The End

Es wurde wirklich Zeit: dieser Blogeintrag wird den Blog abschließen. Nur noch mein „Extra“ zu dem Essen, was ich hier hatte, möchte ich dann ein wenig später noch anschließen.

 

 

Zuletzt habe ich ja von meinem und Josephs Aufenthalt in Beppu berichtet. Von dort aus folgte natürlich noch unsere Heimreise, die ich bisher nicht erwähnt habe. Das liegt daran, dass wir noch einen Zwischenstopp hatten.

Von Beppu aus wollten wir mit dem Bus zum Flughafen in Oita und dann nach Tokyo, Narita fliegen und dann mit dem Bus nach Tsukuba zurückkehren. Klingt doch ganz gut oder?

 

Unser Flieger ging abends, also war noch der Tag da. Wäre ich allein, was aber sowieso prinzipiell ausgeschlossen ist, hätte ich den Tag wahrscheinlich am Flughafen verbracht. Einfach nur dort rumgesessen und ein Buch gelesen. Aber ich war nicht alleine. Also besuchten wir noch ein kleines Städtchen: Kitsuki auf der Halbinsel Kunisaki.

Wir mussten in Beppu erstmal rausfinden, wie wir da überhaupt hinkommen und waren uns aucht nicht ganz sicher, ob die Zeit reicht. Aber nachdem Joseph einen Busplan studierte, war er zuversichtlich genug, um zu fahren. Ich war es zwar skeptisch, aber da das Normalzustand war, vertraute ich, wie immer, auf den Peruaner mit dem Moustache.

Der Bus fuhr wirklich lange nach Kunisaki, was meine Skepsis nährte, aber was solls. Wenn wir festsitzen, dann wenigstens zu zweit.

In Kitsuki angekommen suchten wir das Touristoffice in der Nähe des wirklich kleinen und dezent schäbigen Busbahnhofs auf.

Es saß eine alte Japanerin in Kimono drin und war sehr verwundert uns zu sehen. In der Stadt hatten schließlich sämtliche Sehenswürdigkeiten geschlossen. Es war Urlaubszeit in Kitsuki. Wir sollten auch noch feststellen, dass wenn die Leute in Kitsuki Urlaub machen, verdammt, dann machen die auch Urlaub!

Es war also ziemliches Glück für uns, dass die Kimono-Oma da war.

Sie gab uns ein paar Prospekte und erklärte uns was zu den Busfahrzeiten zum Flughafen Oita.

Mein Japanisch war zu dem Zeitpunkt schon so verkommen, dass Joseph, dessen Sprachkenntnisse von Grund auf schlecht waren, jegliches Reden übernahm. Er wollte immerhin in dem Land leben; da ist Übung der Sprache nichts verkehrtes für den Mann.

Also stiefelten wir los. Wir waren hungrig. Auch wenn einige Kombinis in Sicht waren, wie sollte es in Japan auch anders sein, wollten wir was anderes. Unsere Zeit on the rails war mit genug Kombinis verbunden gewesen.

Doch wie gesagt: wenn in Kitsuki Urlaub ist, dann ist da auch Urlaub. Die Gastronomie war gänzlich geschlossen.

Es ist nicht so, dass Kombini-Food schlecht wäre, ganz im Gegenteil. Also genossen wir wieder unsere Mikrowellen-Bentos. Das ist eines der fantastischen Dinge an Kombinis. Wenn man möchte, erwärmen sie das Essen für dich. Es gibt auch heißes Wasser für instant Nudeln undso. Besteck gibt’s auch immer kostenlos dazu.

Kombini-gestärkt begann unser Weg durch Kitsuki.

 

Die Stadt war bekannt für ihren erhaltenen Samurai-Distrikt und dafür, dass er zweigeteilt ist. Im Japanischen Mittelalter befand sich der Händler-Distrikt in der Senke zwischen zwei Hügeln, auf welchen die Samurai-Distrikte waren. Von daher wurde oft von einer Sandwitchaufteilung gesprochen.

 

Hier ein Bild von einem der Hügel zu jener Senke. Die Menschen die dort zu sehen waren, stellten sich als echte Seltenheit heraus.

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Wir wanderten dann also recht ziellos durch die alten Samurai-Distrikts und es war ausnahmslos tote Hose. Nach dem Hügel haben wir echt für eine gewisse Zeit keinen einzigen Menschen gesehen.

 

Hier von der anderen Hügelseite. Zwar habe ich die Senke nicht fotografiert aber die man erkennt die Bergie (die in real echt gut aussahen) und man sieht den Getränkeautomaten so schön. Was gehört zu einer Samuraistadt wenn nicht ein Getränkeautomat?!

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In der Umgebung befanden sich natürlich auch eine große Vielzahl an Schreinen.

Das hier ist der Eingang zu einem

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Das übliche Reinigungsbecken darf natürlich nicht fehlen; und bei diesem Schrein hatte es auch noch einen Drachen. Geradezu fantastetisch würde ich sagen.

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Der Innenhof des Schreins, von dem ich kein Foto habe, bzw. kein gutes, war zwar noch immer sehr schreinisch und alles, aber in den eigentlich religiösen Gebäuden wohnte ganz modern eine Familie und wir haben Kids gehört, die wahrscheinlich gerade lautstark an einer Konsole gespielt haben. Höchstwahrscheinlich die Nachfahren einer Priesterfamilie und bei all den Schreinen dort in der Umgebung mussten wohl nicht alle komplett tätig bleiben.

Joseph war recht fasziniert von dem angeschlossenen Friedhof und hat eine große Menge an Bildern geschossen. Zumindest zwei möchte ich davon hier präsentieren

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Dann folgten wir dem Weg bis zum Kanal. Ein netter Ausblick.

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hier mit Joseph

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Hier mit derp-me

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Man kann auf dem ersten Kanalbild unter Umständen das kleine Schloss auf der Erhebung/Klippe sehen. Wir sind dann bis dort hin gewandert.

Auf dem gar nicht mal so kurzen Weg haben wir sage und schreibe zwei Menschen gesehen. Es war wirklich sehr friedlich in diesem Ort für uns.

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Dieses Foto von dieser Stelle haben Joseph und ich fast identisch gemacht, was ich ganz witzig finde. Beide von fast der selben Position in fast dem selben Winkel. Nur das seine Kamera den Himmel nur in weiß darstellt, wieso ich mein Foto hergenommen habe.

 

Damit war Kitsuki auch schon so gut wie vorbei für uns. Wir wollten unseren Bus zum Flughafen auf keinen Fall verpassen, verständlich oder? Und so beeilten wir uns, dass wir rechtzeitig zur Bushaltestelle kommen. Wenn Joseph schon sagt, dass wir uns beeilen sollten, wir sind nicht mal zu dem Schloss hoch gegangen, dann fühle ich mich besonders gedrängt mich zu beeilen.

 

An der Bushaltestelle angekommen, hatten wir noch ein klein wenig Zeit bis unser Bus kommen sollte. Die Info zur Abfahrtszeit hat uns die Kimono-Oma aus der Touristeninformation gegeben.

Also ging ich nochmal zu Erleichterung und für einen Snack in den Kombini gegenüber der Haltestelle. Als ich wieder kam, ich habe wirklich nicht lange gebraucht, erfuhr ich von Joseph, dass gerade ein Bus in Richtung Flughafen abgefahren sei. Dann ging er auch noch mal in den Kombini und ließ sich wirklich dick Zeit. Also wirklich, er war da bestimmt 20 Minuten drin. In der Zeit kam dann noch ein weiterer Bus in Richtung Flughafen. Dem Zeitplan nach sollte unserer aber noch kommen und es schienen ja einige Busse zu unserem Ziel zu fahren.

Als wir dann beide in der Haltestelle saßen, warteten wir. Ein Mann mit eindeutigen mentalen Problemen wartete ebenfalls an der Bushaltestelle. Er lief den Ort hoch und runter, auf und ab. Nebenbei aß er Werbeprospekte und wirkte die ganze Zeit über wahnsinnig panisch. Es schien sein e erste Busfahrt zu sein oder lebte in einem permanenten Zustand von Angst und Unsicherheit. Da er aber sehr kräftig aussah, machte sein Benehmen nicht den Angenehmsten Eindruck auf mich.

 

Wir warteten und warteten und irgendwann war auch die eigentliche Ankunftszeit unseres Busses um 10 Minuten überschritten. Dann um 20. Dann um 30. Gar nicht gut. Wir entschlossen uns weitere 10 Minuten zu warten und ansonsten ein Taxi zu nehmen. Lieber ne teure Japanotaxe bezahlen, als den Flug zu verpassen.

Doch unser Bus kam dann doch noch. Wir und auch der von seinem Geist geplagte Mann, sowie einige unerwähnte Menschen, stiegen ein.

Eine ruhige nächtliche Busfahrt. Die Erleichterung rechtzeitig Flughafen zu kommen. Schön.

Unser seltsamer Mitfahrer blickte sich auf der ganzen Fahrt beständig um und starrte in Dunkelheit wie ein Hund oder eine Katze, die ja trotzdem immer irgendwas interessantes in dem schwarzen Nichts zu erkennen scheinen.

Als wir dann schließlich pünktlich am Flughafen ankamen, war es erst mal ein seltsames Gefühl für mich. Es war der selbe Flughafen von dem ich im Sommer so spontan von meinem dezent missglückten Fukuokabesuch bei Toshi abgeflogen bin. Damals dachte mir so „Was? Oita?“ denn es klang einfach seltsam für mich und es kostete mich über 3 Stunden von Fukuoka bis nach Oita und dann zum Flughafen zu kommen und dann war ich im Winter nochmal dort!

Wir mussten nicht mehr allzu lange auf unseren Flug warten, der Bus hat schließlich etwas an Zeit gestohlen. Dann ging es fluffig nach Narita. Ich mag Fliegen irgendwie. Mein drittes Mal in 2013, dass ich an diesem Flughafen war.

Planmäßig hätten wir von Narita einen Bus genommen und wären dementsprechend nach ca 2 Stunden fahrt am Tsukuba-Center gewesen. Dummerweise mussten wir feststellen, dass keine Busse mehr fuhren. Aber wir konnten noch den letzten Zug aus Tokyo erwischen. Also ab zu den Bahnen mit uns.

 

Hier ein „Siegerfoto“ wie wir in Narita angekommen sind. Wir haben den Trip immerhin überlebt und waren zurück auf Honshu und gar nicht mal so weit entfernt von Tsukuba.

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Drei Züge später hatte Tsukuba zwei seiner Verrückten zurück.

Es war inzwischen Nachts, kurz vor Mitternacht am 30.12.

Damit endete der letzte, gößere Ausflug, von dem ich hier berichten werde.

 

Der erste Teil des Wintersemesters war schon beschissen genug, aber ab 2014 sollte es keinesweg besser werden.

Silvester habe ich allein verbracht. Joseph hatte nach dem Trip Ausgangs- und Besuchssperre von seiner Freundin. So ziemlich alle anderen Menschen war nicht in Tsukuba. Shein hatte mir zwar eine Nachricht geschrieben, dass er für ein Feuerwerk mit seiner Frau und Freunden in eine Nachbarstadt fährt und ich eingeladen bin ihnen beizuwohnen. Aber ich hatte seine neue Telefonnummer nicht und im Internet hat er mir erst eine Woche später zurückgeschrieben.

Punkt 0 Uhr verließ ich gerade den Kombini in der Nähe von meinem Wohnheim. Hinter mir erklang ein euphorisches arigatou gazaimasu, um mein Jahr einzuläuten. Ich habe mich zumindest etwas daran erfreut, dass der Kerl im Kombini so übereifrig war. Alles was er herumgebrüllt hat, klang irgendwie euphorisch und war recht witzig für mich. Sein Mitarbeiter war dezent angepisst und wurde beständig von seinem übereifrigen Vorgesetzten darauf hingewiesen wie man die Kunde euphorischer mit sinnlosen Floskeln vollbrüllen kann. Wie gut dass ich nicht in Japan im Kombini arbeiten muss.

Dieses Marginalerlebnis und das Bier, was ich dabei erworben habe, waren also mein Eintritt in 2014. Ansonsten nur online Karten spielen.

Die nächsten Tage waren sterbenslangweilig. Mehr Karten spielen und ein paar andere games.

Es gab auch noch ein Videoprojekt für meinen Japanischkurs zu beenden.

Jenes Projekt abzuschließen stellte sich als noch unangenehmer als der Kurs selbst heraus.

Mein Projektpartner und ich filmten 4 Personen, bei einem gestellten Interview sowie uns wie wir die Fragen stellen.

Da wir beide weder über die software, noch über das Wissen verfügen ein Video zu editieren, bat ich die Freundin von Baba darum uns dabei auszuhelfen.

Als ich zuerst zu ihr fuhr, stellte sich heraus, dass sie selbst erst mal tutorials gucken muss, um das hinzubekommen. Am nächsten Tag trafen wir uns also noch einmal und es dauerte läppische 13 Stunden, in denen ich einfach nur da saß. Sie hatte keine Maus an ihrem Mac und war unfassbar langsam in der Handhabung des cursors und sogar noch viel langsamer in der Bedienung der Benutzeroberfläche ihres Programms. Hinzu kam, dass sie noch eine ganze Menge weitere Tutorials sehen musste, die aber in Französisch waren. Also weder Baba noch ich konnte aushelfen. Warum kein englisch? Nun … als wir das dritte Filmstückchen reingeschnitten hatten, wurde das Rendern im Programm ruckelig. Ich war der Meinung, dass das Endprodukt nicht ruckeln würde, da das endgültige Rendern bedeutend genauer arbeitet. Baba sah das genauso, aber nicht seine Freundin. Sie durchforsche weder effizient, noch effektiv das Net und ließ kein Stück mit sich reden. Je länger sich das hinzog, desto aggressiver wurde sie, wenn wir sie baten doch einfach einmal die Datei zu rendern, um zu sehen, wie es im Endprodukt aussieht. Fast zwei Stunden hat es gedauert bis sie endlich ausgetickt ist, sich mit Baba gestritten hat, uns anschnauzte, dass wir keine Ahnung von der Materie haben, weil das ihr Programm ist und sie Profi mit Filmen ist und nicht wir. Sie verzog sich auf den Balkon zum rauchen, während Baba und ich auf französischer Benutzeroberfläche unseren Weg zum Rendern suchten und auch fanden. 7 Minuten später präsentierten wir eine ruckelfreie Ausgabe von dem Zusammenschnitt. Zwei Stunden Stress und Zeit umsonst.

Ich bin ihr ja wirklich dankbar, dass mir ausgeholfen hat. Aber es war ein Leidensweg für mich. 13 Stunden subtile, mentale Quälerei.

Noch zu dem Kurs. Es war der Sprechen/Hören Kurs. Wir waren ja viel zu viele Studenten dieses Semester. Deshalb hat der Lehrer die üblicherweise Solo-Videoprojekte als Partnerarbeit aufgegeben. Glücklicherweise war mein Partner, Raido aus Estland, ein fluffiger Typ.

