Als ich aber nun dort am Strand lag, unter wolkenverhangenem Himmel, und mich dem nötigen Schlaf hingab, öffnete sich die Wolkendecke, um mich gnädigerweise nicht an diesen Sonnenmomenten teilhaben zu lassen, aber mir gepflegt einen derben Sonnenbrand auf dem Bauch zu bescheren.

 

Leider hatte ich bei der Fahrt die Annmera nicht dabei. Das Aufstehen an sich war hart genug. Dann musste ich noch Joseph erreichen, um ihm halbwegs nüchtern zu versichern, dass ich wirklich mitkomme und dann schnell packen.

Quintessenz: die folgenden Fotos sind nicht von der Annmera.

Mein Schlaufon hat sich Mühe gegeben aber es ist eben nicht nur als Kamera gebaut.

Ungefähr der Ausgangspunkt, von dem ich zu wandern begann.

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Ein Felsen, der mich irgendwie in seinen Bann gezogen hat. Ich habe wirklich viele Bilder von dem Teil gemacht, aber irgendwie konnte nichts festhalten, wie ich es wirklich gesehen habe.

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Auch der Nebel sah in Real cooler aus.

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Der kleine Felsen im Wasser hatte schon von weiter her meine Aufmerksamkeit und ich wollte mindestens bis dort hin gehen.

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Hier kann man schon leicht die Struktur links am Strand erkennen, ich habe mich echt gefragt, was das war.

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Und es stelle sich als ein Haus herraus! Hätten wir sowas in der Nacht davor gefunden, wäre das zum Teil zu Brennholz geworden.

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Der Rückweg.

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Der Felsen kam wieder in gute Sicht.

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Ein letztes Felsenbild.

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Fast wieder beim Camp.

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Die kleine Fotoreihe schindet nicht unbedingt viel Eindruck aber es war echt nice dort, auch wenn ich dieses “nice” nicht in diesem Blog so rüberbringen kann, wie ich es gerne wöllte.

Also so viel zum Strand. Dieser unerwartete, trotz Verkaterung sehr amüsante Campingausflug nahm sein Ende mit einem schlechten Konzert von einem Idol und einem kick-ass Feuerwerk. Das war echt nice.

Natürlich habe ich keine Fotos. So gut müsste mich jeder mein lieben Leser kennen, nicht wahr?

 

 

Sagen wir mal Zeit ist eine Wasserrutsche.

Dann flutschen wir quasi durch die Zeit! Vielleicht sollte Flutschen als Wort zum Vorwärtsbewgen in der Zeit eingeführt werden?

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.. oder auch nicht. Es macht eventuell dahingehend Sinn, dass auch auf Wasserrutschen langsame und schnelle Passagen sind. Dabei sind die langsamen eher langweilig, aber man verweilt länger. Und wenn man Spaß hat, scheint die Zeit auch schneller zu vergehen. Daher der Vergleich.

Jedenfalls fluschte ich wie üblich vor mich hin und da war er: mein Geburtstag.

 

Anfangs hatte ich geplant das ganze allein zu veranstalten, aber es fand sich dann doch noch jener Kommilitone aus meinem Japanischkurs, der einen Tag vor mir ebenfalls Geburtstag hatte und wir schlossen uns für das Vorhaben zusammen.

Von uns bereitgestellt wurden: einer ganz Batzen selbst eingelegtes Hühnchenfleisch, Cola, Bier, Musik und ein Grill. Gefeiert haben wir vor dem Wohnheim an dem See, den man anhand seiner Seerosen meistens nicht mehr als solchen identifizieren kann.

Als die Party gestartet ist, wusste ich nicht, ob ich mit all den Leuten rechnen kann, die ich eingeladen habe. Man kennt es ja, es sagen immer viele ab und dazu kommt auch noch, dass ich hier in Japan bin – vielleicht sagen hier ja noch mehr Leute ab! Auch wenn etliche, wie vermutet, nicht kamen, auch Shein nicht, weil er 4 Tage durchgesoffen hat und gerade aus dem Krankenhaus entlassen wurde, aber wir waren wirklich nicht wenige und es hat mich gefreut, wer sich alles so hat blicken lassen.

Nur das Grillen lief weniger optimal. Gegen kurz nach 7 kam einer von den Security-Leuten, von denen mich bei meiner Schrott-Möbel-Aktion am Anfang schon einer belästigt hatte und wollte uns klarmachen, dass wir hier nicht grillen dürfen. Dass dort fast jeden Abend gegrillt wird und teilweise Lagerfeuer stattfinden hat er mit irgendwas begründen wollen, dass es heute besonders schlecht ist zu grillen, was auch immer. Er hat uns bis um 8 Zeit gegeben den Grill auszumachen. Dummerweise war er gerade mal an und noch zu heiß zum Grillen. Wir hatten quasi noch gar nicht begonnen. Gegen halb 8 kamen dann diesmal zwei Securities und waren aufgebracht wieso der Grill immernoch an ist. Vielleicht ist hier die Zeitrechnung anders? Ich weiß auch nicht, wo die halbe Stunde plötzlich war, die wir noch gehabt hätten. Sie haben sich dann wieder verzogen und meinte, dass es bis um 8 aus sein soll. So wurde es 8, aber niemand kam. Meine Idee war den Grill in den benachbarten botanischen Garten zu stellen und dort alles fertig zu grillen. Aber im Endeffekt haben wir ihn einfach ein paar Meter von der Grillstelle weg hinter Bäume gestellt. Fragwürdig inwiefern das was bringen könnte. Ich weiß gar nicht wann, aber so gegen 9 oder so, kamen dann wieder die zwei Securities und eilten an allen vorbei, mit denen sie hätten reden können auf den Grill zu. Anscheinen wirklich kein sehr schlaues Versteck. Einer von den beiden benutze sein Funkgerät und sagte irgendwas, aber so wirklich konnten die uns gar nichts. Denn sie sind zwar die Security aber sie haben keine Autorität, wenn man nicht unbedingt die Uni-Regeln bricht. Das, was sie uns hätten antun können wäre die „echte“ Polizei zu rufen. Denn die Kerle sahen schließlich fast identisch aus wie Polizisten. Und von daher müssen sie sich natürlich größtmöglich aufspielen, da sie es ja zu sonst nichts geschafft haben. Zwei meiner Leute, denen das ohnehin egal war, haben ihre StudentenID mit dem Versprechen das BBQ zu beenden, hergegeben, die sich einer der beiden Idioten in Uniform wichtigtuend notiert hat. Von daher haben wir den Grill wieder vorgeholt, die letzte Ladung Fleisch gegrillt und somit immerhin doch nichts verschwendet.

Nur durch die Störungen beim Grillen hat es natürlich länger gedauert und, wie ich im Nachhinein erfahren habe, haben einige Leute nichts von dem Fleisch abbekommen, weil sie sich beim Warten einfach so besoffen haben, dass es dann ohnehin egal war.

Trotzdem eine coole Feier. Ich hatte zwar schon geilere Feiern, aber für einige Leute, war das echt ein highlight, wie sie mir im Nachhinein dankend und mehrfach berichtet haben – Japan eben. Aber ich bin froh, dass ich den Leuten eine geile Feier bieten konnte.

Wir sind dann als der Grill aus war und alles aufgeräumt war zu Sheins Bar gezogen. Er hatte immernoch das Pflaster vom Tropf an seinem Arm und hat auch nichts getrunken aber es war trotzdem cool, er hatte super viele Gäste und einen wirklich nüchternen Shein an der Theke zu sein ist auch was besonderes.

 

Ich versuche hier mal ein paar nette Partybilder aufzuzeigen.

 

Der Grill ist an, ich bin Schuld. Aber so soll es ja sein.

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Sehr auffällig vorne im Bild: Baba-San. Ren und Tatsuya rechts kamen extra aus Tokyo. Die haben haben sich auch derbe abgeschossen. Zwei Leute auf dem Bild kenne ich nicht mal und weitere zwei kaum, wovon ich dabei von einem nichtmal den Namen habe.

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Dara wusste einfach, was sie mir zu schenken hat!

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Aber auch Baba-San ist glücklich über die Getränkeversorgung.

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Ein sehr internationales Bild. Von links: (China), (Polen), USA, 2x Japan, Lettland, (Spanien), Indonesien, (Frankreich). Die Klammern sind für die Leute, die im Hintergrund sichtbar sind, aber nicht zu den 5 gehören, die eigentlich das Bild ausmachen.

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Tama-Chan gut dabei und ebenfalls im Jimbei unterwegs. Ich fühlte mich dank ihm nur halb so doof, obwohl alle meinten, dass es verdammt cool ist.

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Kazuma-San am Grill. Der Mann, der mit den Securities wenig erfolgreich bei den ersten zwei Aufeinandertreffen verhandelt hat.

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Das Grillzeug wandert.

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Keine Party ohne Tekini, the fireman. Aber eigentlich hat er die Party fast verpasst, weil ich nicht davon wusste.

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Was auch immer Kazuma mir dort gibt. Er findet es sehr witzig, aber Jun und Toshi im Bild wohl eher nicht.

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Das sieht doch nach Party aus, und auch so als ob Dhani und Tan-San sich irgendwie vordergründig in das Bild von Baba-San, Tama-Chan und mir geschlichen hätten.

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Bieten wir doch hier einen rasanten Kontrast zu der Party.

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Ja, mir wurde ein Shinto-Schreib gezeigt, der ganz in der Nähe von dem Wohnheim ist. Sehr schön anzusehen – danke dafür, Inka.

Sonderlich viel Fotos habe ich davon nicht gemacht – in fact: 2.

Das ist dieses Säuberungsbecken, was ich wegen dem Drachen, aus dem das Wasser tropft ganz cool fand. Aber auf dem Bild ist der Drache eher mikrig. Das Wasser an sich sieht auch nicht so aus, als ob man sich damit säubern möchte. Tote Insekten undso. Ist eben kein viel besuchter Schrein. Eher versteckt und ohnehin Countryside.

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Und hier wollte ich so tun, als ob ich in einem Bambuswald war. Aber richtig fotografiert erreicht man diesen Effekt auch schon mit einem paar Bambusbäumen, die mal hier und da rumstehen.

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Das soll dann auch dieser Blogeintrag gewesen sein. So gesehen ein Bericht über zwei Besäufnisse. Klingt nach einem guten Beitrag.

Mir wurde angetragen, dass ich mal öfter schreiben soll. Hm … schwierige Angelegenheit. Ich meine, in meinen Berichten werden die, meiner Meinung nach, interessantesten Begebenheiten grob dargestellt. Wenn ich mehr schreibe, würde das ganze näher an ein Tagebuch kommen und viel triviales würde erwähnt werden. Sollte Jemand Trinken als trivial ansehen, ist mein Blog ohnehin … nunja, lassen wir das Adjektiv weg.

 

 

Diesen, siebten, Beitrag möchte ich mit etwas besonderem Abschließen.