Ihn pisste der Kurs aus guten Gründen an. Unser nutzloser Lehrer ließ die ersten 10 Minuten von allen „Zusammentragen“ wie man ein Interview macht oder sowas und dann gab es „Gruppenarbeit“. Die Informationen am Anfang hätte er uns auch einfach in einer Minute geben können. Es war ohnehin immer Allgemeinwissen und „Gruppenarbeit“ bedeutete darüber zu diskutieren wie wir unser Video machen wollten. Das wiederholte sich jede verdammte Woche aufs neue. Raido kam dann irgendwann einfach nicht mehr. Ich war zwar auch nicht jedes Mal da, aber aus einem mir selber nicht einmal bekannten Grund, ging ich doch öfter mal hin. Gegen Ende hatte ich dann immer ein Buch dabei. Es gab schließlich weder brauchbare Information, noch hatten wir generell irgendwas zu tun und da mir zu allem Überfluss auch noch der „Partner“ fehlte, saß ich nur alleine da. Zwei mal nahm sich mein fantastischer Lehrer auch seine Pseudofürsorglichkeit zusammen und kam mit dem Thema „was machen wir nur ohne Raido jetzt“ zu mir. Ergebnis dazu gabs natürlich nicht.

Im Endeffekt wollte er mir, sowie Raido ein D, also nicht-bestanden, dafür geben, weil wir keine „Gruppenarbeit“ gemacht haben. Wieso ich Schuld bin, ist mir ein großes Rätsel und außerdem kann man die „Gruppenarbeit“ der anderen Gruppe ungefähr so beschreiben: auf englisch über die letzten Ausflüge nach Tokyo rumbrüllen (Lehrer hats ignoriert), schlafen (Lehrer hats ingoniert) oder in diversen Sprachen Telefonieren (Lehrer hats ignoriert).

Ich hatte noch nie schlechteren Unterricht.

Unfähiges-Arschloch-Sensei hat mir und Raido im Endeffekt ein C gegeben. Uns kratzt es beide nicht. Auch ein D wäre mir Schnuppe. Ich kann keine Credits mit nach Deutschland mitnehmen und er auch nicht.

Dabei schien der Lehrer am Anfang so nett zu sein. Naja, vorbei, zu ende, abgeschlossen.

 

Aller Unterricht neben Japanisch war ohnehin schon im Dezember abgeschlossen. Da hätte ich sehr gerne Credits mit nach Halle genommen, aber die entsprechende Professorin in Halle hat den Austausch zu meiner herben Enttäuschung nicht bewilligt.

Die Japanischkurse waren dann auch einen Monat später dran. Prüfungen verliefen nicht allzu schlecht, dafür dass ich das Semester über nichts dafür getan habe. Denn den anderen 2 Lehrern waren wir ebenfalls völlig egal und genauso haben sie ihren Unterricht geführt. Bloß der 4. Lehrer (Schreiben/Lesen) war so in seinen Job versunken, dass er uns so mit Aufgaben zugeschmissen hat, die dazu auch noch thematisch so unangenehm waren, dass die von den anderen Lehrern schon gut abgestumpften Studenten nicht wirklich auf die Idee kamen, seinen Aufgaben nachzugehen.

3 Lehrer versauen uns das Lernen. Einer gibt sich richtig groß Mühe und bekommt den Frust auf die anderen voll ab. Welcome to Tsubuka internation student center language courses 2014.

Ansonsten gab es nichts wirklich für mich zu tun. Ich war noch immer dabei mein Geld zusammenzuhalten. Nur dass meine Reise nach Kyushu mich ganz schön blank gemacht hat. Irgendwie habe ich mit dem Restgeld und einigen Mahlzeiten bei Joseph aber bis zum nächsten Stipendium durchgehalten. Als dann die Rechnungen für Strom, Wasser, Telefon und 4x Monatsmieten kamen, habe ich Anfang Februar direkt mal ein komplettes Stipendium nur für meine Rechnungen rausgedrückt und musste mir Kohle von Joseph leihen.

Wenn ich mal rausging, dann eigentlich auch nur zu ihm auf ein Filmchen.

 

Unsere Lagerfeuerabende am See vor Ichinoya fanden auch ein jähes Ende.

Dieses durchaus falsch datierte Schild im bekannt schlechten Englisch der Japaner, schreckte nun davor ab.

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Selbst die Angaben auf der Meldung sind verfälscht. Wir, die Feuermacher, haben unser Feuer immer sauber ausgemacht und an dem Tag haben wir nicht mal eins veranstaltet. (täte das Jemand anderes, hätte ich von meiner Zimmer aus gehört, ich hör(t)e das immer – leider)

An dem Tag als 3 schmierige Bürokraten an die Feierstelle kamen, sich zu fein sich dreckig zu machen, bin ich auch zufällig gerade dort vorbeigegangen. Angeekelte Gesischtsausdrücke und keiner hat sich gewagt irgendwas anzufassen. Als deren Senpai (der senior) einem der anderen beiden sagte, dass etwas von dem Feuerholz, was wir ordentlich an der Seite aufgestapelt hatten, hochheben sollte, machte er eine regelrechte show daraus mit seiner Fingerspitzen-only-Arbeit.

Die ganze Aktion von den Leuten finde ich wirklich sowas von daneben.

An der Stelle stand auch über Jahre eine große Holzbank. Nicht nur die Studenten aus Ichinoya haben den Ort zum Grillen und Zusammensitzen genutzt, sondern wirklich viele Japaner von außerhalb kamen auch gerne dort hin. Vielleicht sogar mehr als die Anwohner selbst. Und die Bürokratenschaft hat veranlasst, dass selbst die Bank entsorgt wird.

Inzwischen stehen sogar 3 Verwarnschilder an dem See.

 

In Tsukuba schlug dann auch der Winter ein.

Aber knallhart. Wir hatten Rekordschneefall.

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Das war nach dem ersten Schneetag. Es sollte noch zwei weitere geben.

 

Direkt als der erste heftige Schnee kam, gab es zwei Stromausfälle in Tsukuba. Nicht nur Ichinoya, ganz Tsukuba. Da der zweite so um die 40 Sekunden war, gingen die Uni-server down und alle Wohnheime waren ihres Internets beraubt für ca 25 Stunden.

Ich habe dieses Jahr schon zwei dicke Romane durch. Das wäre einer und ein Teil vom anderen pro Monat. An dem Tag ohne Internet war ich so weit, dass ich mit meinem ganzen Equipment zu Joseph gehen wollte. Denn er nutzte kein Uni-Internet.

Mein Glück war: ich traf vollbepackt und so gut wie auf dem Weg eine Deutsche vor dem Haus, die mir gerade hochfreudig mitteilte, dass das Internet seit 5 Minuten wieder da ist.

Ich konnte mich kaum durch den Schnee bewegen und als ich am nächsten Tag einkaufen gefahren bin, musste ich auch feststellen, dass die Gehwege derbe zugefroren waren. Es gab nur dünne Reifenspuren, die wohl entstanden sind, als der Schnee noch frischer war, in denen man sich irgendwie vorschlängeln musste.

Das wäre wirklich kein Spaß gewesen vollbepackt so bis zu Joseph zu fahren. Es ist nicht weit. Aber weit genug.

An jenem Tages der Internetlosigkeit suchten auch andere Studenten nach Tätigkeiten.

So sind eine Vielzahl von Schneeskulpturen und ähnliches entstanden.

 

Die hier genau vor meiner Tür. Eine Gruppe von 4 Kerlen oder so, saß den ganzen Tag daran.

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Das Teil wurde einen Tag später von irgendwem umgekickt. Ich weiß nicht wieso, aber ich musste irgendwie denken, dass es vielleicht die Security war, die es als zu anstößig fand.

Direkt vor meinem Haus hier gab es auch noch eine Pyramiede und noch ein anderes, seltsames Schneegebilde. Aber niemand hat es fotografiert und ich bin ohnehin foto-faul.

 

Das hier, und einiges mehr, fand sich auf dem Campus an.

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Am zweiten Schneetag gab es nur ein kurzes blackout und das Internet war, welch Wunder, nach einer Minute sogar wieder da.

Aber dafür hat sich das Boilersystem von einigen Wohnheimgebäuden verabschiedet. Wenn ich das so erwähne, ist es ja klar, dass meine Behausung dazu zählt. Deshalb bin ich seit Mitte Februar bereits ohne warmes Wasser. Es ist auch nicht so, dass das nicht-warme Wasser kühl wäre oder so. Es ist verdammtes Eiswasser! Wenn ich Geschirr abwasche, spüre ich meistens nach dem ersten Stück schon einen stechenden Schmerz und anbahnende Taubheit in meinen Fingern.

Von zwei der Deutschen Studenten hier weiß ich, dass sie sich allen Ernstes unter dem Wasser geduscht haben. Sie meinten, dass sie es irgendwie stückchenweise gemacht haben, aber es soll derbe bitter gewesen sein.

Als Lösung für unser Problem gibt die Wohnheimleitung kostenlose Badehaustickets für betroffene Studenten aus. Zuerst bin ich zu Joseph gefahren zum Duschen, weil ich ohnehin mal raus wollte aber dann habe ich mich mit dem Badehaus angefreundet. Die Tür dort klemmt jedoch höllisch, was echt nervig ist. Der sound, wenn Jemand einen dieser Hocker bei den Duschen abstellt ist aber echt nice. So typisch Japanisch wie das hohle „klack“ durch den Raum schallt, der ansonsten nur von leichtem Geplätscher erfüllt ist.

Es ist nichtmal schlecht. Zuerst duschen und dann schön heiß baden. An sich wäre es mit 150 Yen auch nicht mal teuer. Aber ohne meine Notlage und ohne dass es kostenlos is wäre ich immer zu faul erst zum community center zu gehen, um mich zu waschen, auch wenn es gleich um die Ecke ist.

Es war vorher schon hochgradig scheiße, dass nur von ~17 bis 0 Uhr eine warme Dusche möglich ist aber jetzt sind die Zeiten sogar auf 18 bis 22 Uhr geschrumpft.

 

Tja… das letzte Ereignis, was ich hier noch festhalten werde ist ein Ausflug, den ich am 21.02. nach Shibuya unternommen habe.

Ein „Bayern Grill“ hat neu eröffnet und für Muttersprachler, die sich vorher anmelden und entweder weiblich, Studenten oder beides sind, war der Eintritt kostenlos. Da jener Eintrittspreis auch schlappe 3000 Yen waren, dachten die beiden anderen Deutschen und ich, dass es dort vielleicht was kostenloses gibt. Außerdem war es eine gute Chance aus Tsukuba rauszukommen. Die anderen beiden hypen Tokyo ohnehin sehr viel.

Pünktlich nach etlichen Tagen, an denen ich absolut gar nichts unternommen habe, wache ich an dem Tag so richtig mies erkältet auf, an dem ich etwas vor habe. Immer wieder dieser Mist…

Es ist nicht so, dass ich diesen Winter schon einmal gesund gewesen wäre. Es war immer eine konstante Marginalerkältung. Ein von mir schwer verhasster Zustand, gegen den ich aber nichts tun kann. Die Umstände von nahezu nutzloser Heitzung und keinem warmen Wasser haben es meiner Erkältung wohl recht leicht gemacht auszubrechen.

Jedenfalls sind wir dann in Shibuya angekommen. Ich mag ja persönlich das(den?) Flair von Tokyo. Es waren noch gut 2,5 Stunden Zeit bis der „Bayern Grill“ öffnen sollte. Adrian, meine Begleitung wollte sich noch einen Tischtennisschläger kaufen und so zogen wir zu einem Tischtennisgeschäft. Ich hatte ja gar keine Ahnung wie heftig teuer so was ist.

Danach, was doch etwas Zeit in Anspruch nahm, trafen wir uns mit Lukas, dem anderen Deutschen, und gingen billig japanisches Fastfood essen. Dann noch ein wenig sinnlos um die Häuser ziehen, um die Zeit zu vertreiben und die beiden haben in einem arcade-center auch noch ein game gespielt.

Als wir so durch die Straßen zogen, schwärmte Adrian fortwährend wie geil der Ort ist und wie obergeil es doch wäre hier zu wohnen. Sein Toyko-hype ist wirklich stark. Zitate wie „in jedem Gebäude hier ist mehr Leben als in ganz Tsukuba“ und „jede Frau hier sieht besser aus als alle in Tsukuba zusammen“ blieben bei mir hängen. Sein hype ging sogar so weit, dass er die Szenerie von Getränkeautomaten in einem Hauseingang nahezu angehimmelt hat. Einfach weil es in Shibuya war.

Die Zeit kam, wir gingen zum Bayern Grill. Er war im 6. Stock eines Gebäudes.

Natürlich waren die Deutschen, die den Laden schmissen, Bayern und bezauberten uns mit ihrer Sprache, die wir drei allesamt überhaupt nicht ab konnten.

Im Endeffekt gab es nicht mal was umsonst. In Japan ist es einfach normal, dass man einen Abend Stammtisch nennt und dann dafür einen Batzen Geld verlangt, ohne etwas besonderes zu bieten. Ein Prinzip, was zu Beginn nach nicht viel Sinn klingen mag. Aber im Endeffekt ist der Eintrittspreis, was die Leute anzieht. Wo die Deutschen wahrscheinlich beleidigt wären, dass sie für ihre Kohle nichts geboten bekommen, ist es für Japaner ganz normal. Sie hatten für ihr Geld Deutsche erwartet und die gab es da zur genüge.

Da ich gerade noch immer in meinem finanziellen Loch sitze und mir mein Stipendium erst nach diesem Wochenende die Rettung daraus gibt, gab Lukas mir ein Löwenbräu aus. Der Kerl hat ohnehin zu viel Schotter.

Nach kurzem sprachen uns drei Japanerinnen an. Zwei von ihnen lernten Deutsch, die andere war einfach nur so da. So das übliche. Man wird immer gefragt, wo man in Japan lebt, wieso man nach Japan gekommen ist und ob als was man mal arbeiten möchte. Adrian, der in dezenter Selbstliebe sehr penibel auf sein Äußeres achtet, hatte damit und in Kombination mit seinem so gut wie perfekten Japanisch in Kürze die Aufmerksamkeit von die meisten Japanern und Japanerinnen, mit denen er sprach. Die anderen Deutschen können den Kerl nicht wirklich leiden. Er hat nicht nur die narzisstische Veranlagung, sondern weigert sich auch wehement Englisch zu sprechen, hat diese übertriebene Liebe für Japan und Toyko und hasst Tsukuba abgrundtief. Aber ich komme ganz gut mit ihm klar.

Meine Erkältung setzte mir an dem Abend gut zu. Trotzdem unterhielt ich mich noch mit einer älteren Frau, die zunehmend betrunkener wurde. Es war nicht sehr interessant.

Dann fragten mich zwei weitere, nicht sonderlich junge Frauen, wo ich denn her komme und wir kamen ins Gespräch. Die eine sagte zwar nie was, aber die andere war durchaus eine belehrte Person und wir unterhielten uns den Rest Abends über Japan und Deutschland. Sie hatte früher auch mal am Goethe-Institut Deutsch gelernt und konnte es immer noch besser als etliche Studenten in Tsukuba, die im Deutsch-Club versuchen Vorträge zu halten.

Lukas schleppte an dem Abend noch 2 mal Japaner zu mir mit dem Kommentar „Hier, die wollen Deutsch sprechen, rede mal.“ … wieso ich? Es ist ja nicht so, dass er auch Deutschsprachler wäre.

Ansonsten bekam ich von meiner Gesprächspartnerin noch ein Bier spendiert und Lukas überließ mir, „dem Armen“, 500 Yen nachdem ich ihm ein Bier geholt hatte. Ich habe kein Problem Kleingeld anzunehmen. Aber so klein sind 500 Yen nun auch nicht. Eine nette Mahlzeit!