Das Internet als Informationsquelle hat schon so manchen Wissensdurst gelöscht und manchmal kommen auch einfach nur Fragen, weil plötzlich sie durch das Internet beantwortet werden können. Das ist so wie Produkte, die plötzlich von Konsumenten gekauft werden, weil das Marketing den Menschen suggerieren konnte, dass sie diese Produkte wollen, wenn auch nicht brauchen. Eine Idee, die mich schon immer fasziniert hat.

Die Frage, die in mir aufkam, einfach nur, weil ich deren Antwort sah ist durchaus … unkonventionell. Also so wie ich es mag.

Man stelle sich vor Katzen können fliegen, oder besser noch schweben und nutzen dies als ihre Fortbewegungsmethode. Wie würde das wohl aussehen? Kann man sich so etwas vorstellen? Das Internet machte es möglich.

 

Highspeed Flugkatze!

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またね~

 

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Reisen oder auch nicht reisen. Trinken ist immer dabei.

Here we ! (ich hoffe irgendwer versteht diesen Wortwitz)

 

Ich habe jetzt eine ganze Weile nicht mehr geschrieben, was bedeutet, dass viele Details von mir einfach nicht mehr wiedergegeben werden können. Schon hart oder? Das Leben bietet uns Ereignisse in derartigem Detail, dass unser Speicher das alles nur kurzfristig erfassen kann. Oder vielleicht trinke ich auch nur zu viel und vergesse das meiste; die Antwort liegt in Euch !

 

Oder liegt die Antwort in diesem Bild und heißt Jack Daniels? Ich hoffe nicht, aber ich mag das Bild irgendwie.

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Zuerst ist zu sagen, dass ich wieder angefangen habe zu trainieren. Es ist immerhin kostenlos an der Uni. Alles was mir im Weg steht ist selbstverständlich: Motivation. Anfangs war ich absolut übermotiviert. Dann bin ich krank geworden, direkt danach ne kleine Verletzung und schon wird die Übermotivation zu … nichts.

Zwei Mal die Woche schaffe ich es trotzdem meistens ein paar Gewichte zu heben.

Hier ein Bild von dem Abend, an dem ich mich zum pumpen eingeschrieben habe

Ich wollte dieses Foto natürlich wegen der Witzigkeit des Namens des Gebäudes. Ich pumpe im T-Dome!

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Eigentlich ist das nur eine Zwischenlösung, da das eigentliche Gym beim Erdbeben zerstört wurde. Der T-Dome ist eine Art riesige, stabile Zeltkonstruktion. Aber neben dem Dome gibt es auch noch ein recht altes Gym, nichtmal eine Minute vom Dome entfernt, und ich nutze meistens beide. Es ist etwas erschütternd zu sehen, wenn Japanerinnen mit ihrer üblichen, sehr schlanken Figur im Gym mehr Power zeigen als ich. Aber man pumpt ja, um das zu ändern.

 

Zum Thema Sportmotivation habe ich mir erlaubt eine Teilgleichung der Gleichung unseres Lebens aufzustellen.

 

L = (Sp + Sa)

–>

Leben = (Sport + Saufen)

 

Wenn man plötzlich mehr Aufwand an die Leber als an die Muskeln überträgt, muss, damit L konstant bleibt, Sp im gleichen Maße fallen, wie Sa gestiegen ist.

Einleuchtend, nicht wahr?

 

Um das ganze zu untermalen; eine Illustration dieser Weisheit.

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Ich finde es ist äußerst philosophisch darüber nachzusinnen mit welcher Lautmalerei man die Gesichtszüge dieser beiden Denker wiedergeben könnte.

 

 

 

Nungut, etwas anderes.

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Ich war endlich mal in Japan Sushi im Restaurant essen.

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Es hat mich nicht unbedingt umgehauen und ich fand es auch nicht besonders viel besser als das, was ich mir gelegentlich im Supermarkt kaufe.

Doch die Gesellschaft hat es gemacht. Es waren Inga, Dmitry und Takuma dabei, wie zu unserer Blumen-tour, plus ein Typ aus Indonesien, Dhani. Komischer Vogel, aber ok.

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Von Dhani gab es irgendwie kein Foto.

 

 

Ich hatte ja dieses äußerst unangenehme Taubenproblem auf meinem Balkon und war kurz davor die Viecher wirklich zu einer blutig, matschigen Masse zu klopfen. Bloß mein erster Versuch mit einem Besen ging etwas schief.

Jedenfalls habe ich doch tatsächlich eine friedliche Lösung gefunden, wobei das radikalere mir langfristig wahrscheinlich mehr geholfen hätte.

Die Ecke, in der die Scheißer genistet haben konnte mit einfachsten Mitteln verschlossen werden, welche ich andernfalls als Tötungswerkzeuge umfunktioniert hätte: Holzlatten.

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Letztens ist eines der Mistviecher in mein Zimmer geflogen und hat auch meine Wäsche gekackt. Schon komisch, dass die Optimallösung für mein Problem Tötung gewesen wäre ..

 

Aber meine Balkontür ist seit neustem von einem Insektennetz bedeckt, und hier fängt auch die nächste Kurzgeschichte an.

Da hatte ich als 2 Fenster-Insektennetze aber keine wirkliche Verwendung dafür. Denn eigentlich isses nicht das cleverste die Balkontür mit einem Netz zuzukleben. Das beraubt einen Balkon gewisserweise seines Zweckes. Doch es ist nicht unbedingt kalt hier, weshalb es ganz angenehm ist, die Balkontür auch nachts offen haben zu können.

Also war der Plan mit Fensternetzen eine Tür zu bekleben. Da so ein Netz zwar nicht lang genug für dich Tür ist, aber zu breit. Habe ich das Netz seitlich beschnitten und unten wieder drangenäht.

Man kann hier fantastisch erkennen, dass ich mir anfangs echt Mühe gegeben habe und ein Meisterwerk erschaffen wollte, dann den Prozess beschleunigen wollte, und letztendlich das ganze als Scheiss-Idee abgetan habe, aber wenigstens irgendwie zum Schluss kommen wollte.

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Sieht kacke aus, und funktioniert auch nicht wirklich. Die Klebeflächen machen Probleme und ich es müsste vielleicht etwas größer sein, damit die Klebeflächen nicht so viel Spannung abbekommen.

 

Eine weitere Errungenschaft. Wahrscheinlich von einem Designer, der versagt hat hat. Denn an sich waren Schilder von einem Designernamen an diesen Shirts angebracht, aber ich habe sie in einer Kramecke für kleines Geld gefunden. Ich wollte das Paul das weiße nimmt, aber er sich wehement geweigert aber weil es so billig war, hab ich es ihm halt ausgegeben. Er bekommt immerhin auch kein Stipendium und trinkt trotzdem mit mir bei Sheins.

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Eigentlich haben wir die Shirts nur genommen, weil wir dachten, dass sie so bescheuert sind. Vor allem wegen dem Spruch … his sword must be bamboo … aber im Nachhinein wurde Paul auf sein Shirt angesprochen, dass es ihm wirklich gut steht. Ich geb ihm ein Shirt aus und er bekommt das Lob. Naja, beliebt müsste man sein.

 

 

 

Zurück zu – was schon – zu Sheins Bar.

 

Es hat sich so ergeben, dass ich jede Woche Freitags dort aufschlage, und manchmal auch außerhalb Freitags.

An jenem Freitag haben wir wie üblich hart getrunken bis keine Sau mehr da war. Es kamen noch zwei Mädels aus der Hostessbar, um nochmal ungezwungen bei Shein einen Drink zu haben. Wir waren noch 4 Leute, Tama-Chan, ich, ein Pakistani, Khan, und ein Afrikaner, Baro. Khan hat den typischen dicken Schnauzbartlook und Baro sieht aus, als wenn er vor 2000 Jahren Kolosseumskämpfer hätte werden sollen.

Khan und Baro hat nur noch gefehlt, dass sie sabbern, dann wäre das Bild perfekt gewesen, was sie vor den beiden Mädels abgegeben haben. Ich weiß aber ehrlich gesagt nicht genau, wieso sie an diesem Abend noch zu Shein gekommen sind. Denn die eine war derart Müde, dass sie nach kürzester Zeit am Tisch eingeschlafen ist. Kurzer Aufenthalt für die zwei. Aber sie kommen immer mal wieder zu Shein und haben sich letztens vor Baro und Khan als lesbisch ausgegeben, schlauer Zug.

Jedenfalls sind Tama und ich, nachdem die zwei dann auch gegangen sind, losgezogen, um noch irgendwas zu machen, ich weiß gar nicht mehr was unser genauer Beweggrund war zu gehen. Aber das wusste ich auch schon nach dem Aufwachen nicht mehr. Wir hatten dann noch ein Bier auf ner Bank vor einem Kombini in der Nähe und Tama hat sich Papier gekauft, um einen Glückwunschzettel für einen Freund zu schreiben, der Geburtstag hat. Es war schon lange wieder hell und ein wirklich fantastischer Morgen. Ich habe mich selten so gut gefühlt früh morgens total betrunken zu sein. Tamas Glückwunschschreiben sah war denkbar einfach gehalten. Die Zettel, die meine Mutter mir geschrieben hat, um mir mitzuteilen, dass ich Essen zum Aufwärmen im Kühlschrank finde, sahen kunstvoller aus. Aber der Wille zählt.

Wir fahren also zu diesem Freund. Fragwürdig finde ich ja, dass die Tür von dem Apartment einfach offen ist. Er war auch zuhause; aber er lag vor dem Klo. Zettel drauf gelegt, weitergezogen. Eine Etage darunter wohnte zufällig Tamas beste Freundin. Sie spricht auch fließend Deutsch als zweite Muttersprache aber an dem Morgen war niemand mehr ansprechbar. Halb so wild. Eine Etage tiefer war ein 24-Stunden Ramen-Restaurant. Wahrscheinlich hätte mich an diesem Morgen fast alles glücklich gemacht, was halbwegs gut schmeckt; und so auch diese Ramen.

Es war einer von diesen Morgen, wo man es einfach so unglaublich witzig findet früh morgens nach einem Bar-gang noch Essen zu gehen und einfach laut loslacht, weil man so hart ist. Grandios.

Am Folgetag haben wir uns auch wieder zu Shein verabredet. Scheißidee. Uns gings nicht so blendend aber nach ein paar Bier sind wir, diesmal bedeutend eher, wieder in den Ramenladen gefahren und waren die nächsten zwei Folgewochen auch jedes Wochenende dort. Ich muss mal nach einem Foto mit dem Ramen-Master fragen. Ich finde den irgendwie witzig, weil er immer lächelt.

 

Ich denke es war das Folgewochenende. Zu Samstag war ich mit Inga, Dmitry und Takuma auf einen Trip nach Nikko verabredet. Es soll dort recht schön sein was Tempel und sowas angeht, aber ich wäre nur der Begleitung wegen mitgekommen. Allein ist son’ Zeug nichts für mich.

Doch es hatte sich ohnehin erledigt. Tama und ich haben an diesem Freitag wieder gut losgelegt, was dazu führte, dass ich mich zwischen 13 und 14 Uhr das erste Mal aus dem Bett bewegen konnte. Abreise nach Nikko war: 8:30. Knapp!

Eigentlich wollte ich mich an dem Freitag deshalb auch stark zurückhalten, aber es gab vorher eine Grillparty mit minimalem Eintritt. Dummerweise hatten die Leute den billigsten Vodka organisiert. Fachkundige wissen, was das mit dem Verlauf des Abends und des Folgetages zu tun hat.

Einmal im Monat findet auch die „Bierparty“ statt. Ein Arab-Amerikaner namens Husein mit reichen Eltern lädt an dem Tag alle Leute, die er so auf Parties finden kann, inklusive deren Freunde, in seine Bude auf Freibier ein. Nikko war verpasst, aber ich sah meinen Ausgleich in der Party. Naja, der Billigvodka ließ meinen Magen nicht unbedingt full-power mitspielen aber es war OK. An dem Abend habe ich Tama 3 Mal verpasst und war gegen 1 Uhr zuhause. Muss auch mal sein.

 

Das Folgewochende, quasi letztes Wochende, war ich wieder auf Samstag verabredet und obwohl ich wusste, dass es doof ist … natürlich war ich Freitags bei Shein !

Diesmal war meine Verabredung aber 16 Uhr … jedoch in Kita-Senju (Tokyo).

An den Freitagen bin ich, wie irgendwo vorher schonmal erwähnt, immer erst beim Omochi-Language-Club. Also erst english quatschen, dann Japanisch üben und dann essen gehen. Dieses Mal wurde ich beim Essen auch gleich noch zum Trinken eingeladen. Praktisch war: es war direkt vor meinem Wohnheim; unpraktisch: ich war gerade in unmittelbarer Nähe von Sheins Bar. Aber egal, ich bin nochmal mit den Leuten nach Ichinoya gedüst und hab da ein paar Bierchen und polnischen Vodka gehabt. Gues Zeug: Zubrowka. Den mag ich auch in Dschland. Witzigerweise waren wir 4 von 6 Studenten aus meinem Sprachkurs. Nur die zwei Mädels waren nicht dabei. Paul war eben Paul, dann noch Christian aus Polen, der aber in England wohnt, der den Vodka dabei hatte und Eason aus Thailand, der vorher schon betrunken war. Super witziger Kerl.

Danach sind wir alle noch zu Shein gefahren, aber es war der lahmste Freitag bisher. Keine Ahnung was los war. Aber besser für mich und den Samstag. Als letztes habe ich mich noch ganz spontan mit Tama auf den Sonntag in Tokyo verabredet. Er wollte mit mir nach Asakusa fahren. Warum auch nicht!

 

In der Woche, war ich auch mal ganz kurz am Mittwoch bei Shein. Wie der Zufall es so wollte kam vielleicht eine Minute vor mir auch Tama dort an und hat sich gerade mit Shein darüber unterhalten, dass er mich ja am Samstag die ganze Zeit verpasst hat. Da an dem Tag einfach nichts los war, habe ich mal Fotos von Sheins Bar gemacht, wo sie schonmal leer war.

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Als dann nur noch Shein und ich da waren, wollte ich auch gehen. Aber er hat mir noch ein paar Shots on the house angedreht für meine Gesellschaft und dann kam Husein reingeplatzt „lets have a ride!“ Er liebt sein amerikanisches Auto. Auch wenn sein Akzent super hart arabisch ist, ist er wohl sehr Amerika-patriotisch. So fuhren wir durch Tsukuba auf der Suche nach einer Bar, die nicht schon zu hat, weil niemand kommt, oder gerade zumacht, oder uns rausschmeißt, weil sie Shein nicht leiden können. Wir waren wirklich lange unterwegs aber irgendwann fanden wir eine Bar, die uns auf 1 (!) Bier reinließ. Husein war auch superhungrig aber sie hätten ihn nur gebratenes Gemüse bestellen lassen. Schon komisch, dass die anderen Gäste auch noch was anderes bekommen haben. Unsere Rechnung für 3 Bier war auch etwas bizarr: 1470 Yen. Wer nimmt denn 490 Yen für ein Bier? Also es ist 10 Yen billiger als der durchschnittliche Bierpreis in Bars hier aber trotzdem.

Es war trotzdem sehr interessant mal mehr von Tsukuba zu sehen. Am Ende waren dann nur noch Shein und ich in Bar-Progress. Relativ nah zu Sheins Bar und er und die drei Brüder, die die Bar leiten sind auch befreundet. Die drei haben wohl mächtig Dreck am stecken aber ihr Vater ist der einflussreichste Polizist aus der Gegend und ermöglicht ihnen weiterhin auf freiem Fuß zu sein. Aber nette Typen und in Japan kommt man ja schon in Probleme, wenn man nur einen Joint in der Hand hat.

Der Abend fand seinen Abschluss, als Shein mich noch zu sich nach Hause auf home-made indacurry eingeladen hat. Irgendwie tut mir seine Frau ja leid, aber das konnte ich nicht ablehnen. Der Donnerstag, was das erste Mal, das ich bei Japanisch gefehlt habe.

Ich komme sicherlich nochmal an Fotos von den drei Brüdern, ich wollte auch mal in ihre Bar kommen. Nicht so wie Sheins aber auch ganz nett.

 

 

Zurück zum Wochenende in Tokyo.

 

Ich würde nicht sagen, dass ich mich allzu fit gefühlt habe auf der Zugfahrt. Aber es war gut; und vor allem die Fahrradfahrt zum Bahnhof hat mein System wieder zum laufen gebracht.

Zuerst habe ich mich mit Tatsuya in Kita-Senju getroffen, um dann gemeinsam nach Shinjuku zu fahren. Ich wollte mir eine neue, kurze Hose kaufen. Tatsuya hat eine für sich gefunden, ich aber nur ein Hemd. Das lag größtenteils daran, dass das meiste in Shinjuku ab 9000 Yen gekostet hat und das wars mir dann doch nicht wert. Verwundert war ich darüber, wie viel Retro-Kram es doch gab. So Hippy-like Zeugs. Tatsuya hat mich auch gefragt, ob wir in die „verdächtigen“ Geschäfte gehen wollen, denn Shinjuku ist schließlich die Stadt des Ecchi. Aber die Erklärung für das belasse ich im Bedarfsfall auf Recherche per Eigeninitiative.

Als ich dann bei einem gesagt habe, klar wieso nich, hat er auch zurückgezogen. Bei meinem letzten Aufenthalt haben Tatsuya und Tsubasa mich auch bedrängt, dass sie mir eine japanische Frau vorstellen. Als ich dann irgendwann eingewilligt habe, waren die beiden mehr geschockt als ich beim ersten Hören ihrer Idee. Wenn aus teasing Ernst zu werden droht :p

 

Tsubara hatte leider keine Zeit uns in Shinjuku zu begleiten, weil er noch gearbeitet hat aber wir trafen ihn dann in Kita-Senju an, wohin wir nach einigen Stunden Rumlaufen in Shinjuku hin zurückgekehrt sind. Die Rückkehr war gar nicht so einfach. Tatsuya meinte, er verläuft sich meistens am Bahnhof von Shinjuku. Ich kann ich voll verstehen, denn ich hatte keine Ahnung wo da links oder rechts war.

Wir haben dann ein Bisschen was in einer Bar gegessen und Tatsuya und ich haben noch ein bischen getrunken, aber ich war ehrlich gesagt sehr geschafft vom Vortrag und von dem ganzen Rumlaufen.

Die Nacht habe ich dann wieder bei Tsubasa im japanese-style-room verbracht. Auf dem Weg zu Tsubasa sind wir aber in einen echt heftigen Regenschauer gekommen, der uns aber nicht davon abgehalten hat nur ein Bierchen und Snacks im Kombini zu kaufen. Diesmal ist Tatsuya auch dort geblieben. Er schien betrunkener gewesen zu sein, als ich an dem Abend realisiert habe.

Aus einem von mir nicht nachvollziehbaren Grund hat sich Tsubasa seinen Wecker auf irgendwas gegen 10 Uhr gestellt. Wieso tat er das? Wir wollten gegen 2 in Asakusa sein … wieso 10?!

Hochgradig verschlafen habe ich mir zwei Buletten (wirklich lecker) reingeschoben und nochmal so 90 Minuten gepennt. In der Zeit ist Tatsuya nach Hause gegangen, um zu Baden, da er gleich um die Ecke wohnt, und wir haben uns gegen 1 wiedergetroffen und sind zum Bahnhof gewandert.

 

Die Menschenmassen in Asakusa haben von ihrer Dichte Shinjuku noch übertroffen. Das hat es etwas erschwert Tama zu finden, den ich ja dort treffen wollte. Ich habe zwar die ganze Zeit Japanisch gesprochen, aber da mein Japanisch schwerwiegend kacke ist, war das Telefonat mit Tama nicht unbedingt der Knaller um herauszufinden, wo er gerade ist. Mit Tsubasas Hilfe haben wir uns dann doch noch treffen können und es stellt sich heraus, das wir an wirklich unterschiedlichen Teilen der Stadt angekommen sind.

Mein Ziel für Asakusa … ja was wollte ich da eigentlich? Tama wollte mir das unbedingt mal zeigen und ich habe mich entschlossen, dass ich einen Fächer und einen Jinbei kaufen will. Gesagt, getan.

Ansonsten habe ich keine Fotos davon gemacht. Ich bin wohl einfach zu wenig Touri um sowas zu machen. Aber ich stelle einfach mal Fotos von Google rein. 怠け者Style!

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Da waren halt diese Unmengen von kleinen Shops aneinander gedrängt, wo man traditionelles japanisches Zeugs kaufen konnte. Ich war auch überlegt mir zu dem Jinbei noch so Sandalen zu kaufen und Tama hat mir eine Pfeife empfohlen, aber es blieb dann bei Jinbei und Fächer.

 

Das hier ist das Tor vor dem großen Tempel, der das steht.

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Tsubasa hat auch gebetet, worauf ich ihn nach seinem Glauben gefragt habe, den er aber eigentlich nicht hat. Wir West-Menschen verstehen japanische Religion einfach nicht. Können wir nicht.

Von dem Tempel an sich finde ich kein Foto, aber das hier! Wenn man sich den Rauch zuwedelt soll das den Kopf reinigen. Die drei haben mich genötigt das zu machen. War sehr peinlich für mich aber sie schienen tatsächlich daran zu glauben, obwohl sie ja eigentlich nicht glauben … wir können es einfach nicht verstehen.