An diesem Abend habe ich wahrscheinlich das letzte Mal so wirklich Japanisch geübt und zweifelsohne mehr Japanisch gesprochen, als in dem ganzen Semester in meinem Japanischunterricht. Hätte ich ein weiteres Semester in den selben Kursen gehabt, wäre an dem Abend trotzdem noch mehr Sprachpraxis zusammengekommen. Traurig, Tsukuba, traurig.

Auch wenn es mir am Ende nicht sonderlich prickelnd ging, vor allem nach den zwei Stunden fahrt bis nach „hause“, so war es trotzdem sehr nett dort. Die Musik war übrigens bayrisches Jodel-Gedudle. Richtig mieser shit. Aber es war laut genug, dass man den Mist nicht hören musste.

Wäre ich länger in Japan, hätte ich mir gewünscht, dass ich öfters mit Leuten wie denen, die ich dort angetroffen habe, reden könnte. Aber nunja, mir ist das in meiner jetzigen Lage so ziemlich Bockwurst, denn in Kürze bin ich aus dem Land raus und sehe mich bisher nicht in einer Perspektive, in der ich Japanisch nochmal zum Einsatz bringen müsste, außer vielleicht für Bargespräche oder sowas.

 

 

An sich wollte ich mich noch mit meinen Freunden aus Kita-Senju treffen, die ich aus Deutschland kenne. Aber inzwischen ist es zur absoluten Normalität geworden, dass Japaner mich generell und so gut wie jedes Mal einfach sitzen lassen und enttäuschen. Von daher können die mich alle mal gewaltig. Einem schulde ich noch Geld und das sieht er auch noch wieder. Dann wars das.

 

 

So endet dieser Blog. Sollte etwas unerwartetes, awesometastic, fantastilicous whatever passieren, behalte ich mir vor noch darüber zu berichten. Außerdem folgt ja auch in Kürze noch ein kleines food-feature als Abschluss.

 

Jeden Beitrag mit Katzen, Memes und/oder Katzen-memes zu beenden war mir eine große Freude.

 

 

Was ich mir übrigens ungefähr erhoffte habe über das Jahr zu schreiben:

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Und was ich mir für Reaktionen erhofft habe:

cat_wtf

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Da ich von Anfang bis Ende außerdem keine Korrekturlesung gemacht habe, sind alle Fehler frei zum Mitnehmen, aber ohne Rückgabe.

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Die Leute, denen mein Blog nicht gefallen hat, lesen ohnehin schon lange nicht mehr. Auch wenn unter jenen Leuten auch einige von denen waren, die mich motiviert haben das hier zu schreiben.

Für mich ist das indirekter facepunch mit nicht sehr angenehmer Botschaft

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Aber nunja…

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Ich würde mich trotzdem freuen, wenn es viele Leute bis zum Schluss lesen. Genauso über mehr feedback würde ich mich ebenfalls freuen. Bald ist Gras über alles gewachsen und dann gehe ich ohnehin wieder in don’t-care-mode .. „Aha, der Blog, hm?“

 

Vielleicht sollte ich das hier mit einer Weisheit beenden?

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Stimmt …

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Byebye Welt der veröffentlichten Wörter. Vielleicht sehen wir uns mal wieder.

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T goes to Hell

Wo ich zuletzt stehen geblieben bin:

Joseph und ich waren auf Kyushu in einer Stadt namens Beppu in unserem Hostel angekommen und haben dort nach Benutzen des Hauseigenen Onsen (hot spring) übernachtet.

Eine weitere Übernachtung und die Heimreise stand noch an. Aber zuvor kommen natürlich die Erlebnisse des Tages in Beppu.

 

Der Plan: wir machen die „Hell Tour“ !

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Damit ist eine Tour von verschiedensten, besonderen Onsen in der Umgebung gemeint. Warum Hölle? Sie riechen nicht nur nach Schwefel, sie sind auch verdammt heiß!

 

Wir nahmen einen Bus, der uns direkt zu den ersten Hells brachte. Dort erwarben wir dann einen Pass, mit dem in 8 Hells gehen konnten.

Unterwegs sind mir dann noch weitere Hells aufgefallen, die aber nicht in dem Pass beinhaltet und bei denen auch keine Touristen zu sehen waren. Die Betreiber jener 8 Höllen, die sich zusammengeschlossen haben, schlossen mit ihrem „All“-Access-Pass also alle anderen Attraktionen ganz schön vom Geschäft aus.

 

Zuerst gingen wir in die Yama-Jigoku (Berg-Hölle)

Als wir es war echt schön mit Pflanzen ausgestattet und war wirklich nett anzusehen. Doch meine erste Reaktion war: „wtf, Flamingos?“

Worauf Joseph entgegnete: „Klar, Flamingos sind das wichtigste in einer Hölle.“

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Etwas zu der Szenerie vor Ort

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Ich fand verdammt cool, dass überall warmes Wasser langgeflossen ist. Es musste ja auch irgendwo hin.

Das hier kam von einem schicken Fußbad, was auf einer Anhöhe unter einem Holzpavilion errichtet worden war, das icb aber nicht fotografiert habe.

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Die erste coole Quelle, die wir fanden,, war nicht die, bei der das Schild für Yama-Jigoku stand, aber trotzdem cool

An dieser Stelle möchte ich vor den Fotos noch anmerken, dass ich, wie sollte es auch anders sein, meine Kamera, die Annmera, vergessen habe; und auch Joseph in seinem Kater-Modus seine Kamera nicht dabei hatte. Deshalb haben wir alles mit unseren Telefonen aufgenommen.

Außerdem war problematisch an den Fotos von Quellen ein Foto zu bekommen, auf dem der Dampf gut aussieht, sowie ein Foto zu bekommen, auf dem der Dampf nicht alles komplett verdeckt.

 

Hier ein Beispiel

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Zurück zu jener ersten Quelle, die Fotomotiv werden durfte. (die Auswahl der Bilder fiel mir über den ganzen Beitrag sehr schwer!)

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Ich fand dann auch natürlich noch die richtige Yama-Jigoku, so wie das Schild bekannt gibt.

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Wenn der Wind gut stand, sah es sogar so aus. Fast normal, wenn es nicht so kochend heiß wäre.

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Ich denke aber dass die Fotos nicht ausreichend wiedergeben können, was wir dort gesehen haben, da das Bild, was man vor Ort betrachtet, viel von dem sich bewegenden Dampf, dem Zischen und all dem lebt.

 

 

Als nächstes gingen wir in die Umi-Jigoku (Meeres-Hölle).

Ich kann mich noch erinnern, dass wir dort so richtig angefangen haben Facundo (Bacardi 8 Jahre) zu trinken. Wir nannten ihn übrigens Facundo, weil es auf der Flasche stand und Joseph schätzte, dass so wahrscheinlich der Erfinder gehießen haben könnte.

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Man erkennt auch (vielleicht) in diesem Steingebilde, das mich an einen Dämonenmund erinnert hat, einen Geysir. Das Teil wurde auch mit einer Steinplatte überdeckt, damit niemand von dem wunderschön blauen und 80-90°C heißen Wasser erwischt wurde.

 

 

Hier sieht man an den Toris, dass auch ein Schrein vor Ort war.

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Ein Schrein mit allem drum und ran natürlich.

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Nur den Schrein an sich haben wir natürlich nicht fotografiert. Ganz klassisch.

 

Die nächste Hölle war am wenigsten dampfig von allen.

Es war die Oniishi bozu – Jigoku (Onishii Mönchs – Hölle)

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ie hat ihrem Namen den Blasen zu verdanken, die aus dem, wahrscheinlich Lehm, Tümpeln aufsteigen, da man dachte, dass sie wie kahlgeschorene Mönchsköpfe aussehen.

 

Wir haben leider kein Bild hinbekommen, auf dem eine der Blasen gerade ihren runden Höhepunkt hat.

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Als wir dort waren, ist mir echt kalt geworden. Es kam etwas Wind auf und ich habe den Bacardi-Fluss nicht stabil genug gehalten.

 

 

Die nächste Hölle war die Kamado-Jigoku,

und ich habe keinen Ahnung zu dem Namen. Es geht irgendwie um einen Dämon und seinen Kochtopf.

 

Fotos von dem kitschigen, großen Dämon, der auf einer Anhöhe aufgestellt war, haben wir nicht gemacht.

 

Aber andere.

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Da war auch dieser recht klein geratene Japaner mit einem Pferdeschwanz (den man auch auf dem Bild von dem größeren blauen See sieht), der eine kleine Show dargeboten hat.

Ganz witzig fand ich, dass er ein Mikro am Kopf befestigt hatte, dass seine Stimme über eine Box wiedergab, die er am Gürtel trug.

Er hatte eine Zigarette angezündet und den Rauch in die leichten Dampffontänen gepustet, worauf bedeutend mehr Dampf raus kam.

So wie Japaner eben sind gab es jedes Mal (wirklich jedes Mal) das typische „Eeeeeeh“ und „oooooooooh“

Der kleine Kerl war witzig. Die ganzen Zigaretten von der Show ließen seine Stimme nicht unberührt und mit seinem Cappy und Weste-über-Jacke Style sah er aus wie ein Actionheld aus den 80s, der gleichzeitig Meistermechaniker war. Oder so.

 

 

Die 5. Hölle war die Oniyama-Jigoku (Dämonenberg-Hölle)

 

Dort war es jedoch unmöglich Fotos zu machen, weil der Dampf echt zu krass war. Den Schildern zufolge ist der Dampf dort stark genug, um ein und einen halben Zugwagon zu ziehen.

Außerdem hielten sie dort eine wirklich große Anzahl von Krokodilen. Die fanden den Winter aber gar nicht so lustig. In einem Prospekt wurde es als happy home für die Tiere bezeichnet, aber die meisten hingen so nah wie möglich an den Zuflüssen des warmen Wassers, da das restliche Wasser wohl nicht so warm war. Es gibt auch keine Bilder von denen. Die Gitterstäbe hätten kein gutes Bild ermöglicht.

 

 

Die letzte Hölle, die noch in der Nähe und mit unserem Pass betretbar war, nannte sich Shiroike-Jigoku (weißer Teich – Hölle)

Den Namen muss ich wahrscheinlich nicht weiter erklären. Jedoch steht auf meinem Prospekt Shiraike, was keinen Sinn macht. Ich tippe auf Verschreiber, aber vielleicht ist es auch einer dieser fantastischen Fälle, wo Japanische Zeichen mal einfach so nicht mehr so gelesen werden, wie sie eigentlich gelesen werden und das auch nur in diesem einem Fall, den man sich dann einfach auswendig zu merken hat. Wer weiß.

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Um die “weiße Hölle” herum befanden sich ebenfalls, warum auch immer, Aquarien und eine Bilderausstellungen von Zeichnungen. Wahrscheinlich, um noch irgendwas anderes anbieten zu können, als einen heißen, weißen Teich.

Damit hatten wir alle Höllen hinter uns, die wir einfach von unserem Busausstieg erreichen konnten (und die Teil von unserem 8-hells Ticket waren).

Wir hatten Hunger aber das erschien nebensächlich. Wir wollten die anderen beiden Höllen noch schaffen bevor sie schließen und außerdem hatten wir uns noch vorgenommen in ein bestimmtes Onsen zu gehen, von dem wir einen Flyer im Hostel gesehen haben. Ich meine; da sind wir schonmal in einer der Onsen-Orte schlechthin in Japan. Da sollten wir auch irgendwo verdammt cool baden gehen.

Es war kalt, aber sonnig und so entschlossen wir drei uns, ich, Joseph und Fakundo, keinen Bus zu nehmen und zu Fuß in den nächsten Stadtteil zu den verbleibenden zwei Höllen zu gehen.

 

Ich hatte, glaube ich, noch gar nicht erwähnt, dass die gesamte Reise über ein fetter Beutel mit kleinen Hefebrötchen an Josephs Rucksack gebaumelt hat. Es sah echt witzig aus und viele Leute haben ihn deshalb schräg angesehen. Ich hatte mir mal so eine Tüte im Großhandel gekauft und fand, dass es eine super Idee sein könnte sowas mit auf die Reise zu nehmen. Und die Idee war tatsächlich top. Wir nannten sie die breaddies, unsere kleine Brötchenarmee für Notfälle.

 

Den Weg zu Fuß zu nehmen war eine wirklich gute Idee. Durch Josephs mobiles Internet wussten wir auch wie wir zu gehen hatten und es boten sich wirklich starke Bilder, da die Stadt zwar am Meer lag, aber auch irgendwie Bergstadt zugleich war.

 

Ich hatte eine hard time die besten Bilder hier auszusuchen.

Das ausgefahrene an der Szenerie von Beppu ist ja, dass einfach überall Dampf aufsteigt. Echt viele Leute haben ihre Privaten heißen Quellen.

Ein Grundstück mit sowas muss echt verdammt viel wert sein, hatte Joseph dazu als Gedanken eingeworfen. Mein weitergesponnender Gedanke war weniger realistisch. „Wie könnte man eine heiße Quelle erschaffen? Wahrscheinlich müsste man Magier mit Landschaftsbau kombinieren.“

Anyway

 

Hier mit Meer.

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Mit mehr Berg.

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Along the way

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Die vorletzte Hölle war die Tatsumaki-Jigoku (Geysir-Hölle)
Da war also dieser Geysir, der auch noch überdacht war und alle 13 Minuten oder so ausbrach.

Es lief die ganze Zeit eine Erklärung, die sich ständig wiederholte.

Die steinernen Sitzplätze und die Warnungen nicht zu nah ran zu gehen, machten das ganze ziemlich spannend während wir auf den Ausbruch warteten.

 

Im Endeffekt war es super lahm. Der Geysir war so klein, dass ich nicht wirklich glauben wollte, dass er 30 Meter erreichen könnte, wenn man ihn nicht überdacht.

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Die letzte Hölle und damit unser Vorletzter Halt war die Chinoike-Jigoku (Blutsee-Hölle)

Das ist doch mal ein Name!

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Das ist wahrscheinlich das beste Foto, was ich machen konnte. Man kann durch den Dampf nicht viel erkennen. Deshalb nehme ich mir die Freiheit noch ein gegoogletes Bild zu posten.

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Früher haben die Leute im „Blutsee“ auf kleinen Schiffchen Kleidung rot gefärbt. Das habe ich in dem Vorhäuschen erfahren, in dem sie ein paar Infos ausgestellt haben.

Es war zwar der ruhigste Ort neben den Mönchsköpfen aber wirklich nicht zu verachten.

Auch dieses Bild hier mit mir drauf ist dort entstanden.

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Damit war unser Ticket verbraucht, denn wir hatten alle 8 Höllen besucht. Die Sonne verabschiedete sich auch allmählich, doch wir hatten noch immer Hunger. Ich wollte unbedingt Ramen essen und Mr. Religiös-Vegetarier wusste nicht so wirklich was er wollte.

Es gab ein Restaurant beim „Blutsee“ aber das hatte auch schon geschlossen, genau wie sich die Höllen an sich zu diesem Zeitpunkt auch zum Schließen bereit machten.

In der ganzen Umgebung schien es auch nichts wirklich zu geben, wo man was hätte essen können.

Außer… ein kleiner Takoyaki-Laden gegenüber auf der anderen Straßenseite.

Joseph hatte nichts dagegen, aber ich wollte eigentlich nicht. Aus unserer Aussichtslosigkeit heraus habe ich mich dann aber doch dazu entschlossen und wir aßen also Tintenfisch in Teigmantel. War nichtmal schlecht.

Während wir speisten, verschwand auch die Sonne. Nach dem Verlassen des kleinen Ladens war mir bitter kalt und auch Facundo konnte nicht ganz dagegen helfen. Müdigkeit und Dunkelheit spielten diesmal mit.