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Ich denke, dass ich bald an Bilder von mir mit meinem Fächer und Jinbei kommen werde. Tama brachte mich auf die Idee einen Jinbei zu erstehen, da er sehr oft einen trägt, wenn er zu Sheins Bar kommt und ich werde mich einfach mal anschließen. Baka-Gaijin-Level: unmeasureable.

Ich finde übrigens das japanische Wort für Fächer viel besser als ‘Fächer’ oder ‘folding fan’ … Sensuu !

Von Toren, Tempeln, Rauchdingern und zu vielen Menschen zurückgekehrt in Kita-Senjuu ist Tsubasa nach hause gegangen und wir verbliebenen drei wollte entweder in eine Bar oder Yaki-Niku essen gehen. Bars geschlossen, Yaki-Niku ausgebucht oder ebenfalls geschlossen. DIE Alternative schlechthin, wenn was nicht passt: Bier vom Kombini. Sollte ich mich Assi fühlen? Irgendwie habe ich den Eindruck während ich das so verfasse.

Jedenfalls war es gegen 16 Uhr als wir in Kita-Senjuu ankamen und haben es dann gegen kurz vor 5 oder so geschafft ein Yaki-Niku-Geschäft zu entdecken. Falls Jemand nicht weiß, was das ist. Ein Bild zum neidisch machen:

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Es gibt halt auch wirklich gute Dinge an Japan. So wie einen Grill auf oder in dem Tisch.

 

Nach dem Essen hatte dann auch endlich Hub the Pub offen und wir gönnten uns nochmal 3 Drinks bevor wir unserer Wege zogen. Wobei ich den bedeutend weitesten hatte … 40 Minuten mit dem Zug und nochmal 15 Minuten Fahrrad.

Trotzdem sehr nice. Besonders weil Tama noch dazu kam und wir in Asakusa waren. Auch unseren Abschluss in Kita-Senjuu will ich nicht verachten.

 

 

Jeder Blogeintrag nimmt einmal sein Ende, und so auch dieser.

Er hat mich wiedermal recht viel Zeit gekostet und eigentlich sollte ich mal für meine Wirtschaftsprüfung nächsten Montag lernen. Wird schon. So wie immer.

 

Diesmal habe ich echt viel über Tama geschrieben, oder es kommt mir nur so vor. Vielleicht habe ich demnächst mal Bilder von ihm. Vielleicht auch mal von Tatsuya. Er wollt eigentlich diesen Freitag nach Tsukuba kommen. Aber als er sich das nüchtern nochmal überlegt hat, ist ihm nicht nur aufgefallen, dass er verkatert ist, sondern auch, dass er eigentlich mehr für die Uni machen muss. Schade, aber seine Entscheidung. Ich kann ihm noch mehr Kater und falsche Entscheidungen bieten.

 

 

Diesmal ein Shein-Special Blog-Ending.

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Ich hab’ Sonnenbrand, aber das hat nichts mit dem Post zu tun.

Hallo und willkommen zu meinem dritten Blogeintrag.

 

 

Ich bin hier zwar im Land der Pokemon und Supermenschen, wie jeder aus der westlichen Welt aus sicheren Quellen natürlich weiß; aber die Geschehnisse überschlagen sich dann doch nicht so, wie man sich bei all dem Welt-Retten und Pokemonchampion-Werden gedacht hätte.

Dennoch bin ich relativ zufrieden. Ich hab es immernoch nicht geschafft mir meine Gym-Erlaubnis zu besorgen und neben meinem Tutor hab ich keine wirklichen Japanischen Bekanntschaften an der Uni. Deeeshalb bin ich auch in 2 Clubs eingetreten. Naja, es sind offene Clubs und ich kann einfach hingehen oder es lassen. Der Ein oder Andere meiner Lese weiß vielleicht ein wenig über die Club-Kultur an Japanischen Schulen und Unis Bescheid.

Jedenfalls bin ich jeden Dienstag im Baukuchenの会 (Baumkuchentreffen). Paul und so ziehmlich die meisten Deutschen, die an Uni Tsukuba sind, kommen auch. Der Club ist für Leute, die an Deutsch interessiert sind, und als Deutscher ist man sozusagen Anschauungsmaterial undso. Der Prof, der dem Club vorsteht, spricht fließend Deutsch und die Japaner scheinen auch nicht allzu schlecht zu sein. Dort haben wir jeden Woche Vorträge von denen, die sich das antun möchten. Dabei tragen die Japaner auf Deutsch vor und die Deutschen auf Japanisch. Ich habe mich auf Zusprache von Paul auch dazu bereit erklärt einen Vortag zu halten. Das wird die erste Powerpoint-Präsentation meines Daseins. Am 02. Juli über … Wacken! Wenn Jemand abgefahrene Bilder für mich hat, bitte schicken.

Der andere Club ist der Mochi Language-Club, dem zur Zeit mein Tutor, Takuma, vorsteht. Dort findet sich jeder ein, der irgendeine Sprache lernen will. Zuerst fasst Takuma zusammen, von welchen Sprachen es so Muttersprachler oder Sprachkundige gibt und dann kann jeder angeben in welcher Sprache er denn sprechen möchte. Takuma teilt dann Gruppen ein, in denen zuerst die gewählte Sprache gesprochen wird, und dann Japanisch. Quasi kann ich mich zuerst super mit den Leuten unterhalten, und dann wird’s dezent kacke für mich und mein japanisch. Aber hey, ich gebe das echt nich’ auf! Das erste Treffen habe ich leider verschlafen, da ich Energie für Sheins Bar tanken musste, weshalb Takuma dort nicht einen Deutschsprecher hatte, aber drei Leute, die es sprechen wollten. Beim zweiten Mal kam dann niemand, der Deutsch sprechen wollte. Aber ich mag Englisch ohnehin lieber, wenn ich nicht unbedingt mit deutschen Muttersprachlern rede.

In meiner Gruppe waren natürlich alle mit übel krassem Japanisch am Start. Wie sollte es auch anders sein. Dennoch will ich jede Woche wieder dort hingehen und mich abmühen.

 

In dem letzten Beitrag befanden sich ja zwei Fotos von mir in Sheins Bar. Das erste mit nur mir und Shein war von meinem … ehm, dritten Ausflug zu Shein, denke ich. Das Wetter war kacke und Paul und ich waren eine ganze Zeit nur mit Shein zu dritt. Dann kam witzigerweise Yu-Chan. Ich glaube, er heißt Yusaku. Hab ich das schonmal erwähnt? Ich hoffe nicht. Jedenfalls war ich am Tag davor auf einer new exchange students welcome party, die meine Tutor ebenfalls mit-organisiert hat. Es reicht ihm scheinbar nicht einen Club zu manangen und mit Bio eins der zeitintensivsten Fächer zu haben. Die „Party“ war eigentlich nur Getränke und Snacks bei dem echt nicht warmen Wetter vor einem der kleinen Teiche unserer Uni. Aber hey, Getränke für einmal 300Yen! Zwei Japaner haben die Ausschank übernommen, ein Mädchen und nennen wir ihn mal Yuu. Zuerst habe ich meine Drinks von ihr geholt. Wenn Alkohol eine prägnante Farbe hätte, wären meine Drinks trotzdem nicht farbig geworden. Aber Yu.. ! 50/50 und am Folgetag wusste ich, woher er das hatte. So als häufiger Gast bei Sheins. Für einen Japaner eine Ausnahme, ich mag es Ausnahmejapaner zu treffen, denn er ist übel groß, spricht fließend Englisch und trinkt. Irgendwer hat mir auch erzählt, dass eine Deutsche Freundin hat. Ausser, dass ich den Kerl unerwartet wiedergetroffen habe, war an dem Abend bei Shein diesmal nicht wirklich was los.

Die dritte Woche war recht flach, um es mal so zu sagen, und die Kurse, die ich Besuche sind leider auch recht langweilig. Japanese Economy: habe ich leider schon alles einmal gehört. Der Prof des Kurses heißt Yoshinori Kurokawa und nachdem er uns die Bedeutung der Kanji seines Namens nahegelegt hat, wurde er für mich und meine Banknachbarin, die ich von Paul kannte, Master Black-River, the Teacher of Justice. In dem Kurs ist nicht nur sie, sondern auch Lisa. Immerhin. Ansonsten ist da noch Introcduction into japanese clulture I. Davon hatte ich mir viel erhofft. Jetzt lerne ich die Entstehung von Religion in Japan vom Urschleim an. Pff… Zuletzt ist da noch special topics of modern history. Der Prof ist Deutscher, Prof. Kleinschmidt. Ein alter, seltsamer Kerl. Das Thema könnte unter Umständen interessant präsentiert werden, auch weil der Mann Feuer und Flamme dafür ist. Aber die Nutzung von Sprechpausen verliert bei bestimmter Quantität nicht nur ihre Wirkung, sondern bringt die Hörerschaft eher zum Einschlafen, als dass es spannend ist … es ist teilweise echt hart die Augen offen zu halten. Paul und ich haben den Kurs gewählt, weil er uns empfohlen wurde und es geht thematisch um die theory of states und wie danach ein Staat gefährdet werden kann. Yusaku ist auch in dem Kurs habe ich letzte Woche festgestellt, aber wie lange ich noch da bin, weiß ich nicht. Mindestens einmal aber noch: zur Klausur 😛

Kommen wir lieber zur 4. Woche, die zu diesem Zeitpunkt gestern geendet ist, was heißt, dass der Blog aufgeholt hat 😀 (aber ich brauche sicherlich noch den Rest der Woche, um das hier fertigzustellen)

 

In jener Woche war natürlich wieder Baumkuchen und die ersten Vorträge wurden gehalten. Thematisch: flach. Ich habe Hoffnung, dass ich schlecht sein kann. Aber interessanter ist die Nacht nach dem Club. Auf dem Hinweg ist Paul und mir sofort aufgefallen, dass irgendwas anders ist.

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(featuring Paul as guy in the Bücherberg-shadow)

 

Wem wäre das auch nicht? Immerhin ist dort ein Bücherberg vor dem Gebäude!

Aber es kam noch mehr. Der ganze, nichtmal kleine, Innenhof zwischen den Gebäuden an diesem Ort war voll mit aller Art Möbeln und Bürobedarf. Manches davon museeumsfähig, wenn es ist schon zerschmettert worden wäre. Das Zeug war nicht der Oberhammer, aber unsere Zimmer sind es auch nicht und müssen es auch nicht unbedingt. Paul und mein Entschluss stand fest: nach Baumkuchen wird im Müll gewühlt.

 

Sorry für die schlechte Qualität der Bilder.

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Die zwei Bilder halten nicht wirklich gut fest in welchem Ausmaß da Möbel rumlagen, aber ich bin nun wirklich kein talentierter Fotograf und hatte auch nie vor sowas zu werden.

 

Die zwei Schnuckies hier würde ich ja einfach mal sowas von in Deutschland haben wollen !!

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Falls Jemand meine Truhen kennt. Die hier sind doppelt so groß. Total der Oberhammer die Teile und jetzt sind sie auf dem Müll, bzw sie sind jetzt Müll.