Unsere Wahl war. Entweder zurück zum Hostel und da nochmal ins kleine Onsen gehen, oder wie geplant noch in einen anderen Stadtteil fahren und dort das Onsen auschecken, was wir uns zuvor im Hostel angesehen haben.

Wir wollten uns erstmal die Busfahrpläne ansehen.

Da ich ohnehin nicht wusste wo wir waren oder wir hin musste, weil Joseph die Planung monopolisiert hatte, nutzte mir der Plan recht wenig.

Wir entschieden uns noch zu fahren. Doch es kam einfach kein Bus. Dabei kommen öffentliche Verkehrsmittel in Japan so gut wie nie zu spät.

Auf der anderen Straßenseite konnten wir dann den Bus beobachten, der uns eigentlich zum Hostel gebracht hätte. Sehr niederschlagend.

In der Nähe der Bushaltestelle waren Gitter, unten deren Öffnung Abflüsse lagen, und dort floß Quellwasser entlang. Heißes Quellwasser. Dementsprechend quoll warmer Dampf aus den Öffnungen und ich entschloss mich dazu über einem der Gitter zu stehen, bis es weiter geht. Es war immerhin marginal wärmer, wenn gerade ein größerer Stoß Dampf kam.

 

Irgendwann, nichtmal planmäßig, kam dann ein Bus, von dem Joseph dachte, dass er uns da hin bringt, wo wir hin wollen.

Ankommen in dem Stadtteil Myoban, der für seine viele Quellen/“Thermalbäder“, wie es so im Deutschen übersetzt wird, bekannt ist, hatte ich zumindest die Hoffnung, dass wir in iiirgendeiner Quelle baden konnten, selbst wenn wir die eine nicht fanden, zu der wir wollten.

Wir fanden sie tatsächlich nicht und ging vor und zurück um dies und das zu suchen. Aber Joseph gab nicht auf und im Endeffekt entdeckten wir den Ort dann doch.

 

Das hier war der Anblick, an dem wir erkannten, dass wir richtig waren.

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Diese altertümlichen, japanischen Strohhütten waren das Besondere an diesem Quellresort.

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Die Fotos sind nicht der Knaller, aber wer sich dafür interessiert kann ja nach Yu no Sato googlen. So heißt das Resort.

 

Wir hätte nicht viel mehr bezahlt, wenn wir uns so eine Hütte mieteten und obwohl das innere verdammt nice aussah, entschieden wir uns für das öffentliche Freiluftbad.

Damit habe ich dann ein weiteres Erlebnis abgeschlossen, was ich mir an Japan erhofft hatte und eigentlich dachte, dass es nicht wirklich zu verwirklichen ist: in einer natürlichen Quelle, die mit großen Steinen ausgeschmückt ist, unter freiem Himmel baden. Dass es fast rekordkalter Winter in Japan und Nacht sein würde … naja, wenn es schon so unberechnet möglich geworden ist, kann ja auch nicht alles stimmen.

 

Eigentlich wäscht man sich ja bevor man in eine Quelle geht. Doch aus den Wasserhähnen kam einfach kein warmes Wasser raus! Also schüttete ich mir zumindest etwas Quellwasser über, was auf die Schnelle vieel zu heiß war, und ging dann rein. Etliche Japaner haben sich erst gar nicht die Mühe gemacht und sind gleich reingegangen. Oder sie haben die Dusche in der Hütte neben der Umkleide entdeckt … das ist auch möglich.

Jedenfalls war es eine echt nette Quelle mit weißem Wasser (durch die Mineralien). Es hat sich auch etwas milchig auf der Haut angefühlt. Tagsüber hätte man auch noch die Aussicht genießen können, da die Quelle direkt auf einem Hügel lag und den Blick auf die Stadt frei gab. Wir hatten immerhin ein paar Sterne.

Bevor wir gingen, nahm Joseph sich die Unverschämtheit ein Foto vom Inneren zu machen, was ja eigentlich verboten ist.

… nicht dass man viel erkennen könnte.

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Wir genossen noch einen typischen, japanischen Erfrischungsdrink, der dafür bekannt ist nach Quellbesuchen getrunken zu werden und es schien damit noch ein gutes Ende genommen zu haben. Zumindest bis Joseph mir mitteilte, dass der Bus, den wir nehmen müssen, in 7 Minuten abfährt und gar nicht mal so nah gelegen ist, da das Gelände von Yu no Sato recht weit gezogen ist. Dazu kam, dass der nächste Bus in über einer Stunde käme. Wir rannten los.

Den Bus haben wir auch noch gerade so erwischt. Glück gehabt, ich habe uns schon schwer angepisst in der Kälte warten sehen.

 

Damit endete dieser durchaus gelungene Tag mit meinem wohl nicht ganz so infernalischem Besuch in 8 Höllen von Beppu. Ich habe zwar drei Mal gebangt, dass wir nicht rechtzeitig irgendwo ankommen aber das ist scheinbar normal für mich, wenn auch keine wünschenswerte Eigenschaft auf Reisen. Selbst wenn man alles lieber perfekt voraussehen möchte, wer macht sich schon gerne Sorgen?

 

 

Ich freue mich, dass noch immer Leute gefallen daran finden das hier zu lesen und das ist auch der einzige Grund, weshalb ich meine Zeit damit verbringe darüber zu schreiben.

 

 

Wie ich mir interessierte Leser erhoffe:

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Wie ich befürchte, dass meine Leser sind:

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Wie sie vielleicht(?) am Ende sind:

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Das hier ist unter Umständen der vorletzte Beitrag gewesen.

 

stay tuned

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Wo ich zuletzt abgesetzt habe:

Joseph und ich befanden uns noch immer auf Kyushu und zwar in einem Zug, der in Fukuoka startete und unser Ziel war Beppu, ein Städchen berühmt für seine heißen Quellen.

 

Mit Zugfahren kannten wir uns ja inzwischen bestens aus. Um nach Fukuoka zu kommen, waren wir immerhin zwei komplette Tage auf Schienen unterwegs.

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Damit war der letzte Stempel auf unserem Seishun 18 Ticket und damit war dieses Ticket entwertet.

 

Wir hielten mal hier und mal dort zwischendurch. Aber es waren nicht annähernd so viele Umstiege wie in den zwei Tagen, die wir nach Fukuoka gefahren sind.

Einer unserer Zwischenstops war in einem Ort namens Yufuin.

Zuerst sah es so aus, als ob wir den Bahnhof nicht verlassen konnten. Denn da wir nur noch einen Stempel auf unserem Seishun-Ticket frei hatten, musste einer von uns so eins kaufen und Joseph benutzt das Suica-System mit seinem Telefon. Das heißt: er hält sein Telefon an die Eingangschranke vom Bahnhof und wenn er dann seinen Zielbahnhof verlässt, hält er es wieder an die Ausgangsschranke und der Fahrpreis wird von seiner Kreditkarte abgebucht. Sehr praktisch. Nur hatte Yufuin anstelle von den üblichen Schranken eine junge Frau, die freundlich die Tickets kontrolliert hat. Aber wir konnten ihr erklären, dass wir nur umsteigen und nur ein wenig essen wollen. Immerhin hatte ich auch das Seishun und der Hand und so ließ sie uns raus.

Die Stadt schien auch für heiße Quellen beliebt zu sein. Viel mehr gab es dort dann wohl auch nicht. Es war kalt aber kein unfreundliches Wetter.

 

Das hier war der Blick, den wir nach verlassen des Bahnhofs hatten. Ich stehe ja auf diese Berge, die scheinbar überall in Japan einfach spontan so in der Landschaft abhängen.

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Hier noch ein Bild aus Yufuin, was ziemlich Japanisch aussieht, wie ich finde. (das haben Bilder mit Toris einfach so an sich.

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Unser Ziel war etwas zu essen und zwar nicht nur vom Kombini. Mal was restaurantisches. Das ist aber gar nicht so einfach mit Joseph als Vegetarier.

Im Endeffekt haben wir nichts gefunden und im Kombini food gegekauft.

Dazu haben ich sogar tatsächlich mal ein Bild von einem Kombini. In diesem Fall von Lawson. Eigentlich habe ich es nur wegen der Berge gemacht, aber immerhin.

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Der kurze Aufenthalt in Yufuin war schnell vorüber, so wie das immer mit kurzen Aufenthalten so ist, und wir fuhren weiter nach Beppu, wo wir sogar noch im Tageslicht eintrafen.

 

Als wir den Bahnhof verließen, war direkt ein wenig Schwefelgeruch in der Luft. Ganz dezent und nicht unangenehm, denn das verdeutlichte sofort, das diese Stadt wirklich viele heiße Quellen haben muss.

 

Vor dem Bahnhof stand auch diese seltsame Statue, in die sich Joseph, warum auch immer, sofort verliebt hat. An dem Abend machte er bereits etliche Fotos, aber als wir das nächste Mal dort waren, kamen noch mehr Fotos dazu.

 

Hier mal eins.

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Es war der pikapika no ojisan, der glitzernde Onkel. Ein alter Mann, der in Beppu lebte und der bei Kindern beliebt war. Schon seltsam wer so Statuen gebaut bekommt.

 

Vor dem Bahnhof befand sich ebenfalls eine kleine Quelle, die ich verdammt cool fand, während Joseph nur Augen für seinen Ojisan hatte.

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Sieht doch cool aus oder?

 

Hier ein Kommentar, den ich schon länger machen wollte.

Was ist eigentlich mit Japanischen Karten los? Wieso ist Norden einfach immer da, wo es ihnen gerade passt? Sind Deutsche Karten aus so bescheuert?

Hier mal ein Beispiel. Man achte auf den eingezeichneten Kompass auf beiden Karten.

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So ziemlich jede Karte, die wir fanden hatte Norden einfach irgendwo, aber nie ganz oben.

Falls sich Jemand noch daran erinnern kann, wie ich mit Inka unser Hostel in Sapporo suchen musste. Ich denke jetzt, dass auch die Karte damals, die ja irgendwie seltsam war, einfach gedreht war.

 

Anyway, back to Kontext.

Wir gingen dann zu unserem Hostel, checkten in unser diesmal Privatzimmer ein und überdachten unsere Planung. Zuerst mal was essen gehen, dann das Hosteleigenen Onsen (reminder. Japanisches Wort für heiße Quelle zum baden) auschecken und vielleicht noch ein Bier vom Konibi.

Vor dem Hostel gab es dieses coole Fußbad, was ich noch zeigen möchte. Falls Jemand,  nicht darauf schließen konnte: es war heißes Quellwasser.

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Sie hatten schließlich ihre eigene Quelle, also konnten sie sowas auch bringen. Echt nice !

Zum Abendbrot gab es dann Sushi in der Nähe vom Bahnhof; auf dem Weg noch im Kobini eingekauft und dann den Tag mit Bier und einem kleinem Käsekuchen nach dem heißen Bad ausklingen lassen.

Wir saßen noch im „manga room“ und ich versuchte Japanisch zu lesen, was ich nach 6 Seiten aufgab, und wir hatten abschließend noch eine kleine Unterhaltung mit einem Japaner, der sein Englisch üben wollte. Er war Geschichtslehrer und machte eine kleinen solo-Trip nach Beppu.

Joseph trank an dem Abend aber kein Bier. Die letzte Nacht in Fukuoka bzw. all das was er dort im Izakya getrunken hatte, machte ihm noch zu schaffen. Das erinnerte mich an Kyoto, wo wir nach unserem ersten Reisetag übernachteten. Ganz so schlimm war es nicht, aber es war schon witzig, dass er zwei Tage nichtmal ein Bier trinken konnte, weil er noch so fertig war.

Das Datum schrieb übrigens den 29.12.

 

Damit endet der Kurzbeitrag hier.

Nächstes Mal kommt der interessante Teil.

 

Bei mir ist schon Wochenende. Uni ist vorbei. Komplett vorbei. Nichts zu tun.

Wenn ich den Beitrag poste, ist sicherlich dann auch in Deutschland schon Wochenende.

Aber trotzdem …

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Dezember im Süden; trotzdem kalt

Nun gut. Der Blog neigt sich dem Ende zu. Aber 2-3 Beiträge stehen mindestens noch aus.

 

Es ward also Weihnachten im Land der aufgehenden Sonne.

Das selbe Musikgedudel, was ich auch am Deutschen Weihnachten so verabscheue. Aber kein Funken Weihnachtsstimmung dazu. In Japan bedeutet Weihnachten Hähnchen von Kentucky Fried Chicken zu essen. Und frei hat am 24. oder den Folgetagen sowieso niemand hier.

Ich bin am 24. bei Joseph und seiner Freundin Lachin eingeladen gewesen. Nicht dass ich nicht ohnehin jede Woche ständig bei den beiden wäre, aber ich hab diese Einladung wirklich sehr gerne wahrgenommen.

Rafa der kleine, verrückte Mexikaner war ebenfalls dort mit seiner Freundin Eriko, sowie eine halb Japanerin, halb Brasilianerin. Außerdem kam noch ein weiterer Tom. Er wurde zu Black-Tom. Schon witzig, weil ich ja eigentlich immer Schwarz trage. Aber seine Hautfarbe war ausschlaggebender als mein Kleidungsstil.

Ich war natürlich der erste, weil ich pünktlich kam. Die anderen haben sich massig Zeit gelassen. Das zeigt mir immer wieder, wieso Leute über Deutsche Pünktlichkeit reden. Wenn wir 15 Minuten zu spät kommen, ist das noch ok. Wenn Japaner 3 Stunden zu spät kommen, ist es scheinbar noch ok bei denen.

Jedenfalls haben Joseph und Lachin im Großmarkt dick Futter eingekauft. Pizza, Paelia, Hähnchen und ehm … ich glaube das wars, oder hatten wir auch noch Kuchen? Naja wayne, ich hab mich übermäßig vollgefressen, denn es war lecker.

Ich hatte auch Geschenke für meine beiden Gastgeber. Wenn ich Leute besser kenne und auch zu schätzen gelernt habe, schenke ich gerne ein Buch, das genau zu der Person passt oder wovon ich zumindest denke, dass es genau dieser Fall ist. Und eben das habe ich für Joseph und Lachin getan. Sie haben auch wirklich darüber gefreut und Lachin wollte nicht glauben, dass die weisen Worte, die ich für sie in ihr Buch geschrieben habe tatsächlich von mir stammen. Doch dummerweise studieren die beiden derartig viel, dass sie es bis heute noch nicht geschafft haben ihre Bücher anzulesen.

Lachin und Eriko haben kamen dann mit Geschenken für jeden und jeder sollte eins ziehen. Ich war very excited darüber, da ich nicht nur ein Geschenk bekam, sondern auch noch ein Zufallsprinzip dahinter stand.

Im Endeffekt waren es fluffige Socken für jeden. Ich habe welche mit Erdbeeren gezogen. Fand ich echt witzig, doch leider waren sie mir zu klein und ich tauschte sie gegen lila Fluffsocken ein. Als ich Rafa dann sagte, dass ich neidisch auf seine pinken bin, bot er mir an zu tauschen. Mein Vorschlag an ihn war: lass uns doch nur eine Socke tauschen.

Vorschlag akzeptiert.

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Wir wurden sock-buddies. Wenn man das ein wenig anders ausspricht, klingt das sehr seltsam.

 

Am nächsten Tag stand Joseph und meine Reise gen Süden an. Und zwar ab 10 Uhr morgens.

Deshalb bin ich nach Ableben der Whiskyflasche gegen 2 Uhr nach hause gegangen.

Joseph war bereits in drunken-mode und wollte mich keineswegs gehen lassen. Aber ich ging.

 

Am nächsten Morgen konnte er sich nichtmal mehr daran erinnern wie ich gegangen bin.

Er erfuhr nur noch von Lachin, dass er irgendwann gegen 4 Uhr seine Sachen gepackt hat und zu mir gehen wollte. Er war der Meinung, dass ich ansonsten nicht aufwache und wir den Bus verpassen. Zu meinem Glück schlief er ein, bevor er diese grandios bescheuerte Idee umsetzen konnte.

Hier ein Bild von Black-Tom und Joseph irgendwann früh morgens. Der Whisky war zwar alle, aber die beiden haben auch noch einen Gin bezwungen.

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Ich will nicht sagen, dass ich mich gut gefühlt habe, als ich dann morgens aufgestanden bin. Aber im Vergleich zu Joseph ging es mir blendend.

Bevor ich in der Nacht aufgebrochen bin, sagte Joseph noch, dass wir uns 9:45 vor meinem Haus treffen, damit wir zu Fuß zum Bus gehen können.

Ich machte mir ehrlich gesagt Vorwürfe, dass ich es erst 9:50 vor die Tür geschafft habe, doch es war auch keine Spur von meiner Reisebegleitung. 9:55 rief ich ihn dann an und teilte ihm mit, dass wir uns vor 10 Minuten treffen wollten. Glücklicherweise war er immerhin schon auf dem Weg.

Als er dann gegen 10 in Ichinoya ankam, war der Plan von dem zu Fuß gehen vergessen. Tatsächlich erinnerte ich sich wirklich nicht mehr daran.

Also fuhren wir mit Fahrrädern zur Bushaltestelle und verpassten trotzdem unseren Bus dank Mr. Hangover.

Zu diesem Zeitpunkt war ich dezent sauer auf den Kerl. Wenn es einen Plan gibt und er dann wegen so etwas kaputt gemacht wird, werde ich immer etwas, sagen wir, mental angespannt. Außerdem wusste ich ja nicht inwiefern unsere Möglichkeiten stehen, dass wir noch rechtzeitig am Ziel ankommen.

An dieser Stelle nehme ich mir ein wenig Zeit, um die Reise überhaupt zu erklären, damit das alles etwas verständlicher wird.

So ungefähr irgendwann im Oktober kam Joseph auf die Idee eine Reise zu machen, und zwar mit mir. Außerdem steht er total darauf alles durchzuplanen, zu organisieren und dafür verantwortlich zu sein, was dann auch zur Voraussetzung dafür wurde, dass ich mitkomme. Denn ich hatte echt keinen Bock auf Planung.

Die Idee zu der Reise ist ihm gekommen, weil es zu bestimmten Zeitpunkten das sogenannte Seishun18-Ticket gibt, mit dem man 5x einen Tag lang alle nicht-express Züge benutzen kann.

Außerdem steht Joseph total darauf sich in Zügen zu betrinken und da wir bei derartiger Reise 2 komplette Tage in Zügen verbringen würden… ja, perfekte Reise für ihn. Ich war bei dem Betrinken-Part ehrlich gesagt besorgt, dass ich das nicht durchstehe. Was das Trinken angeht, ist Joseph echt crazy.

Bei unseren zwei Treffen um die Reise zu besprechen ging es eigentlich nur darum wo es eigentlich hin geht.

Wenn man sich mit Joseph trifft, um irgendwas zu besprechen, zieht es sich leider ewig hin. Zuerst wird das Thema gar nicht angesprochen. Smalltalk, Rumsitzen undso. Und wenn ich dann dränge, dass wir zum Thema kommen, bekomme ich meistens die typisch lateinamerikanische Antwort „Hast du’s eilig oder was? Wir kommen schon noch dazu, ganz ruhig.“

Ich bin eindeutig zu Deutsch für den Kerl und das sagt er auch öfters.

Jedenfalls war ich stark dagegen, dass wir zum nördlichsten Punk Japans fahren. Wäre echt ne scheiß Idee gewesen im Winter. Also ging es in den Süden.

Der Plan: Nach Fukuoka in einem Tag dann nach und Beppu und noch irgendwo hin. Die Orte lagen alle auf Kyushu, der Südinsel.

Als dann beschlossen war wo es hin geht, fing er an nach Zügen zu suchen ect. und ich war schwer genervt davon. Denn abgemacht war: er organisiert alles und ich muss mich nicht darum kümmern. Ich bin an dem Tag nicht zu ihm gekommen, um ihm zuzusehen wie er über Bahnverbindungen grübelt.

Als es dann ein oder zwei Wochen später dazu kam, dass Joseph den Moonlightnagara-Zug buchen wollte, welcher der einzige ist, für den wir eine Reservierung brauchten, mussten wir den Plan ändern, da er ausgebucht war.

Der neue Plan sah eine Nacht in Kyoto vor. Im Endeffekt also 2 Tage Anreise bis nach Fukuoka.

Nachdem das beschlossen war, besorgte Joseph uns noch Schlafplätze in einem Hostel in Kyoto und Beppu und einem Hotel in Fukuoka, das genauso billig war wie die Hostels.

Es konnte also losgehen.

Damit zurück zu mir und Mr.Hangover an diesem kalten Morgen am 25.12. an jener Bushaltestelle, wo wir unseren Bus nach Tsuchiura verpasst haben, von wo wir den ersten Zug hätten nehmen wollen.

Ich war schwer nervös, weil ich in solchen wir-habens-vermasselt-Situationen immer nervös werde.

Aber Joseph war die Ruhe selbst. „Maaann! Ganz ruhig, das klappt schon irgendwie.“

Wir er so ruhig sein konnte, weiß ich auch nicht. Wir sollten immerhin 12 bis 15 Stunden in Kyoto in unserem Hostel einchecken und wenn wir den geplanten Zug nicht erwischen, hätten wir es nicht geschafft und säßen iiirgendwo in Japan Nachts fest.

Am Abend davor sagte Joseph auch, ich sollte daran denken mein Handy aufzuladen. Daran hätte ich sogar ohne ihn gedacht. Jedoch er hat seins natürlich nicht aufgeladen. Das wäre ja auch zu schön gewesen. Unser kompletter Zugplan, mit dem wir reisen mussten war ja auch nur digital auf seinem Handy. Einige unserer Umstiege waren zeitlich wirklich bedenklich knapp bemessen und wir mussten vor dem Aussteigen aus dem Zug wissen an welches Gleis wir zu gehen hatten.

Aber auch das brachte den Kerl nicht aus der Ruhe. Wahrscheinlich ging es ihm so schlecht, dass er sich gar nicht aufregen konnte. Er hatte übrigens eine mächtige Fahne.

Wir standen dort also an dieser Bushaltestelle und er sah sich im Internet die Buspläne an, da wir die vor Ort irgendwie nicht verstanden haben. Dass Batterie von unserem verdammt wichtigen Zugplan verbracht wurde, fand ich gar nicht so witzig.

Joseph kam nicht wirklich zu einem Ergebnis, meinte aber ganz sicher, dass wir noch irgendwie rechtzeitig in Tsuchiura ankommen werden. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite kam dann ein Bus. Joseph machte nicht den Eindruck zu wissen, was das für ein Bus war. Aber von einer Sekunde auf die nächste, war er sich sicher, dass wir den nehmen müssen. Im Bus habe ich dann herausgefunden, dass der Bus zum Tsukuba-Center fährt und Joseph war nur like this „Eeeeh, hast du mir nicht vertraut oder was? Natürlich fährt der zum Center.“

Wir kamen dann also beim Center an, nahmen dort einen weiteren Bus nach Tsuchiura, der verwunderlicherweise zu spät kam, was sehr selten bei öffentlichen Verkehrsmitteln in Japan ist, waren tatsächlich noch pünktlichkeit am Bahnhof in Tsuchiura.

Das Seishun18-Kippu bekam seine ersten 2 Stempel und wir waren in unserem ersten Zug. Erfolg, irgendwie doch.

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Es war Vormittags irgendwann zwischen 11 und 12 und 14 Umstiege erwarteten uns noch, bis wir kurz vor Mitternacht in Kyoto ankommen würden. Zwischendurch einen Zug zu verpassen bedeutete, dass wir wahrscheinlich nicht rechtzeitig ankommen würden. Das Ticket gilt schließlich immer nur bis Mitternacht.

An jedem Bahnhof suchte Joseph krampfhaft nach Steckdosen, um vielleicht 2 oder 3% Batterie aufzuladen. Außerdem suchten wir, wenn möglich, bei jedem Stop einen Kombini auf, um Wasser nachzukaufen und eventuell mit einem Bento oder Onigiri oder so die Nahrungsaufnahme abzudecken.

Der Teil mit dem Betrinken fiel ganz aus, da es Joseph wirklich beschissen ging.

 

Auch 14 Umstiege und über 12 Stunden on the road gehen vorbei. Ich hätte ehrlich gesagt nicht erwartet nochmal so schnell in Kyoto zu sein, wenn überhaupt. Und dann erst recht nicht zur Weihnachtszeit. Mit ist ganz und gar entfallen, dass Weihnachten war, bis ich die geschmückten Bäume vor dem Kyotoer Bahnhof gesehen habe.

Wir sind fix an unserem Hostel angekommen. Doch Joseph war etwas enttäuscht, da er ganz vergessen hatte, dass er Schlafsaalplätze gebucht hat, was er eigentlich gar nicht leiden konnte.

Unseren Kram reingebracht, Betten bezogen und dann nochmal kurz raus. Wir wollten Ramen essen. Auf dem Weg zum Hostel haben wir auch einen Ramenladen gesehen aber da dort die Leute Schlage standen, entschieden wir uns einen anderen Aufzusuchen. Ich kann dieses Schlangestehen einfach nicht leiden.

Wir haben dann in einer Nebenstraße von einer ganz netten Ecke einen Laden gefunden, der ganz ok aussah und wir auch nur kurz anstehen mussten. Aber die Ramen waren echt ekelig im Endeffekt.

Auf dem Rückweg zum Hostel habe ich mir noch eine Dose Bier im Kombini gekauft, denn wir wollten noch die Lounge des Hostels auschecken. Joseph begnügte sich mit einer kleinen Kaffeedose. Sein Hangover war noch immer stark genug ihn von Alkohol fernzuhalten.

Die Lounge war tatsächlich richtig nice. Verdammt groß, super eingerichtet. Es gab 2 Sofa-Ecken, eine Reihe mit PCs und Stühlen, um sich daran zu setzen und ecke japanische Ecke mit Tatamiboden und niedrigem Tisch. Eine Küche war auf angeschlossen, sowie ein Balkon mit ebenfalls Tischen und Stühlen. Für die Weihnachtszeit hatten sie auch einen weißen Kunstweihnachtsbaum stehen, der mit viel bling bling beleuchtet war.

Wir waren wirklich geschafft von der Reise.

Also nur das Bierchen geleert und dann ab ins Bett.

Es stand auch die Fragen im Raum: sollen wir früher aufstehen und noch was in Kyoto sehen oder länger schlafen und dann einfach weiter fahren.

..Scheiß auf Kyoto, die Stadt ist ohnehin immer so schlecht zu mir.

 

Hier wir zwei in jener Lounge.

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Joseph sagte mir, dass er sich um den Wecker kümmert. OK.

Wie musste es natürlich kommen: er stellte den seinen Wecker so, dass wir hetzen mussten. Und dem nicht genug getan: er brauchte auch Ewigkeiten im Bad.

So hechteten wir also zum Bahnhof, kauften noch ein wenig Wasser und eine Kleinigkeit zum Essen in einem Bahnhofskombini und ab gings in den ersten Zug des zweiten Tages. Zwei weitere Stempel auf dem Ticket.

Dieses Mal waren es nuuur 10 Umstiege bis wir Fukuoka erreichen würden.

Es gab aber weniger von den zeitlich knappen Umstiegen und allgemein; diese Fahrt ist bedeutend smoother verlaufen. Das lag vielleicht auch daran, dass wir uns an unseren Schnapps gemacht haben. Ich hatte eine dicke Flasche Teachers Whisky; nicht der beste aber noch trinkbar, und Joseph eine Flasche von dem guten, 8 Jahre Bacardi.

Die beiden Flaschen sollten später als Sensei und Facundo benannt werden.

 

Unser zweiter day on the road verlief bedeutend ruhiger als der erste.

Das einzige erwähnenswerte, was mir dazu gerade einfällt ist, dass wir in Iwakuni einen kleinen Aufenthalt hatten und die für den Ort berühmte Brücke ansehen wollten, weil sie auch über die Weihnachtszeit mit Beleuchtung geschmückt sein soll. Aber sie war leider zu weit weg vom Bahnhof, also sind wir nicht gegangen.

Unser Alkoholkonsum war auch sehr gering. Ein sehr ruhiger Reisetag.

Gegen Ende, also kurz vor Fukuoka, habe ich noch ein simples Kartenspiel erfunden, weil wir zwar Karten hatten, aber keine Ahnung wie wir spielen sollten.

 

In Fukuoka angekommen war ich super happy über das Wetter. Es war bedeutend wärmer als in den anderen Orten auf Honshu, wo wir immer mal gehalten haben. Richtig angenehm. Selbst der Wind fühlte sich gut an. Als wir die Reise geplant hatten, habe ich auf genau das gehofft. Warme Temperaturen im Süden.

Wir waren total geschafft von der Fahrt und haben an dem Abend nichts weiter gemacht.

 

Am nächsten Morgen kam dann der Hammer. Wir reisen also 2 Tage lang in den Süden. Es ist herrlich angenehm als wir ankommen. Und an jenem Morgen schneit es draußen und es ist genauso kalt wie es auch schon in Tsukuba war. Zonk.

Immerhin waren wir da, wo wir hin wollten. Wobei für Joseph ohnehin die Reise das Ziel war, obwohl er ja die Hälfte davon in einem fragwürdig angenehmen Zustand verbracht hat.

Wir hatten an sich keine wirklichen Pläne für Fukuoka, also gingen wir einfach mal los. Es war kalt und windig.

Zuerst fanden wir uns in Tenjin-chô wieder. Der Stadt der Himmelsmenschen, wenn ich das mal frei aus dem Japanischen übersetze. Es war eine wirklich lange Einkaufpassage und wir waren auf der Suche nach Futter. Nachdem wir die Passage einmal komplett durchquert hatten, entschlossen wir uns ein kleines italienisches Restaurant am Anfang der Passage aufzusuchen. Also wieder zurück. Doch die Entscheidung war gut getroffen. Ein wirklich netter Laden und wir überlegten, ob wir Abends wieder dort hin gehen würden. Denn der Plan für die Nacht war, dass Joseph eine Freundin aus Peru trifft, die in Fukuoka studiert und wir zusammen einen trinken. Ich bat Joseph auch in dem Laden, dass er die Peruanerin doch mal kontaktieren sollte, damit wir wissen, wann und wo wir uns am Abend treffen würden.

Ihre Antwort kam, sie hatte völlig vergessen, dass Joseph nach Fukuoka kommt. Ziemlich typisch lateinamerikanisch. Sie hatte zwar Pläne ins Kino zu gehen, aber danach so um 11 oder halb 12 würde sie dann Zeit für uns haben. Naja, dann sollte es so sein.