 

Eine Entscheidung musste her: was nehmen wir mit von dem ganzen Kram? Es wurden Stühle getestet, über Sessel und Sofas philosophiert und eine erste Auswahl getroffen.

Wir haben unsere Fahrräder dort gelassen und sind mit 4 gepolsterten Klappstühlen, einer Heizung und einem recht großen Lederhocker abgezogen.

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Paul hatte noch tagelang Muskelkater davon zwei von de Stühlen auf einer Seite zu tragen.

 

Doch wir kehrten zurück!

Und wir trafen auch noch eine weitere Deutsche vor Ort an, mit dem gleichen Ziel wir natürlich. Auch einer der Sicherheitsleute war da, um uns zu sagen, dass wir zu Dieben werden, wenn wir was von dem Müll nehmen. Naja, der Kerl sieht zwar aus wie ein Polizist aber er ist eben nur einer der Sicherheitsleute, die sich die Rising-Suns nennen.

Wir haben uns wieder echt Zeit gelassen uns zu entscheiden.

Diesmal gab es einen Ledersessel, einen weiteren Lederhocker, 2 Ventilatoren und einen Fön. Das ganze haben wir mit zwei Monitor-Stromkabeln zusammengebunden (meine Idee, hat natürlich nur bedingt gehalten).

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Es war äußerst schweißtreibend! Denn trotz der Rollen, konnten wir das Teil nicht rollen. Bei der Lautstärke hätten wir mit Sicherheit Ärger bekommen. Zwischenzeit kamen auch Sirenen näher und ich meinte noch zu Paul, dass sie wegen uns kommen und vielleicht hatte er Recht als er meinte „Ja, vielleicht. Wir sind in Japan.“ Aber alles cool verlaufen. Ich habe von dem ganzen Kram 2 Stühle, den Chefsessel, den Fön und einen Hocker abgegriffen. Der Sessel ist voll geil und den Fön habe ich wirklich gebraucht, weil meiner durch das schwache Japanische Stromnetz eine gewisses Power-Problem hat. Lebenszeichen sind vorhanden, aber es fehlt das Resultat. Ich meine, Informatiker könnten auch Steine schleppen, nur es würde so verdammt lange dauern anstelle von Bauarbeitern.

Für den Hocker habe ich leider bisher keine Verwendung, ich wollte ihn einfach nicht zurücklassen, und die zwei Stühle gammeln auf meinem Balkon ab. Dadurch, dass sie zusammenklappbar sind, schützt sie das vor dem Taubenkackebombardement.

 

Auch wenn ich jetzt, wie in Deutschland, einen geil gepolsterten Leder-Chefsessel habe, muss ich den anderen Stuhl behalten und bei meinem Auszug zurücktauschen. Allgemein muss ich den ganzen Kram an Inventar, den ich so ansammele entweder entsorgen oder Jemanden anderes übergeben.

 

Hier ein Vergleich meiner Sitzmöglichkeiten.

 

The blue Bringer of Rückenschmerzen vs. Raumplatzverschlinger of black Bequemlichkeit.

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Jaja, Lichtverhältnisse.

 

Und hier: The Black Lederhocker of Nutzlosigkeit.

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Zur Zeit ist er an die Wand gelehnt und beherbergt hänged meinen Schuhanzieher. Ein Funken Nutzen wird also doch versprüht.

Wie die Woche ihr Ende angetreten hat? Natürlich bei Shein! Ein Teil meines Stipendiums wird, wenn ich ehrlich bin, jede Woche hart versoffen.

 

Doch vorher war für mich das erste Treffen mit dem Mochi Language Club. In nette Truppe, 2 chinesische Mädels, die perfekt english konnten, 3 Japaner, inklusive Takuma, wovon einer gar nichts gesagt hat die komplette Zeit und der andere ebenfalls english beherrschte; Takuma und english ja sowieso. Aber als dann der Schwank ins japanese kam … ouh.

Also ich will wirklich sprechen und ich machs auch oft; aber es ist erniedrigend für mich wie schlecht ich darin bin.

Nach der Hauptaktivität gingen wir noch in ein koreanisches Restaurant. Es gab Nabe, was ich leider nicht fotografisch festhalten habe. Für die Unwissenden: es ist ein Topfgericht, was direkt mit Kocher am Tisch serviert wird, damit es dort weiter vor sich hin köcheln kann.

Der Laden hatte direkt schon den Namen karai, was scharf heißt. Es war erträglich und trotzdem lecker.

Der Glücksfall für mich: das Restaurant war in der selben Straße wie Sheins Bar. Also kurz verabschiedet und gleich weiter.

 

Im Gegensatz zu der Woche davor, war es saumäßig voll und im Laufe der Nacht kamen sogar noch viel mehr Leute.

Passender Weise trug ich mein Jack Daniels Shirt und habe mich zur Freude Sheins an dem Rest seines JDs vergangen.

Hier mit Tama-Chan, der irgendwie mit mir demnächst nach Tokyo fahren will, um mir das Leben eines good-for-nothing nahe zu legen. Also Pachinko und Pornos, so wie ich das verstanden habe, witziger Kerl.

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Er hat mich irgendwann auch zum Armdrücken herausgefordert, und so wie ich da in der Klemme hänge, verlief eigentlich auch fast das ganze Duell. Es kam mir echt ewig vor wie wir da so hingen, aber irgendwann habe ich dann mit einem Ruck gewonnen. Ausdauer!

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Und wer bei Shein competetive Tätigkeiten verliert, gibt einen für die Mitspieler aus. Ich war ja eigentlich schon betrunken genug, aber die Runde Tequilla ist Ehrensache. Beim Dart hab ich dann auch nicht verloren und bekam nochmal einen.

 

An dem Abend waren auch wieder Mori-San und Yusaku am Start. Hier mit Tama-Chan in Mori-San’s Haar (wtf)

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Die Bilder kommen übrigens von Shein. Er macht jeden Abend welche und stellt sie auf facebook rein. Aber ohne Jemanden zu markieren.

 

Tekini the fireman war auch wieder da, aber die Fotos mit ihm sehen nicht so gut aus. Ich habe aber so im Gefühl, dass ich ihn ziemlich bald wiedersehen werde und irgendwann auch mal ein Foto von ihm hier reinstelle.

 

Ansonsten haben Paul und seine Freundinnen mich versucht zum Tanzen zu bequatschen. Eine wirklich unangenehme Angelegenheit für mich, aber sowas wollen Leute einfach nicht verstehen. Vor allem betrunkene Leute.

 

Im Endeffekt hatte Paul irgendwann seinen Absturz und wir haben ihn auf eine Art Liege in der Bar gelegt, wo er ein paar Stunden gepennt hat. Irgendwann als es schon hell war, habe ich ihn dann Tekini überlassen und bin auch mal nach Hause gedüst. Direkt erstmal verfahren und irgendwann zwischen 6 und 7 Uhr morgens hart durch japanische Wohnviertel gesteuert … das hätte ich wirklich nicht erwartet, als ich mich für Japanologie eingeschrieben habe. Glücklicherweise fand selbst ich meinen Weg nach hause, wo mich 10 Stunden später ein eher unfreundliches Hangover erwartete.

Aber Paul war sicherlich nicht besser dran. Er hatte aber diesen ‘verdammt wo bin ich hier’ Moment beim Aufwachen. Das witzigste an der Sache war aber eigentlich, dass um ihn herum auf dem Boden der Bar auch noch andere Leute gepennt haben. Unter anderem Tekini und Shein selbst, der eigentlich um die Ecke wohnt. Dann war da noch Takeshi. Der Kerl sah ohnehin schon komisch aus, aber vielleicht war das auch nur, weil er so heftig besoffen war. Er hat jedenfalls den ganzen Abend so kleine eingeschweißte Würstchen verteilt, konnte aber nicht mehr reden, weil er zu hart war. Und kurz bevor ich gefahren bin, fing er an sich an Tekini dranzuhängen und ihn zu befummeln. Ein äußerst bizzares Bild, da Tekini ihn einfach ignoriert hat und irgendwas an seinem Smartphone gemacht hat. Auf die Frage hin, ob ihn das nicht stört meinte er nur, dass Takeshi schon seine Abrechnung bekommt, wenn er zu weit geht.

Wirklich cool verrückter Abend zuende, Folgetag verkatert. Stark.

Mein eigentlicher Plan für jenen, unbrauchbar gemachten, Folgetag war nach Tokyo zu fahren und meine japanischen Buddies aus der Halle-Zeit besuchen.

Auch wenn es an dem Samstag gescheitert ist, so bin ich dann Sonntag gefahren!

 

Glücklicherweise hat mir in der ersten Woche Takuma mal gezeigt, wo so der Bahnhof ist und wie man da an Tickets kommt, ect. Also war alles kein Problem und T ist nach Akihabara gefahren; für 1200 Yen. Ein Schnäppchen isses dann doch nicht, dauert aber nur 40 Minuten.

Da ich den Rapid Express erwischt habe, war ich ein wenig zu früh dort; aber nach nur ~10 Minuten waren sie da … Tsubasa und Tatsuya! Ich habe mich inzwischen irgendwie an den trotzdem seltsamen Fakt gewöhnt, dass ich mich gerade in Japan befinde und hier wohne, aber die beiden fanden es, als sie mich dort so antrafen, auch erstmal irgendwie unreal. Kann ich verstehen.

Unser erstes Ziel war ein Ramenrestaurant. Tsubasa steuerte zielsicher durch etliche kleine Straßen bis wir vor diesem doch sehr kleinen Laden mit den anstehenden Leuten vor der Tür ankamen. Richtig fettes Fleisch in den Ramen sag ich nur … Tsubasa hatte seinen Grund dort hin zu wollen. Dass sie 800 Yen gekostet haben? Mir egal, Stipendium.

Einen wirklichen Plan hatten wir nicht, was wir überhaupt unternehmen wollen, aber Tsubasa war prall gefüllt mit Ideen ! … und Ramen. Also ihm nach, und es ging hoch hinaus. Wieviele Stockwerke das waren weiß ich nicht mehr, aber wirklich nicht wenige. Oben angekommen fanden wir uns in einem Videogame-Shop wieder. Tsubasa wollte sich was kaufen.

Danach führte er uns noch in einen Metal-Merchandise-Laden, in dem jedoch das meiste Metal-Merch von Wrestling-Merch vertrieben wurde, eine Schande. Um in den Laden zu kommen mussten wir in einem anderen, relativ kleinen Gebäude in den 9. Stock und durften einige Minuten auf den Fahrstuhl warten.. wtf. Und wieder ging etwas in die Besitztümer meines Freundes Tsubasa über. Ich glaube es war eine Iron Maiden Flagge.

Zwei Ziele hatte Tsubasa auch noch im Ärmel für uns. Das dritte Gebäude sollte noch kleiner und enger sein als das zweite. Es war ein Musikladen nur für Metal. Die Stockwerke waren wirklich gedrängt; dafür ging der Laden aber auch echt in die Höhe; 4 Stockwerke oder so.

Das letzte Ziel: ein Laden für alle Arten von Gitarren. Ebenfalls 3 oder 4 Stockwerke in die Höhe gezogen. Es war ganz nett anzusehen, wobei es wohl netter wäre, wenn man sich tatsächlich was kaufen wollte oder zumindest auf dem Instrument versiert wäre. Billig war in dem Laden nichts, ich hab Preise bis in die 100.000 (€) gesehen.

Auch diese Ladenwanderung musste ihr Ende finden, einen sonderlichen Sinn hatte sie ohnehin von Anfang an nicht; und obwohl uns nun die Pläne ausgingen, Tsubasa war wie beflügelt (Wortwitz: Tsubasa’s Namen-Kanji () beudeutet Flügel) und war sofort von einem neuen Plan wie besessen. Ein Plan, den ich eigentlich nicht so gutheissen wollte: Karaoke. Für ihn hab ichs dann doch mitgemacht. Zwei Stunden. Und wer hätte es gedacht: wir waren im neuten Stock dieses scheinbar Karaoke-Only-Gebäudes.

 

Ein Tag wärt nicht ewig, also war angesagt in den Stadtteil zu fahren, in dem Tatsuya und Tsubasa wohnten: Kita-Senju. Tsubasa kannte sich dort aus wie in seiner Westentasche. Hier und da durch ein paar Gassen geschlichen und dann waren wir bei seinem Lieblingsburger-Laden. Es war echt ein kleiner Laden aber tatsächlich lecker. Nur sonderlich, dass man den Burger selbst zusammenbauen musste. Gesättigt konnte wir zum besten Teil des Tages übergehen: der Pub names Hub. Eine echt coole Kneipe da wir auch nich die Happyhour abgreifen konnte, ging bei Tatsuya und mir der Pegel auch direkt gut hoch. Tsubasa hat sich wirklich lecker aussehende Fruchtdrinks reingezogen.

Nach der Happyhour haben Tatsuya und ich das riesig lange Bierglas entdeckt. Ich glaube, es waren 2 Liter drin oder so. Dann kam uns der Gedanke, dass noch Jemand weiteres von den Japanern aus der Halle-Zeit gleich um die Ecke wohnt. Ren wurde angerufen.

Ein vielleicht ganz interessanter Fakt: als Ren ankam, hatte er schon mit seiner Schwester ein Fläschen Schnapps gebechert, aber ich kannte ihn auch aus Deutschland meistens nur trinkend bzw. betrunken. So sind die Akademiker, was?

 

Von Links nach Rechts: Ich, Ren, 2-Liter-Bierglas, Tatsuya, Tsubasa. Obwohl Tsubasa nicht trinkt, sieht er trotzdem am witzigsten auf dem Bild aus. Er ist auch echt super.

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Zu viert haben wir dann irgendwann die Bar verlassen und sind nach einem Abstecher in einen Conbini zu Tsubasa. Ren hat eine Art japanischen Vodka gekauft. War gut ekelig für mich.

Tatsuya ist dann recht schnell nach Hause gedüst, weil er am nächsten Tag noch Uni hatte, und Ren ist dann auch abgehauen. Ich habe Tsubasa noch Epic Meal Time nahegelegt und dann zugeguckt, wie er Bioshock gezockt hat.

Im japanese-style room des Hauses konnte ich dann schlafen.

 

Wieso wir auf die Idee kamen mit Tatsuya zusammen zu seiner Uni zu gehen weiß ich auch nicht. Immerhin haben wir getrunken und verdammt wenig geschlafen: mir ging es echt kacke. Wenigstens gab es lecker Frühstück von Tsubasa Mutter und sein Vater hat mich eingeladen bald mal auf BBQ und Bier vorbeizukommen, weil er es langweilig findet immer alleine zu trinken. Das mach ich doch bei Zeiten auch mal.

Weiter ging es zu Tatsuyas Uni, der Dokkyo und so hingen wir also von Vormittag bis Nachmittag an einer total fremden Uni rum! Für die ich mich übrigens zuerst bewerben wollte, aber Tsukuba fetzt schon; auch wenn alle sagen, dass es öde ist, weil es nicht die big city ist.

Gegen späten Nachmittag war genug an fremden Unis abgehangen und ich fuhr in meine gegenwärtige Heimat zurück.

 

An dem Trip war für mich besonders gut, dass ich die ganze Zeit nur Japanisch gesprochen habe. Ich hab die Jungs darum gebeten nur Japanisch zu sprechen und ich wollte auch kein Deutsch benutzen. Ich brauche unbedingt Leute, mit denen ich das in Tsukuba machen kann. Also Leute, die Verständnis dafür aufbringen können, wie scheiße meine Japanisch ist und trotzdem mit mir abhängen.

 

Ich habe zwar bei Tsubasa duschen können, aber meine Dusche und mein Bett waren wirklich ein Segen.

 

Beitrag beendet … durch … Katzi-Bilderz !

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Fettes Katzi auf dem Fahrrad-unterstell-Mauer + Ninja-Katzi im Gras.

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Kein Internet, kein Scherz. Nicht schön, aber vorbei.

Die Schreibqualität dieses Eintrages ist wahrscheinlich nicht so toll. Ich habe jeden Morgen und manchmal auch Nachmittags daran geschrieben. Sowas dauert eben und es bleibt fragwürdig wieviele Beiträge ich noch bringen kann. Das hier ist also etwas patchwork-mäßig. Hoffentlich geht’s trotzdem; ich habe wenig Zeit das noch Probe zu lesen, weshalb alle Fehler auch in meinem All-inclusive Paket enthalten sind.

 

 

 

Fast zwei Wochen mit dem Kontrastprogramm Langeweile versus Herumhetzen.

 

Nachdem die Koffer ausgepackt waren sah meine Tagesplanung eigentlich nur zwei Dinge vor: Mit meinem Tutor Takuma durch Tsukuba düsen, um mein Leben mit der Bürokratie in Einklang zu bringen, und mit Paul abhängen. Da ich natürlich nicht 8 Stunden am Tag mit Paul quatschen kann, kam eine Menge Langeweile in meinen Tagesablauf, und da Steam nicht auf Offlinemodus gestellt war, hatte ich exakt ein Spiel, was ich spielen konnte: Command&Conquer Generals.. neben Solitär.

 

Wäre die Internetlosigkeit in Kombination mit der Langeweile nicht so frustrierend gewesen, hätte ich vielleicht täglich ein paar Notizen zu den Begebenheiten hier gemacht, aber so muss ich mein Gedächtnis eben etwas mehr belasten.

 

Also … am ersten Tag konnte ich verwunderlich gut schlafen. Naja, nach ~32 Stunden Reise nimmt die Erschöpfung dann doch Gestalt an. An dem Tag stand nichts offizielles an, aber ich war mit Takuma, meinem awesome Tutor, verabredet. Es galt mir Lebensumstände zu schaffen und einen Papierkrieg zu gewinnen.

Eigentlich wollte Takuma mir schon in der Nacht davor das Unigelände zeigen, musste aber einsehen, dass das bei Dunkelheit eher wenig bringen wird. So gab es erstmal sightseeing auf dem Campus.

Viele Gebäude und Orte. Zu viele, als dass Jemand wie ich mir das alles merken könnte. Aber ein schöner Campus! Davon mach ich auch nochmal Bilder, wenn gutes Wetter ist.

Wir sprachen durch, was die nächsten Tage für ein Schlachtplan verfolgt werden soll, um in dem Papierkrieg zu bestehen und meine ersten Einkäufe wurden getätigt. Es war ein ziehmlich langer Weg aber wegen des unangenehmen Wetters sind wir zu Fuß gegangen.

Das Ende des ersten Tages war noch ein Filmchen mit Paul.

Zum Überleben hatte ich nun Toast, Dual-Käse, Ham, Butter, Cornflakes, Milch, eine Schüssel, Stäbchen, und Paul sponsorte mir einen Löffel und ein Messer. Nicht viel aber ich lebe schließlich noch.

 

Am zweiten Tag stand endlich die Orientation Veranstaltung auf dem Plan. Also stundenlang anhören, was alles so bedeutend ist, wenn man hier als Exchange-Stundent anfängt. Ein wichtiges Ereignis, denn Informationen sind heutzutage fast so überlebenswichtig wie Nahrungsmittel.

So saßen mein Tutor und ich nun dort, wir froren nicht unerheblich, da es wie aus Eimern geschüttet hat und bei uns die Schuhe, und bei mir zusätzlich noch die Hose ebenfalls nicht unerheblich nass waren. Mein Rucksack brauchte übrigens 3 Tage zum trocknen.

In diesem weniger wünschenswerten Zustand warfen uns dann einige japanische Professoren mit ihrem „fantastischen“ japanischen Englisch also die Informationen an den Kopf, die uns mitteilten, welchen Stress wir die nächsten Tage noch haben werden, um siegreich aus dem Papierkrieg hervorzugehen.

Ich glaube es hat an die 3 Stunden gedauert und dann kam ein Schock. Der Prof sagte, dass alle Studenten gehen können, die kein JASSO-Stipendium bekommen. Was ich wusste: ich habe auf meinem Bewerbungsformular einfach mal angekreuzt, dass ich mir dafür bewerben will und meine Dozentin teilte mir mit, dass meine Chancen eher mickrig sind. Weiter habe ich dafür nichts gemacht, wobei ich eigentlich dachte, dass sich nochmal irgendwer bei mir meldet und irgendwas von mir dafür auszufüllen verlangt oder so. Jedenfalls fragte Takuma dann fix bei dem Prof nach, woher wir wissen sollen wer das bekommt. Es sollte vorne auf der Mappe mit Infomaterial in rot draufgeschrieben sein. BAM, Stipendium für mich! 80.000 Yen pro Monat. Ein durchaus positiver Schock.

Danach war ein gemeinsames Teetrinken für die neuen Exchange-Studies angesetzt. Leider habe ich zu viel erwartet, als ich bei Tee an warme Getränke gedacht habe. Das Ereignis fand in dem Stockwerk unter uns statt, wenigstens mussten wir nicht nochmal raus, und es gab Cola und Oolong Tee aus Flaschen. Der erste Schluck Coke brannte sich so in meinen leeren Magen, dass die Zeit danach mit einer Jagd auf die Schokokekse verbracht habe … bis alle weg waren!

Wenn man Paul mal außen vor lässt, konnte ich dort die ersten Bekanntschaften schließen. Ich bin ja nun echt nicht gut darin auf Leute zuzugehen, aber mir schob das Schicksal bisher auch immer Bekanntschaften zu, so dass ich auch nie auf Leute zugehen muss!