Die Passage hatte leider ansonsten nichts sonderlich ansprechendes zu bieten. In einem Taschen-Laden diskutierten Joseph und ich darüber wie wenig Geld in Japan doch wert ist am Beispiel einer Tasche. Jene Tasche kostete 6000 Yen und wenn ich wirklich eine Tasche bräuchte, hätte ich erwägt sie zu kaufen, denn sie sah echt gut aus. Doch dann kam die Überlegung: würde ich sie mir auch für 50 oder 60 $ kaufen? Nein, das würde ich nicht, obwohl es ja umgerechnet genau das wäre. Mir kam dann auch der Gedanke, dass ich in Japan so wenig Geld wie möglich ausgeben sollte, da ich in Deutschland mit dem selben Geld ja viel mehr kaufen könnte, aber ich behielt den Gedanken für mich und verdrängte ihn. Ich war ja ohnehin seit Ende September auf Sparmodus und es brachte nichts über ausgegebenes Geld zu trauern.

Die Frage war nun, was machen wir jetzt in Fukuoka bis zum Abend?

Ich meldete mich zu Wort, dass ich zumindest mal kurz sehen möchte, ob mir irgendwelche Klamotten irgendwo gefallen könnten. Also ein wenig Shopping.

Dann suchten wir den Kanal auf. Joseph zufolge sollte auf einer Seite ein Shoppingdistrikt sein und auf der anderen der Rotlichlichdistrikt.

Da wir nicht wussten welche Seite welche war, gingen wir einfach mal so drauf los und natürlich in auf die falsche Seite. Es war trotzdem interessant Fukuokas Rotlicht zu sehen, auch wenn es gerade mal früher Nachmittag war. Es war eine sehr schmale Straße mit wirklich nicht großen Gebäuden und vor jedem stand einer von diesen Leuten, die Kunden ranwinken. Je weiter mal auf dieser Straße ging, desto direkter wurden die „Geschäfte“. Anfangs hätten es vielleicht noch Hostessclubs sein können oder sowas aber in dem letzten Abschnitt wurden wir von den people pullers dann auch direkt angesprochen und ich kann mich noch an den einen erinnern, weil seine Aussprache echt so war, als ob er nach der Uhrzeit fragen wollte aber seine Worte waren „Hey, you want sex?“ Joseph wehrte ihn freundlich ab und seine Antwort klang, als ob wir ihm verwehrt hätten die Uhrzeit mitzuteilen. Komischer Vogel.

Warum auch immer wusste Joseph aber wo wir lang gingen und hatte total den Plan welche Straßen wir zu nehmen hatten.

Wir steuerten ein Kaufhaus mit einem interessanten Namen an

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aber da war ziemlich tote Hose drin und auch alles völlig overpriced.

Woran ich mich nur gut erinnern kann ist jedoch folgendes. Als ich vor einer Toilette auf Joseph gewartet habe, Anmerkung: das musste ich ständig und überall, ging ein alter Japanischer Mann in eben jene Toilette und tat, was Japaner ganz gern dort tun, ich jedoch fragwürdig finde.

Er stellte sich vors Waschbecken und fing an alles aus seiner Nase hochzuziehen, was ging und am besten noch mehr und dann mit eingeübter Professionalität das ganze in beträchtlichster Lautstärke hochzuwürgen und auszuspucken. Das tat er einige Male und nicht wenige und verließ diesen öffentlichen Ort der Erleichterung wieder. Als er dann wieder seiner Wege ging, zog er noch 2-3 Mal kräftig hoch. Vielleicht um nachzuprüfen was übrig ist; ich weiß es nicht. Aber es störte ihn kein Stück, dass er mit diesem Verhalten an Menschen vorbeiging und die Frauen, die ihn zu dem Zeitpunkt passierten, schienen sich auch nicht daran zu stören.

Ich habe das nicht zum ersten Mal beobachtet. Im Sommer in Kyoto habe ich sogar krassere Kollegen gesehen. Aber es schockiert mich jedes Mal wieder.

Verlassen wir dieses schleimige Thema, ich fühle mich selber gerade seltsam darüber geschrieben zu haben.

Jedenfalls zogen wir weiter und Joseph wollte noch ein wenig ziellos umherirren. Das war tatsächlich sein Vorhaben. Aber der Wind war wirklich stark und es war wirklich kalt. Also überzeugte ich ihn, dass wir einen Ort aufsuchen sollten, wo wir geschützt sind. Denn wir tranken zwar weiter an meinem Whisky, dem Sensei, den wir bereits am Vortag im Zug begonnen hatten, aber es ist eben trotzdem besser, wenn man etwas aus der Kälte geht.

Der neue Plan war, dass wir nach Canal City gehen. Das größte Kaufhaus Fukuokas, das sogar als Attraktion galt.

Joseph war sich jedoch nicht sicher, ob das eine gute Idee war. Er meinte, dass es so weit weg ist. Zu diesem Zeitpunkt kam ein ungewöhnlicher Rollentausch, wenn auch nur kurz. Wir standen an der Kanalmauer irgendwo und ich zeigte in Richtung Flußaufwärts und sprach „Es ist doch das da drüben mit der Cola-Werbung, oder nich?“

Er war überrascht und gab mir recht. Wir machten uns auf den Weg dort hin.

Ein kurzer Moment, in dem ich mehr Orientierung als Jemand anders aufweisen konnte.

 

Das hier ist zwar nicht ganz die Sicht, die war zu dem Zeitpunkt hatten (oder doch?) aber es ist zumindest so ähnlich. Das rote Runde Etwas ist die Coke-Werbung.

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Ich habe kein Bild von dem Eingangsbereich aber es war echt schick dort. Im Sommer und am besten noch im Sommer bei Nacht muss das echt stark aussehen. Viel Wasser, viel Beleuchtung, viel Architektur.

Alles was ich noch von Canal City habe, ist dieses Bild.

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Wir sind genau rechtzeitig zur Wassershow gekommen. Ich fand sie ein wenig lame. Vielleicht hätten nächtliche Lichteffekte noch was wett gemacht, aber wer weiß.

Zuerst haben wir uns jeder einen Crepe gegönnt, waren aber beide davon enttäuscht.

Dann haben wir uns dies und das angesehen und ich habe mir bei H&M eine Zipperjacke gekauft, die ich verdammt nice finde und heruntergesetzt war sie auch noch. Kazam.

Sogar Mr. no money for clothing hat sich dann noch ein Hemd gekauft, weil es stark reduziert war und ihm echt gut stand. Joseph hat dieses Jahr in Thailand das erste Mal T-Shirts mit Aufdruck gekauft, weil ihm Kleidung an sich ziemlich egal ist. Jetzt hat er zumindest noch ein Hemd.

Naja, und Hosenträger hat er sich aus irgendeinem Grund auch gekauft. Wenn er sich schon nicht für normale Kleidung interessiert, dann aber für seltsame. Er möchte z.Bsp. unbedingt einen Zylinder mit passendem Hemd und Jacke haben, aber es ist ihm leider zu teuer. Das „leider“ gilt dabei für ihn, nicht für seine Freundin, denn er sieht damit super seltsam aus. Willy Wonka könnte sich bei ihm noch abgucken, wie man richtig Molester-Style hat.

 

Hier noch ein Bild von uns beiden, wie wir irgendwo in Canal City auf in einer Lounge etwas Unterricht von Sensei nehmen.

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Als wir dort so saßen und Senseis weise Lehren aufnahmen, kam uns der Gedanke, dass wir nochmal duschen oder baden wollten, bevor wir dann in ein Izakaya gingen. Also entweder zurück ins Hotel oder in ein Onsen (öffentliches Bad / heiße Quelle). Natürlich fiel die Wahl auf Onsen. Aber Joseph wurde im Internet nicht schlauer. Doch Jemand wie ich, der sich ständig und überall verläuft, weiß große Kaufhäuser deshalb zu schätzen, weil es immer Info-Stände gibt, wo Leute weiterhelfen! Wir gingen also zu einem Info-Stand und ließen uns auf einer Karte einmalen, wo die nächsten Onsens so waren. Bei einem rief Joseph an, um herauszufinden, ob es offen hat, warum weiß ich auch nicht mehr. Aber es war eine gute Wahl, denn es hatte geschlossen. Er hat zwar kein Wort verstanden, was die Frau am anderen Ende zu ihm gesagt hat. Aber als er sie gefragt hat, ob es geschlossen sei und sie das positiv beantwortet hat, wusste er Bescheid. Eigentlich hatte er darauf gepocht, dass ich anrufe, weil mein Japanisch ein wenig besser ist als seins. Doch auch ich hätte am Telefon kein Wort verstanden und dadurch, dass mein „fantastischer“ Japanischunterricht dieses Semester mir so viel hilft, wäre ich nicht mal mehr in der Lage gewesen zu fragen, ob es geöffnet hat. (das zu schreiben macht mich schon wieder so scheiße wütend auf den Unterricht)

Ein weiteres Onsen war schlichtweg zu weit weg und das dritte war ungefähr gleich weit entfernt von unserem Hotel. Wir brachen auf zu jenem Onsen.

Auf dem Weg sahen wir Leute, wie sie entlang des Kanals kleine Buden aufbauten und ich erkannte die Buden aus Animes wieder, worauf ich dort später unbedingt was essen wollte. Gesagt, geplant.

Wir kämpften uns eine halbe Stunde oder länger per googlemaps durch Wind und Kälte und erreichten das Onsen.

Sehr witzig für mich war: es war das allererste Onsen, das ich je benutzt habe, als ich im Sommer Toshi in Fukuoka besucht habe und nun war ich wieder dort.

Als wir im outside Becken waren, sprach uns ein alter Mann auf englisch an, wo wir her kämen. Die Reaktion war üblich: er wusste scheinbar nicht wo Peru lag, aber über Deutschland wusste er verdammt viel und ist auch schonmal dort gewesen.

Kurz bevor ich gehen wollte, sprach mich dann in einem Becken im Innenraum noch ein echt hässlicher Japaner, vielleicht ein wenig jünger als ich, an und fragte mich, ob er mit mir englisch üben könnte (in wirklich schlechtem englisch).

Dass Japaner sowas öfter machen wusste ich. Aber im Bad? Irgendwie awkward. Aber ich gab ihm 5 Minuten meiner Zeit bevor ich dann ging und hatte seinen englisch-Nacktunterricht.

Nach dem Bad war ich völlig fertig. Rote Augen; das volle Programm. Joseph ließ sich bedeutend mehr Zeit. Die hat er sich auch gelassen bevor er ins Bad und war später als ich drin. Aber er wurde wegen seiner Tattoos dann sowieso rausgeschmissen.

Wir lagen noch ein Weilchen auf Tatamimatten rum, wo etliche Leute schliefen, ich gönnte mir noch eine Milch und dann ging es wieder zurück in Richtung Canal City. Wir wollten immerhin eine von diesen Straßenbuden.

Ich habe schon etliche Leute gefragt, wie diese Buden heißen aber bisher konnte niemand etwas mit meiner Beschreibung anfangen. Doch jetzt wusste ich das endlich: Yatai.

 

Hier ein Bild von Canal City bei Nacht und den Yatai entlang des Kanals.

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und ein wenig von unserer Yatai-Erfahrung.

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Zuerst konnten wir uns überhaupt nicht entscheiden in welche Bude wir gehen sollten aber dann war es leider im Endeffekt ein wenig öde in dem Yatai, das wir wählten und ich mochte auch das Angebot nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass ich es für überteuert hielt. Aber trotzdem sehr interessant.

 

Das Ende des Tages stand bevor und wir mussten noch eine Entscheidung treffen: in welches Izakaya gehen wir? Denn Josephs Freundin konnte/wollte uns keinen Rat geben, welches denn gut sei. Eigentlich war ich noch immer aufs übelste fertig und wollte schlafen, aber ich dachte mir, dass das einen Drink später schon wieder geht.

Es hat echt ewig gedauert. Hier stimmt das nicht, das sieht nicht gut aus, hier ist es voll.

Teilweise wurden wir wegen gerade bescheuerten Gründen von den Lokalen auch abgewiesen. Wir wollten beide nomihodai (all-you-can-drink) aber ich wollte das als Set nehmen, wo ich auch noch eine Speise dazu bekomme. Und es ging nicht ! Entweder nehmen wir beide das Gleiche oder wir dürfen nicht rein. Bitte was?

Ich habe dann einen Burgerladen entdeckt und dort einen gar nicht mal so guten Burger gegessen. Das Patty hat wie Billigburger von Kaufland geschmeckt. Aber immerhin hatte ich was gegessen und wir konnten bei den nächsten Izakayas auch nomihodai oder Essen bestellen und zwar beide.

Dann gingen wir in einen Laden, bei wir uns auch noch versicherten, dass wir einfach nur nomihodai nehmen können. Als wir dann saßen und unser erstes Bier bekamen, teilte uns der Kellner mit, dass wir noch für 2000 Yen Essen kaufen müssen, damit wir Nomihodai nehmen können. Ehhh, woz?

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Wir wussten nicht wirklich was wir machen sollen und unserer Japanisch war auch so beschissen unzureichend. Aber im Endeffekt hat uns der Laden die zwei Bier als Service überlassen. Also anstatt zumindest die Kohle für unser Nomihodai zu nehmen und uns trinken zu lassen, gaben sie uns zwei kostenlose Bier und schmissen uns raus. Wohl aus Prinzip, nicht aus Logik.

Es kotzte mich ganz schön; vor allem, weil ich so fertig war.

Wir wollten aber noch einen letzten Versuch starten. Josephs Freundin plus Freunde waren auch fast da.

Und wir fanden einen Laden, der anscheinend tatsächlich nomihodai für 1000 Yen anbot. Das war billig und als die Leute dann ankamen und das sahen meinte sie auch, dass sie noch nie so billiges nomihodai gesehen haben.

Wir gingen rein und Jemand fragte nach, ob wir denn einfach nur nomihodai nehmen könnten. Ja klar, kein Problem. Wir waren übrigens 8 Leute.

Als wir dann saßen und bestellen wollten, meinte ein Kellner, dass jeder noch 2 Gerichte bestellen muss, damit wir nomihodai nehmen können. Ganz ehrlich, was soll der Scheiß? Wieso sollte es Leute aufhalten zu gehen, nur weil sie schonmal drin sind? Ich denke die Geschäfte machen sich das Japanische Verhalten zu nutze, dass sich kaum Jemand beschwert und alle einfach nur hinnehmen, einstecken und dabei freundlich lächeln. Prinzip, keine Logik.

Aber nach Überprüfung der Karte wurde uns bewusst, dass sie billige, kleine mini-Gerichte hatten, die ebenfalls zählten. Also bestellte sich jeder zwei winzige Kleinigkeiten, mit denen der Preis dann nahe des üblichen nomihodai-Preises war und das konnte man dann ja trotzdem als gelungen bezeichnen.

Ich trank Nihonshû, also Sake. Aber sie tischten echt den billigsten auf, den man in Flaschen bekommen kann.

Hier ich mit Josephs Hut in dem Izakaya

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Joseph war am Ende hart betrunken, es war nochmal ganz witzig.

 

Damit endete der Tag aber auch und damit ebenfalls unsere Zeit in Fukuoka.

Der nächste Tag begann damit, dass wir wie üblich hetzen mussten, damit wir pünktlich auschecken (wir waren trotzdem eine halbe Stunde zu spät, was aber niemanden gestört hat und natürlich war Joseph Schuld) und unseren Zug erwischten.

Wenn auch wie üblich gerade so, giri giri auf Japanisch, schafften es wir noch rechtzeitig zum Zug und setzten den Trip fort. Nächstes Ziel: Beppu, eine Stadt bekannt für ihre heißen Quellen. Der Aufenthalt dort war für mich der Höhepunkt dieser Reise.

 

Ich weiß, das im Vergleich zum Beginn bedeutend weniger Leute lesen, was ich hier so schreibe. Aber falls sich Jemand nach Lesen meiner Worte das hier denkt:

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Dann … stay tuned & cu

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Kälte kam

So; es ist der 31.12.

Kein Schwein ist in Tsukuba und mein buddy Joseph hat Ausgehsperre von seiner Frau. Mein erstes Silvester allein. Nicht dass in Japan an dem Tag groß was passieren würde. Aber trotzdem pups.

 

Wo war der Blog zuletzt? Mitte September, als ich mit Inka zurückgekehrt bin. Klingt als ob der Blog derbe hinterher hängt. Aber allzu viel gibt es nicht mehr zu schreiben.

Dann kommen wir mal zum Ende vom September und dem nicht allzu vielen danach.

 

Nachdem wir von Hokkaido zurückkehrten, hatte Inka noch eine Woche in Japan.

Wir hatten ein wenig geplant, was wir noch so unternehmen könnten. Die meisten Leute, unter anderem Paul (siehe die früheren Blogeinträge), waren bereits wieder in ihren Ländern.

Ein paar Trips nach Tokyo und dies und das vor Ort haben wir uns vorgenommen. Pünktlich dazu bin ich natürlich aufs übelste krank geworden. Zuerst bin ich zuhause geblieben, habe mich geschont. Aber nach 1 oder 2 Tagen nahm ich mir the power of ibuprophen zu Hilfe und habe doch noch ein paar Tokyo-Trips mit Inka gemacht. Wenn man das mit der dicken Erkältung weg lässt, war es nochmal eine sehr schöne Woche. Inka und ich waren auch einmal zusammen bei Joseph.

Im Vergleich zu vorher war mein Alkoholismus so weit zurückgegangen, dass man es in einem Diagramm kaum hätte sehen können. (Ihr wisst schon, zuerst hohe Kurven und durch die hohe Skalierung sind die geringen Einträge schwer erkennbar klein)

 

Es gab noch einen Abend mexikanisch-ukrainische Küche bei Freunden. Reinste Völlerei. Prall gefüllte Tacos, fleischgefüllte Kartoffelbällchen und Kuchen. Daran kann ich mich erinnern.

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Zu viel essen und zu teuer. So viel dazu.

 

Am letzten Tag von Inkas Aufenthalt haben Joseph und ich ein Feuer am See vor dem Wohnheim gemacht. Buddies, fire, booze; perfect.

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Man sieht den Holzstücke an, dass wir uns Mühe gegeben gutes Brennmaterial aus der Umgebung zu suchen.

Allzu viel habe ich nicht getrunken, denn am nächsten Tage habe ich Inka geholfen aus Ichinoya auszuziehen. Aber wenigstens nicht um 6 Uhr morgens wie bei den beiden anderen, denen ich einen Monat zuvor geholfen habe.

Als wir zum Bus gegangen sind, kamen uns gerade die ersten der neuen Studenten entgegen. Der Abschied von Inka am Tsukuba-Center war auch so ziemlich der Abschied von meiner guten Zeit hier. Die Tage und Wochen danach waren überwiegend schlecht. Unter Umständen hat es damit zu tun, dass ich nicht mehr wöchentlich in Bars war und dass es kein Sommer mehr war. Aber es gab so einige Gründe.

 

Einen Tag nachdem Inka die Akademie- und Forschungsstadt Tsukuba verlassen hat, haben Joseph und ich ein weiteres Feuer vor Ichinoya veranstaltet. Wir stehen auf Feuer.

Ich war betrübt. Wenn um einen herum plötzlich die ganzen Leute verschwinden, macht das einfach betrübt.

Deshalb kam es mir ganz gelegen, dass Joseph sich bei jeder Gelegenheit betrinken wollte. Sein Latein-Amerikanisches Blut kommt einfach nicht dagegen an.

Auf dem Bild ist sogar Tekini, the fireman himself, neben mir.

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Hier Joseph und ich. Well .. und unser Feuer natürlich.

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Jetzt im Rückblick bin ich schwer geschockt wie ich aussah. Ich habe mich zu dem Zeitpunkt rasiert.

Zu dem Feuer kamen auch einige von den neuen Austauschstudenten. Es waren auch nette Leute dabei. Aber ich habe bisher keine weiteren Freunde gemacht.

 

Anders als bei meiner Ankunft, begann die Uni bereits eine Woche nachdem die neuen Studenten kamen. In meinem Fall war über ein Monat Luft. Der war aber leider nicht wirklich nutzbar, da ich kein Schwein kannte, das Wetter scheiße war und ich nich tmal Internet hatte. Jaja … die Anfangszeit; die war echt schwer beschissen.

Jedenfalls ging ich dann also zu meinen neuen Kursen. Es schien endlich mal ein Wirtschaftskurs dabei zu sein, der Niveau hat. Auch dass ich einen Japanischkurs übersprungen hatte, schien eine gute Nachricht zu sein.

Zeitperspektive von jetzt: alles für’n Arsch.

Der Wirtschaftskurs war thematisch, was ich eigentlich schon aus Halle kannte. Es war auch gut verständlich. Aber wenn der Prof einen der (japanischen) Studenten fragt ist die Reaktion immer ähnlich: Prof anstarren. Gelegentlich noch mit offenem Mund. Und wenn mögliche Antworten vorhanden sind, eventuell raten. Bei absolut offensichtlichst einfachen Fragen.

Zwei Linien. Der Prof sagt, dass die zweite Line dem Konsumenten mehr nutzen bringt. Er fragt: bringt ein Punkt auf der ersten Line mehr Nutzen als ein Punkt auf der Zweiten? Antwortverhalten der japanischen Studenten: siehe zuvor beschriebenes.

Aber wenn dann der mathematische Part kommt. Sie wissen scheinbar nicht was sie tun. Aber Zahlen können sie in Sekunden per Kopf korrekt ausrechnen.

Das hat mich schwer aufgeregt und ehrlich gesagt hat sich der Kurs dann dahin entwickelt, dass die 2,5 Stunden wöchentlich fast ausschließlich mathematisch wurden. Dummerweise keine Mathematik der ich noch folgen konnte (bzw meine Kenntnisse so weit auffrischen wollte). Deshalb habe ich den Kurs auch geschmissen. Hatte ohnehin keine Auswirkungen.

 

Japanisch war dann noch bedeutend unangenehmer. Ich kam nach Japan, um die Sprache zu lernen. Im ersten Semester waren wir anfangs 6, und dann 4 Studenten in dem Kurs. War wirklich super. Ich habe zwar das meiste nur wiederholt, aber das war nicht verkehrt.

Die Kurse in meinem zweiten Semester hatten dann mehr Teilnehmer als Stühle pro Raum. In meinem Fall: 36.

Die Lehrer sind allesamt überfordert damit und der Unterricht ist lächerlich ineffektiv. Zeitweise habe ich in Japan in 3 Wochen kein Japanisch gesprochen. Klasse, ne? Ich kann fühlen wie meine Japanischkenntnisse vor Ort und mit 4 Mal Unterricht pro Woche schlechter werden.

 

Naja, die nächsten Wochen habe ich meistens damit verbracht oft bei Joseph zu sein. Filme gucken undso.

Er kann auch echt gut kochen.

Hier haben wir (ich) arme Ritter gemacht. Weder er, noch seine Freundin kannten es, sie mochten es aber.

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Ein paar Mal bin ich auch noch zu Sheins Bar gegangen. Aber nachdem Inka das Land verlassen hat, nahm ich mir vor nur noch mit meinem Stipendium zu leben. Es ist durch die Reisen merklich Geld geflossen und ich bin mir bewusster geworden wie beschissen teuer alles in Japan ist und ganz besonders Bier.

Das Sparen stellt sich als durchaus möglich dar. Aber man kann sich ganz und gar nicht mehr jede Woche was gönnen.

Ich glaube ich war nur 3 oder 4 Mal im Herbst in Sheins Bar und dabei habe ich auch nur 1 oder 2 Drinks insgesamt erstanden. Aber Mori-San hat mir meistens etliche Drinks ausgegeben.

Dann hat Sheins Bar zugemacht. Den wirklichen Grund weiß niemand so richtig. Shein war nach Schließen seiner Bar trotzdem noch den ganzen Tag blau und zwar ansprechbar, aber die Informationen, die er gefaselt hat, waren weniger aufschlussreich.

Am häufigsten erzählt Shein, dass er es für seine Frau getan hat, damit er Nachts bei ihr und seinem Kind sein kann. Aber direkt nach Schließen der Bar, hat er erstmal eine Party bei sich zuhause gegeben. Zeitweise ging herum, dass er clean sei. Dann habe ich ihn in einer Bar getroffen und er hat beschlossen nur noch am Wochenende zu trinken. Und die neusten News sind, dass er sein Bar-Inventar zu sich nach Hause geholt hat, um dort die neue Sheins Bar für seine Freunde zu haben. Seine arme Frau.

Joseph und ich machten zwischenzeitig auch noch weitere Feuer. Drei oder so.

Einmal haben wir uns erst auf meinem Zimmer betankt und haben dann das Feuer gestartet. Das einzige Mal, dass es nur wir zwei waren. Es saß eine Gruppe von Japanern gerade an der BBQ-Stelle, wo wir immer das Feuer machen. Wir haben sie nett begrüßt und dann unser Feuerchen gestartet. Irgendwann, wie immer, haben sie über uns gesprochen. In der Annahme, dass wir sie nicht verstehen. Ich will nicht sagen, dass ich ich sie ganz verstehen kann, und Joseph auch so gut wie gar nicht, aber ich konnte genug verstehen, um einfach zwischendurch mal was dazu zu sagen und die Leute zu schocken. Danach haben sie auch ein paar Worte mit uns gewechselt, unser Feuer bewundert, sind dann aber gegangen, obwohl wir sie eingeladen haben noch etwas mit uns zu trinken. An dem Abend waren wir beide derbe hart. Ich bin irgendwann auf der Bank am See eingepennt und Joseph hat mich auf mein Zimmer gehieft. Ich konnte zwar nicht mehr alleine gehen, aber ich wusste, dass wir noch zwei Gläser und zwei volle Bierdosen stehen hatten. Das wollte ich ihm mitteilen. Dummerweise habe ich meine Hand nicht weit genug bewegen können, um auf die Stelle zu zeigen und meine vokalen Fähigkeiten beschränkten sich auf auch sowas wie „hiffss shhhill glllss bhiiie“

Joseph konnte sich zwar noch bewegen, aber auch er war schwer mitgenommen. Als er loszog, um nach hause zu gehen, konnte er seine Schlüssel für sein Fahrrad nicht finden. Er nahm schlichtweg eins, was gerade unangeschlossen da stand. Aber dann vor seiner Tür, hatte er auch keine Hausschlüssel. Als ihm seine Freundin aufmachte, konnte sie sich nur köstlich über ihn amüsieren. Er jammerte etwas in der Richtung „I lost everything … everything!“ Soll wohl echt witzig für sie gewesen sein. Er konnte sich an nichts erinnern, außer dass wir zu Feuerstelle gegangen sind, um Feuer zu machen.

 

Einmal war auch noch eine Party bei meinem mexikanischen Kumpel Rafa (bei dem auch das Essen war). Zu meinem Verwundern traf ich dort auch eine Hand voll von den neuen Deutschen Austauschstudenten an. Aber irgendwie war alles nicht mehr so wie zuvor. Leute, die länger in Tsukuba leben, haben sich an das kommen und gehen der Leute gewöhnt. Doch ich scheine damit nicht so klar zu kommen.

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Wirklich sehr viele Nationalitäten auf einem Haufen.

 

 

Es ist wirklich nicht viel Erwähnenswertes passiert.

Unterricht scheiße, kaum Freunde.

Dazu noch, dass es so verdammt kalt geworden ist und die Heizungen hier bis zum 4. Dezember ausgelassen wurden. Warmes Wasser gibt es auch erst ab 17/18 Uhr. Und ab jenem 4. Dezember lief die Zentralheizung dann trotzdem nicht den ganzen Tag. Sie ist nicht regulierbar für Bewohner und läuft morgens (6-8 oder so) zwei Stündchen und Abends von 17 bis 23.

Meine nächste Stromrechnung muss monströs sein, da mich mein kleiner Heater bis zum Dezember warm gehalten hat. Die anderen Studenten sind reihenweise krank geworden und saßen zum Teil mit Jacken und Handschuhen in ihren Zimmern.

 

Die Zeiten, an denen es warmes Wasser gibt stehen leider so ungünstig zum Sonnenuntergang, dass meine sportlichen Aktivitäten stark zurückgegangen sind. Die großen körperlichen Fortschritte des Sommers konnte nicht bleiben. Ich habe wieder etwas zugenommen. Hoffentlich kann ich in Deutschland nochmal einen tatkräftigen Sommer (ich meine nicht das Trinken) wie in Japan hinlegen, um meinen Körper in Form zu bringen.

 

Teilweise spreche ich mehrere Tage am Stück kumuliert unter 100 Worte. Nur Begrüßungen an Leute, die ich auf dem Fahrrad sehe. Sehr betrübend für Jemanden, der immer gerne in gutem sozialen Kontakt schwimmt.

 

Im November irgendwann hatte der Burgerking aus dem Nachbarort ein All-you-can-eat und ich bin mit einigen Leuten hingefahren (mit Fahrrad). Mein Tutor hat das event dort hinzufahren gestartet und ich war etwas beleidigt, dass er mich nicht eingeladen hat. Aber eine Freundin hat mich gefragt und ich konnte so der Gruppe beitreten.

2 Whopper-Menüs und einmal extra Fritten habe ich mir gegeben. Wer weiß wieviel ich zu meiner Deutschlandzeit geschafft hätte. In unserer Gruppe war ein ganz witziger Typ, der ernsthaft versuchen wollte den Rekord von 5 Whoppern zu brechen. Er hat 4 ½ geschafft, was auch schon heftig genug ist.

In der Aufmachung wurde ich von einer der Deutschen, die dabei war (es waren zwei dabei) als fat princess bezeichnet. Tom disapproved.

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Zu Halloween hatte Tatsuya, mein buddy aus Deutschland, der auch beim letzten camping dabei war, Geburtstag und ich bin nach Kita-Senjuu gefahren. Ich war 20 Minuten zu früh und ein Japaner 4 Stunden zu spät. Typisch Deutsch. Typisch Japanisch. Wir waren zu 4. Die 4 T’s. Tatsuya,, Tsubasa, Takeshi (war auch beim camping) und Tom.

Zuerst waren wir in unserer Stammbar. Dann wollte der angetrunkene Tatsuya unbedingt Lammfleisch essen. Also gingen wir in einen Laden, der sich darauf spezialisiert hatte.

Wenn man in Japan von Fleisch redet, dann sind es fast immer kleine Fleischstreifchen. In dem Laden hatten wir dann Kochplatten an unseren Tischen und haben einen Haufen Gemüse und ein paar Fleischsteifchen bekommen. War lecker, ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, dass Fleisch nicht unbedingt bedeutet viel davon zu haben.

Zum Schluss haben die drei darauf bestanden zum Karaoke zu gehen. Wir mussten warten. Aber das ist in Japan ganz normal. Japaner beschweren sich nicht und Japaner warten.