Zuerst eine Studentin aus Augsburg, mit der ich auch zusammen im Kanjikurs bin, angemerkt: wir sind dort die einzigen Teilnehmer. Dann noch ein verdammt großer Typ aus Tunesien und zwei Mädels aus der Ukraine, mit denen ich auch schon einen trinken war. Die Veranstaltung war zeitlich eng bemessen, also schnell beendet, japanisch eben. Also Tag vorbei, Film mit Paul.

 

Am Folgetag, Donnerstag, habe ich das erste Mal mein Fahrrad benutzt, um mit Takuma Wege zu Erledigen. Weite Wege. So wurde ich dann zum Bürger Tsukubas und Teilnehmer der japanischen Krankenversicherung. Erste Anstrengungen ein Bankkonto und ein Handy zu erlangen waren auch auf dem Weg, erschwerten sich aber dahingehend das die beiden Dinge sich gegenseitig bedingt haben.

Da wir auf für die Sache mit der Bank und dem Handy zum Bahnhof mussten, erzählte mir Takuma unterwegs immer mal was so was ist. Wirklich zu viel Information.. Aber eines vergesse ich bestimmt nicht. Wir waren fast da und er erzählt mir, dass das große Gebäude, auf das wir gerade zufahren ein Hotel ist; ich glaube, das stand auch ganz groß dran; erwähnt dann beiläufig das Spaceshuttle, was zu unserer Linken zwischen den Häusern sichtbar ist und will mir von irgendeinem Shop erzählen. Hey wait … da isn verdammtes Spaceshuttle in der Stadt! Sience City Tsukuba eben. Bekannt für Robotik und Raumfahrt, zumindest sagte er das.

Am Bahnhof ist auch eine Shopping-Mall, die derart labyrinthisch angelegt ist, dass sogar Takuma sich verlaufen hat; und es ist mir persönlich zu weit … obwohl es dort einfach mehr Krams zum einkaufen gibt und einen Laden von Wallmart. Gnah, wieso so weit.

Bei dem Thema: ich habe mir da auch gleich Vorhänge fürs Fenster und einen Duschvorhang zugelegt. Kein Stalking mehr vom Ladies-Dorm gegenüber und keine Überschwemmung im Bad mehr!

Am nächsten Tag sind wir wieder zum Bahnhof gefahren, um die Sache mit Bank und Telefon zu beenden. Aber ich bin nur im Stehen gefahren. Der Sattel und mein Hintern verstehen sich noch nicht so gut, weshalb ich bei diesem zweiten Bahnhofsbesuch auch einen Sattelüberzug mit Gel gekauft habe, den ich am nächsten das erste Mal vergessen habe abzumachen, als ich einkaufen war, sodass er direkt mal geklaut wurde.

Das Fahrrad hat mir übrigens Paul für 2000 Yen überlassen. Er hatte zwei. Bloß an sicher Stelle hätte ich das Teil genommen und mir das andere gegeben. Aber ich will mich nicht beschweren, das bessere bekommen zu haben 😛

Ich habe die Hippe vorläufig auf Rosstina, das rostige Ross benannt.

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Der Tag fand diesmal seinen Abschluss, dass ich mich beim Karaoke wiedergefunden habe. Noch mit Jetlag und latenten Kopfschmerzen. Aber die Leute waren wirklich nett und ich lasse mal außen vor, dass ich Karaoke eigentlich gar nicht mag. Paul und ich waren dabei die einzigen Männer, was bestätigt, dass westliche Austauschstudenten zum größten Teil Frauen zu sein scheinen. Das ganze fand seinen Abschluss mit einem Stück Schokokuchen, da die Studentin, die mich eingeladen hat Geburtstag hatte. Zu der überdosis Cola durch All you can drink (Softdrinks) wurde also noch mit einer Überdosis Schoko abgedeckt. Ich will mich wiederum nicht beschweren, trotz Karaoke war es cool, ich habe nette Leute kennengelernt und ein Schokokuchen hat für mich inzwischen ohnehin mehr symbolische Bedeutung, als dass ich ihn wirklich essen wollen würde.

Eigentlich wollten wir (Paul&ich) in der Nacht noch in ‘Sheins Bar’ aber ich war einfach nur hinüber. Später mehr zu der Bar.

Nach der ganzen Cola durfte ich mich am nächsten schlechter fühlen, als wenn ich die gleiche Menge Bier getrunken hätte; eine nachdenkliche Tatsache.

 

Samstag ganz kurz: Regen, aber wie! Eigentlicher Plan: Sheins Bar. Umsetzung: Film mit Paul.

Für Sonntag stand Hanami mit Freunden von Paul an.

Wir machen uns los und kaufen unterwegs noch Bier und Snacks im Combini ein; und dann stand er dort, und rief zu Paul rüber. Es war Shein. Der irgendwie verrückte, an diesem Tage bereits bzw. immernoch um 12:30 Uhr betrunkene Barbesitzer indischer Herkunft. Der Versuch nicht mit ihm in seine Bar zu kommen, weil wir verabredet sind, scheiterte. Es war immerhin niemand nüchternes mit dem wir argumentierten. Also von den Fahrrädern abgestiegen, und auf in Sheins Bar. 2 oder 3 Rum-Shots später gestand Shein ein, dass wir zu unserer Verabredung gehen können. Doch da er Gesellschaft so sehr schätzt, beschloss er uns zu begleiten. Am Vereinbarten Ort waren eine ganze Menge Leute, doch nicht die, die Paul treffen wollte. Ein Telefongespräch (von meinem Teleon aus) später, fand Paul die Erkenntnis, dass sie schon wieder zuhause waren. Shein setzte unser nächstes Ziel als den Combini auf der anderen Straßenseite an, wo wir dann eine gewisse Weile auf den Bänken davor verharrten und Bier tranken. Paul hat sich fälschlicher Weise alkoholfreies gekauft und Shein damit gut zum lachen gebracht. Zwischenzeitig kamen noch ein paar Brasilianer dazu, Shein kennt immerhin viele Leute, und nach vielleicht einer Stunde ging es zurück in Sheins Bar. Zu den Rumshots.

Die Bar öffnet eigentlich erst um 21:30 aber nun saßen wir dort von Mittag bis die Sonne begann unterzugehen. Zwischenzeitig kam noch ein Freund von Shein vorbei, den er angerufen hat. Mori-San. Er ist nicht mehr der jüngste und hat auch Familie zuhause, aber er kommt jede Woche zu Shein, um da ein bisschen abzuhängen. Witziger Kerl; ich habe ihn auch zum lachen gebracht mit meinem Japanisch.

Mori-San ging dann auch irgendwann wieder und auch die Flasche Rum ging von uns, leer. Paul lässt sich, wenn er betrunken ist, einfach nie was anmerken. Aber das kannte ich ja aus Deutschland schon. Dennoch waren wir 3 sternhagelvoll. Shein hat unsere Shotgläser vor dem Restaurant seines Nachbarn zerschmettert, ist mit uns aufs Dach gegangen und hat von da seinen anderen Nachbarn mit Zurufen verscheucht, von dem er vorher schon meinte, dass der ne Pfeife ist. Doch der Abend sollte für uns noch nicht enden. Shein wollte mit uns unbedingt das neue Restaurant seines Bruders testen. Also rief er einen Freund an, der uns dann dort hin fuhr. Im Auto war mir das erste Mal bewusst, wie hart ich eigentlich war, mir wurde übel von der Fahrt. Das ist natürlich super, wenn man in ein Restaurant fährt! Aber die Fahrt war gut überstanden und das essen höllisch lecker. Es gab drei verschiedene Curry, und eines der guten Dinge an Japan: in Restaurants ist das Wasser im kostenlos. Mit dem Essen nahm die Übelkeit ab, was aber leider nicht heißt, dass sie verschwand. Nach dem Essen haben wir eine Schüssel mit bunten, kleinen Dingsis bekommen. Sheins Freund, der übrigens irgendwie wie ein typischer Araber oder Pakistani oder sowas aussah, wollte eigentlich im Auto auf uns warten (wtf), aber ich meinte dann, dass er sich doch zu uns setzen kann. Also saß er neben mir und zeigte mir, dass man das bunte Zeug mit einem Löffelchen auf die Handfläche kippt und dann kaut und isst. Es soll das Essen gut abschließen. Ich versuchte… Anis. Im Bad war ich froh, dass ich nur das Zeug ausgespuckt habe und das leckere Curry drin geblieben ist. Die Situation schien ein böses Ende zu nehmen, wenn ich wieder in dieses Auto steige. Paul hat auch ernsthaft überlegt auf meinen Vorschlag, zu Fuß zu gehen, einzugehen, zumindest schien mir das so, aber im Endeffekt fuhren wir. Es war besser als die Hinfahrt. Das Essen war nicht nur lecker, es half auch. Also zurück bei Shein haben wir uns verabschiedet. Er selbst war immerhin auch völlig dicht. Die Fahrräder genommen und hab nach Hause.

Mein Vorsatz in Japan fast nicht zu trinken … wackelig zu betrachten, würde ich sagen.

 

So viel zu der ersten Woche.

 

In Woche zwei ist nicht allzu viel geschehen. In der Woche davor haben Takuma und ich so viel erledigt, dass wir zwar in der zweiten Woche immer noch ein paar Mal herumgehetzt sind, aber es war weniger. Laut Angaben des International Student Center hätte ich am ersten Mittwoch bei der Orientation meine Zugangsdaten für das Internet bekommen sollen. Dort haben ich zu diesem Thema apologies for the inconvinience erhalten … nicht direkt befriedigend, aber immerhin wurde eine klar deadline auf Montag gelegt. Jener Montag kam, und die erste Handlung war natürlich beim ISC vorbeizufahren und nach Zugangsdaten zu fragen … diesmal gab es nichtmal eine deadline, wann denn nun wirklich Internet kommt. Sondern nur, dass Systemprobleme die Passwortvergabe nicht ermöglichen. Unerfreulich. Äußerst unerfreulich.

Aus diesem Grund war die Zeit, die ich nicht mit Takuma oder Paul verbracht habe wirklich kacke, denn C&C Generals verlor zielsicher seinen Reiz.

Ich war auch nicht jeden Tag mit Takuma unterwegs, also wurden teilweise ganze Tage einfach nur aus Möglichkeitenlosigkeit abgegammelt. Jetzt gibt es sicher die unter meinen werten Freunden, die mir vorwerfen, dass ich doch die Stadt hätte erkunden können, und sonstwas in der Stadt hätte unternehmen können. Aber ich verstehe nichtmal, wenn mich der Post-Boy fragt, ob ich mein Paket mitnehmen möchte und allein vom Supermarkt zurückzufinden war schon ein Siegesgefühl. Jedoch schnell verflogen, nachdem ich mir die Unsignifikanz des Gefühles vorgestellt habe.

Es war Freitag früh, dass endlich Bewegung in mein Leben kam: der erste Uni-Tag.

Ab 08:40 Kani-Class. Wir waren zu zweit und witzigerweise beide Deutsch. Und es war auch jene Kommilitonin, die mir die Nachricht der Woche überbrachte: Die Passwörter stehen bereit! Ich kann Internet bekommen! … seit gestern, und ich hatte eine eMal erhalten, in der ich darüber informiert wurde. Eine eMail … nicht weiter drüber aufregen, es ist vorbei.

Am gleichen Tag hatte ich dann auch noch meinen ersten Japanischkurs. Ich wurde in den ersten eingestuft und mein erster Eignungstest war es die Kana-Tafeln auszufüllen (für die, die etwas damit anfangen können). Jene deutsche Kommilitonin aus meinem Kanjikurs war auch da. Die Ergebnisse für unsere Einstufung haben wir am Mittwoch erhalten. Kurios ist: ich habe in den ersten Teilen des Tests mit 95-100% abgeschnitten und als ich das Paul erzählte, meinte er, dass ich sicher besser eingestuft werde als er. Nunja, er ist im zweiten und ich im ersten Kurs. Diese fabulose Fehlnachricht ließ mich den Donnerstag über in Aggression und Frustration verweilen. Freitags half die Internetnachricht zwar geringfügig aus, aber ich war bereit mich full-force zu beschweren. Das war kein Kurs für mich. Mein Japanisch ist scheiße, aber blutiger Anfänger ist nun wirklich beleidigend.

Nach dem Kana-Test kam noch ein Grammatiktest. Wir brauchten auch keine Kanji schreiben- gut für mich. Es waren 6 Seiten und auf jeder Seite wurde Grammatik verschieden hoher Lektionen abgefragt. Wir sollten deshalb nur die erste Seite ausfüllen, weil das der Anfänger-Müll war. Ich unterstelle dem Test, dass er kacke war. Wenn man zu lange über kreative Antworten nachdenken muss, kommt man einfach nicht rechtzeitig zum Ende! Ich wollte auf allen Seiten etwas ausfüllen, hab ich auch gemacht, und da ich direkt auf der ersten Seite Satzstrukturen angewendet habe, die nichtmal auf der letzten abgefragt wurden, kam erstes Erstaunen bei dem Prüfer auf. Jene Kommilitonin, ich benenne sie mal als Anka, wollte ebenfalls aus dem Kurs aussteigen. Aber Sensei wollte nichtmal mich raus lassen. Bis ich ihm mein Anliegen auf Japanisch vorgetragen haben. Dann hat er eingesehen, dass ich aufsteigen darf. Der Zweite Kurs also … ich kann jetzt darüber sagen, dass ich theoretisch auch weiter sein müsste als der Kurs, aber die praktische Anwendungsfähig meines Japanisch ist so mies, dass ich lieber in dem Kurs bleibe, auch wenn mir alle Satzstrukturen bekannt sind. Einen nach mir, kam auch Anka in den zweiten Kurs. Mit Paul waren wir dann also drei Deutsche dort. Aber sie ging Ende der Woche wieder zurück in den ersten.

Der Freitag hatte endlich etwas Bewegung gebracht, war aber noch nicht vorbei. Der Plan: zu Sheins Bar.

Wir sind diesmal zu 4. gefahren: die zwei Kommilitoninnen aus der Ukraine, Lisa und Masha, haben uns begleitet und fanden es auch echt witzig dort; in dem einen vollgeschmierten Raum mit einem Dartautomaten, einem Fernseher, der Musikvideos abspielt und der Bar.

Ein sehr witziger Abend, mit sehr witzigen Leuten. Unter anderem kam Mori-San wieder vorbei, der sich nach, ich glaube, 2 Bierchen erstmal auf eine Stuhlreihe gelegt hat, um da n bisschen zu pennen. Dann war da noch Mama-San. Wie mir erzählt wurde hat sie drei Söhne, die jetzt alle das Haus verlassen haben und deshalb hat sie jede Menge Freizeit. Da kommt sie gerne einfach mal vorbei und freut sich, dass sich die Leute in Sheins Bar freuen. Sie hat echt straight die ganze Zeit getanzt, einfach nur so vor sich hin. Gegen Ende des Abends hat sie dann noch Pauls Rücken massiert. Shein und Paul erzählten, dass Mama-San hat den Schlüssel zu der Bar hat und immer mal zum Putzen vorbeikommt. Eine gute Seele. Ein paar Tage später im Supermarkt haben wir uns auch nett gegrüßt.

Wen ich auch wirklich witzig fand: Tama-Chan. Er ist relativ klein und breit und will wohl sowas wie ein Gangster werden, soweit Paul das verstanden hat. Er kann zwar nur Japanisch aber das funktioniert irgendwie. Sehr belustigt war er davon, dass ich in meinem schon geringfügigen Japanisch noch ein wenig Slang einbauen kann. Ein heiterer und lustiger Vogel. Er kommt immer mit seiner besten Freundin, eine Chinesin, die es sehr traurig findet, dass Paul eine Freundin hat.

Zuletzt noch Tekini, the fireman, von den Fidschis. Groß, schwarz, muskulös, ich glaube tätowiert, und Doktorstudent. Der Typ ist auch der der Hammer. Man nennt ihn den Fireman, weil er beim BBQ einmal im See ein Feuer gemacht hat, indem er einen Baumstamm als Grundlage dafür in den Matsch gerammt hat. Die Leute waren aber schlichtweg fasziniert davon, dass dort Feuer im Wasser ist. An diesem Abend machte Tekini mir seine special killerdrinks. Shein erzählte mir in der Folgewoche, dass die selbst ihn wegschießen und genau das taten sie mit mir.

Völlig fertig sind wir dann zu dritt nach hause gedüst. Lisa ist vorher irgendwann alleine schonmal abgehauen. Ich wollte einfach nur irgendwas essen, schließlich war ich voll wie ein Zug zur Rushhour. Und im Combini um die Ecke fand ich es … so billig es auch war, zu dieser Zeit gab es mir einfach nur eine Geschmacksexplosion … das Spaghettibrötchen mit Würstchen!

Davon habe ich mir später nochmal eins geholt und vor dem essen als Anschauungsmaterial für die Leserschaft dieser Worte hergenommen:

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Viel mehr kann ich zu den zwei Wochen wohl nicht sagen. Dies und das ist sicherlich in Vergessenheit geraten, aber nunja. Den Blog zu schreiben verlangt mir mehr Zeit ab, als ich oder ihr denken mögt. Von daher weiß ich auch nicht inwiefern ich in der Lage sein werde das hier fortzuführen, da ich zwar bisher die 2 Blogeinträge geschafft habe, aber außer Anwesenheit noch nichts für die Uni getan habe. Dabei steht Kanji Lernen auf meiner To-Do-Liste an wichtiger Stelle.

 

Zum Schluss gibt’s noch ein paar Bilder, die ich jetzt nicht direkt in den Text einbinden wollte.

 

 

Zuerst: Mir fiel auf, dass viele der Leute, die das hier tatsächlich lesen, gar nicht wissen, wer Paul ist ! Mein Buddy aus der Japanologie, mit dem ich zwei Jahre lang Japanischkurse und Seminare besucht habe. Deshalb habe ich ihn bildchen festgehalten auf dem Weg zu unserem fast täglichen gemeinsamen Mensagang.

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Wer natürlich auf keinen Fall in meinen visualen Schilderungen fehlen sollte, ist mein Tutor. Also bat ich darum einmal Fotomodel zu spielen. Die schlechten Lichtverhältnisse sind natürlich meine Schuld.

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Eine Woche nach den Ereignissen dieses Blogeintrages waren wir natürlich wieder bei Shein und da habe ich mal ein Foto mit ihm gemacht.

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Als ich das gesehen habe war mir klar: ich sollte echt abnehmen.

Gestern Nacht war ich wiedermal bei Sheins Bar und kann deshalb auch noch ein weiteres Bild präsentieren. Von Links nach Rechts: Ich, Mori-San (ein fragwürdiger Gesichtsausdruck), Shein und Tama-Chan. Aber was tut Tama da? Egal.

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Was haben wir denn noch hier? Das Gebäude in dem ich wohne, von vorne. Aus der Ansicht heraus wohne ich hinten links an der Ecke. Also mein Balkony ist nicht sichtbar von da.

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Hier die Gemeinschaftsküche. Nicht schön, etwas klebrig, aber passt. Eine Menge uralter Küchenuntensilien und Inkredenzien liegt rum, und letzte Woche habe ich mal eine Hand voll davon weggeschmissen. Es stört einfach. Was ich nur immernoch frage: Wieso liegen da Ziegelsteine auf dem Fußboden?

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Hier, Hyotaro Ike, der kleine See vor dem Wohnheim. Bald ist er voll mit Ochsenfröschen, die so laut sein sollen, dass es wie eine Baustelle klingt, auf der alle Maschinen permanent und simultan auf full-force laufen.

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Das rechts als erstes sichtbare Gebäude ist das, wo Paul und ich wohnen. Pauls Wohnung ist auch eine von denen, auf die man hier mehr oder weniger sehen kann. Er hat eine schöne Sicht auf den Teich.

Meine Sicht auf den Teich dagegen verschwindet mehr und mehr durch Bäume:

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Jetzt ein einsames Campus-Bild. Es gibt echt viele hübsche Ecken auf dem Campus und ich habe mal eine versucht festzuhalten. Das wird nochmal eine Aufgabe für mich mehr davon zu fotografieren.

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Ich habe selbstverständlich auch bereits Versuche durchgeführt gute Mau-Katzi-Bilder zu machen. Der Spielraum für Verbesserungen ist enorm, aber es ist besser als nichts.

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Die Katzen haben alle kurze Schwänze, aber das hier ist Bob-Cat. Sie hat wirklich nur noch einen Stummel, ist aber die anschmiegsamste der Katzis, und die kleinste.

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Ah und das hier sind die kleinen Täubchen, die mich mit ihrer Taubenmutter um viel Schlaf gebracht haben. Ich weiß gar nicht, ob ich das erwähnt habe. Jedenfalls kam dann eines Tages auf meine Bitte Hausmeister-San und hat die beiden genommen und einfach vom Balkon geworfen. Eine ist dabei auf dem Balkon von Pauls Nachbarn gelandet, der das ziehmlich witzig fand, sie aber dann auch runter geworfen hat. Hausmeister-San hat dann einen ganze Mülltüte mit Taubenkacke von meinem Balkon entfernt und die Leiche von wahrscheinlich dem Tauben-Daddy. Paul tut es leid, aber ich würde gerne noch mehr von denen vom Balkon werfen. Aber die großen können schließlich fliegen.

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Zum Abschluss: ich finde den Klodeckelüberzug in Sheins Bar einfach so witzig, dass der den Beitrag hier beenden darf.

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Mein Geständnis an Anne an dieser Stelle: ich habe deine Kamera bisher noch nicht benutzt, weil ich mein Schlaufon einfach immer dabei habe und oft ohne Rucksack unterwegs bin >.<

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