 

Von linls nach rechts: Tatsuya, Takeshi, Tsubasa. (das war der Abend, an dem das Sapporo-Bild von mir und den beiden Dosen (letzter Blogeintrag) entstanden ist)

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An dem Tag ist mir auch schlagartig eingefallen, dass Tatsuya und ich Tickets für ein Konzert in Osaka haben, das in drei Wochen stattfinden sollte.

Ich bat ihm mal nach Transportmöglichkeiten und Unterkunft zu suchen. Er hat immerhin einen gewaltigen Sprachvorteil, vor allem was das Lesen angeht.

Es ist eine Woche nichts passiert. Dann habe ich ihn eindringlicher genervt. Ich habe auch selber, so gut es ging, nach Bussen und Unterkunft gesucht. Es gab auch noch Plätze in Nachtbussen, aber als die Organisation so weit war, dass Tatsuya sie buchen wollte, war alles gute weg.

Wir nahmen dann einen etwas teuren Bus. Ich habe Tatsuya dann auch begonnen mit Links von Hostels zuzuspammen, da weniger als zwei Wochen waren, um zu buchen. Der Buchungsversuch war eine Mail an ein Hostel. Ich war so stinksauer. Mails, wenn auch in keinem guten Japanisch, kann ich auch schreiben. Er sollte da verdammt nochmal anrufen und zwar bei allen Hostels, die ich ihm geschickt habe. Das hab ich ihm auch gesagt, doch als am nächsten Tag die Meldung kam, dass das Hostel ausgebucht ist, hat er eine weitere Mail an ein weiteres Hostel geschickt.

Ich war nun wirklich echt sauer.

Mein Gefühl in etwa

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Es war Mittwoch und das Konzert Samstag. Freitag oder Samstag früh wollten wir ankommen. Tatsuya hat sich bereit erklärt bei allen Hostels anzurufen. Alles belegt. Ich war nervlich in Bodennähe, da Tatsuya in einem ist-mir-eigentlich-total-egal-Modus war. Er wollte nicht entscheiden und wenn wir jetzt Geld für nichts bezahlen und nicht fahren, war ihm das auch Bockwurst. Ich wollte auf dieses Konzert und mal in Osaka sein. Aber ich wollte nicht in einem Internetcafe schlafen (vor allem nicht total durchgeschwitzt nach dem Konzert) und auch Love-Hotel erschien mir eine zu seltsame Lösung. Tatsuya hatte dummerweise zu nichts eine Meinung. Wenn ich jetzt wieder daran denke, werde ich schon wieder so verdammt wütend darauf, dass ihm das nicht im geringsten gejuckt hat.

Im Endeffekt sind wir nicht gefahren. Bus so kurzfristig wie gebucht, wieder gecanceled (mit Kosten) und Ende im Gelände.

 

Ich habe seit jenem Geburtstag von Tatsuya ehrlich gesagt keinen meiner Japanischen Freunde gesehen. Und wenn ich Tatsuya das nächste Mal sehe, weiß ich auch nicht so recht wie ich mich verhalten werde. Zumidest wenn ich ihn nochmal sehen werde. Er hat zwar die Uni beendet aber sich keinen richtigen Job gesucht (siehe im Internet: Japanisches Jobhunting, um besser zu verstehen) und arbeitet zur Zeit als part-timer in einem Ramen-Laden und sitzt die meiste Zeit zu hause und zockt.

Bei ihm, sowie bei Tsubasa sind games > friends. Nicht das netteste Gefühl, wenn man sich als friend sieht. Dass ich in Kürze das Land verlassen werde und nicht vor habe so schnell oder überhaupt wiederzukommen, scheint keinen Einfluss zu haben.

 

 

 

Tja. Es ist wirklich nicht der Knaller gewesen in den fast 3 Monaten. (für mich zumindest)

Sozialer Halbtot, Abweisende Freunde, frustrierender Unterricht.

In so einer Stimmung erscheinen all die kleinen Dinge, die irgendwie nicht so ganz an Japan zu stimmen scheinen, nicht mehr so witzig wie vorher.

Dass mir die Uni in Deutschland dann noch versagt Credits für meine Kurse anzurechnen hat die Situation nicht aufgeheitert.

 

Wann immer Lichtblicke sind, nutze ich diese auch. Ein T gibt nicht auf.

Aber sonderlich wohl fühle ich mich nicht mehr in Tsukuba. Letztes Semester habe ich viele Studenten kennengelernt, die echt depressiv geworden sind und ähnliche Gründe wie ich hatten. Wenigstens war es Sommer bei denen. Ich habe damals nette Ratschläge wie „starr einfach eine Wand oder Decke an.“ bekommen.

Tsukuba hat die höchste Suizid-Rate von den Japanischen Unis aber mich wird es nicht klein kriegen.

 

 

Nächstes Mal geht es um Weihnachten, Neujahr und die verrückte Reise, die ich in dem Zeitraum dazwischen mit Joseph gemacht habe.

 

Diesen skandalös negativen Beitrag wird Skandal-Cat beenden.

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Der Norden II

Da war ich also mit Inka auf Hokaido und wir befanden uns noch immer in Noboribetsu, wo Terashima-San uns an dem Mittelalterdorf abgesetzt hat.

Gutes nordjapanisches Wetter, in fantastischer Begleitung unterwegs und Samurais und Ninjas vor den Augen!

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Wir haben uns in Ruhe alles angesehen.

Es wurde, wie üblich an solchen Orten, eine Einkaufsstraße nachgebaut, wo natürlich dann Souveniers und solcher Kram zum Verkauf standen.

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Aber es gab auch Häuser, in denen Plastikmenschen darstellen sollten, wie die alten Japaner so gelebt haben.

Hier mal drei Beispiele

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An solchen Orten gibt es auch immer diverse Live-shows. Wir haben uns in unserer Zeit dort drei davon ansehen können.

Die erste war eine Komödie von zwei Halunken und ihrem Boss, die die legendäre Mage-Katze fangen wollten. (Mage ist dieser seltsame tradionelle Japanische Haarschnitt – siehe Foto)

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(ich habe während der Show nichtmal mitbekommen wie Inka Fotos wie dieses hier gemacht hat)

Es war tatsächlich verdammt witzig, weil die Schauspieler echt gut waren. In dem Moment war ich tatsächlich mal froh so viel Japanisch zu können, um dieses Stück zu verstehen. Und ehrlich gesagt habe ich einen Großteil des Vokabulars von dieser Darstellung Animes zu verdanken.

 

Dann gab es noch eine Darstellung von einer „Sonne“, so wie man die super-edel-Prostituierten genannt hat. Reiche Männer mussten gewaltige Geldmengen zahlen, nur um sie kurz sehen zu können und sie konnte sich entscheiden, ob sie einem dieser Männer tatsächlich ihre Gegenwart gönnen würde, nachdem er sie 3 mal aufgesucht hat.

Hier der Eingang zu der Show.

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Hier Die Nobel-Dame und ihre zwei Dienerinnen.

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Bei der Show wurde auch um einen Freiwilligen gebeten. Es hat mir echt gekribbelt das zu machen, aber dann wars mir doch zu doof. Ein Taiwanese (glaube ich) wurde dann ausgewählt, bzw. von seinen Freunden auf die Bühne gedrängt. Er konnte dummerweise kein Japanisch und hat nichtmal im geringsten versucht vernünftig mitzuspielen – sehr schade, vielleicht hätte ich wirklich gehen sollen. Er sollte dabei nur ein paar einfache Dinge sagen, Stück für Stück mitgeteilt wurden und ein bisschen mit dem Fächer wedeln undso. Mit Jemanden anderes hätte es definitiv cooler sein können.

Vor der dritten Show hat ein Darsteller mit so einer kleinen Holzmatte Tricks gemacht und dazu gesungen und die Menge angefeuert. Er hat das echt gut gemacht.

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Die dritte Show war eher auf action aufgebaut.

(wenn ich mich richtig entsinne: ) Eine Prinzessin war auf dem Weg zum Schloss ihres Geliebten, begleitet von einem alten Mann, der natürlich ein Kampfmeister ist aber Rückenprobleme hat. Banditen greifen sie an, um die Prinzessin zu entführen aber ihr Gebliebter taucht auf und er und der alte Mann retten das Mädchen. Der alte Mann wird, für die Spannung verletzt, aber am Ende bekommt der Prinz sein Mädchen und die Banditen sind besiegt.

Es war an sich echt gut gemacht von der Choreografie und sie hatten gute auch Witz-Elemente dabei.

Nur die Sonne hat echt krass geblendet.

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Es spielten auch einige Schauspieler bei mehreren Shows, was sie gut machte, da die Schauspieler gut waren. Es muss echt anstrengend sein sich so oft umzuziehen.

 

 

Wir waren auch noch in einem sehr kleinem Grusel-Dings, was sich komplett um Katzen gedreht hat. Ich bekomme bei sowas ja immer höllisch Angst. Die Katzen haben es für mich ein wenig einfacherer gemacht, aber trotzdem. Ich weiß gar nicht wie ich die London-bridge-experience (scariest attraction of europe) in 2009 überlebt habe …

Es gab auch ein kleines Museum über Ninja-Tools.

 

An der Spitze des Parks, wurde ein Edelhaus nachgebaut. Es sollte das Haus von dem Edelmann repräsentieren, der in der Vergangenheit auf Hokkaido zuständig war und wohl viele gute Dinge getan hat. In dem Haus war auch ein Musuem über alte Waffen, Rüstungen und so Zeugs.

 

Hier mit Garten.

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Hier kann man vom Garten aus die Fläche sehen, auf der die Fightingshow stattfand.

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um Abschluss zu dem Edo-Dorf noch dieses schicke Toilettenschild.

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Ich denke, ohne Begleitung wäre der Ausflug in diesen Park sogar noch elender gewesen, als der in das Edo-Dorf in Kyoto einen Monat zuvor. Wäre Inka in Kyoto an meiner Seite gewesen, könnte ich mir das sogar noch besser vorstellen. Der Park in Kyoto war größer, mit mehr anzusehen; und auch wenn es brennend heiß war; ich mag schließlich wenn es warm bis heiß ist. Jedoch ohne Begleitung ist alles Mist. Punkt. Alle die das anders sehen, sollen bis ans Ende ihrer Tage alleine verreisen.

 

Damit verlassen wir das Edo-Dorf.

Unser nächstes Ziel war es zum Bahnhof zu kommen. Wir wussten ehrlich gesagt nicht so genau wie wir von dort wieder weg kommen. Aber es müsste doch ein Bus in der Nähe sein, war was wir uns dachten.

Wo genau wir diesen Bus aufzusuchen hatten, wussten wir jedoch nicht.

Deshalb habe ich, nach ein bisschen Überlegung, den Mann im Pförtnerhäuschen am Eingang des Parkplatzes außerhalb des Dorfes um Rat gefragt und so wie gelangweilte Japaner in Positionen wie seiner so sind, hat er mir eine kleine Karte gegeben und beschrieben wie wir zur nächsten Bushaltestelle kommen und welchen Bus wir am besten nehmen sollen.

Ein wenig gewandert, ein wenig auf den Bus gewartet und schon waren wir am Bahnhof von Noboribetsu.

Dort haben wir Zugtickets nach Shin-Sapporo erworben, was gar nicht mal so billig war, und eine ganze Weile auf unseren Zug gewartet. Denn er hatte Verspätung! Das kommt einem Deutschen normal vor. Die Deutsche Bahn ist immer dafür bekannt, dass man sich nicht auf sie verlassen kann. Aber Japanische, öffentliche Verkehrsmittel sind so gut wie nie verspätet.

Als wir so dort herumlungerten, wurden wir von einem älteren Deutschen Ehepaar angesprochen, was echt hätte schief gehen können. Denn in einem Land wie Japan, wo kaum Jemand Deutsch oder Englisch oder sonst was neben Japanisch versteht, kann man sich ganz gut offen über Leute lustig machen, die eigentlich in Hörweite sind. So wie ich das hier erwähne, kann man sich vorstellen, dass Inka und ich genau das nicht selten getan haben.

Die beiden haben uns gefragt, ob wir wissen, ob es in der Nähe einen Geldautomaten gäbe. Japan, als hochmodernes Land, ist schließlich noch zum Großteil ein Bargeldland. Aber wir konnten den ihnen nicht weiterhelfen.

 

So wie das mit Bahnhöfen ist, an denen man auf seinen Zug wartet: jener Zug kommt irgendwann und bringt die reisenden Ticketkäufer an ihr Ziel. Wir kamen in Shin-Sapporo an, nahmen noch eine U-Bahn an die Haltestelle, von der wir gut zum Hostel zu finden gedachten und suchten den Weg dort hin. Dazu hatten wir eine Karte auf Inka’s Reader, eine Karte im Bahnhof und natürlich die Adresse. Inka’s Karte und die im Bahnhof verglichen, schien der Weg klar zu sein. Aber je länger ich über diese komische Karte im Bahnhof nachgedacht habe, desto mehr sah sie so aus, als ob sie Seitenverkehrt war, aber die Beschriftung an der richtigen Stelle war.

Wir verließen den Bahnhof und suchten nach Orientierung. Gar nicht so einfach für mich. Aber wir schienen uns dann in die richtige Richtung zu bewegen. Jedoch war direkt an der ersten Kreuzung ein großes Schild angebracht, auf dem der Ortsteil, zu dem wir wollten in einer anderen Richtung angezeigt wurde. What to do? Wir folgten dem Schild, und zwar eine ganze Weile. Bis ich die Art von Leuten in Japan angesprochen habe, die in solche Situationen immer für mich herhalten mussten: Die komischen Kerle, die mit Leuchtestäben Autos einweisen. Davon gibt’s in dem Land hier eine ganze Menge und die erfüllen wenigstens mehr Sinn als ihre Leuchtstabgenossen, die einen kompletten Arbeitstag neben der Abstellung einer Baustelle stehen.

Jedenfalls meinten jene Herren zu uns, dass wir in der komplett falschen Richtung unterwegs sind, wiesen die Richtung an, aus der wir kamen und fügten hinzu, dass es verdammt weit ist.

Ich war hart gestresst. Nicht wegen dem Umweg oder weil wir eventuell noch eine ganze Weile zu gehen hatten. Inka erinnerte mich nur daran, dass das Hostel uns zu einer gewissen Zeit erwartet, es schon verdammt spät war und die ja sicherlich nicht die ganze Nacht ihre Rezeption für uns offen haben werden. Bei sowas werde ich immer sehr sehr nervös. Aber Inka behielt nicht nur ihre Nerven, sondern war auch bestens gelaunt. Beruhigen konnte ich mich zwar nicht, aber mit einem freudigen Ruhepol an meiner Seite war der Weg bedeutend angenehmer. Gehetzt habe ich trotzdem.

Nach einem kleinen Weilchen zurück an einer uns noch gut bekannten Kreuzung angekommen, schlugen wir den Weg ein, den wir von Anfang an zu nehmen vor hatten.

Meine Nervosität wuchs leider wieder. Um meinen Gedankengang wiederzuspiegeln: der Weg zurück zur Kreuzung war ein notwendiges Übel, doch wenn wir wieder falsch gewesen wären, hätten wir potentiell schlafplatzsicherende Zeit verloren. Deshalb hat mich das Nicht-am-Ziel-ankommen nervlich ein wenig fertig gemacht.

Doch wir waren tatsächlich auf dem korrekten Weg und erreichten das Hostel.

 

Ino’s Place, backpackers Hostel

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Es war mein erster Aufenthalt in einem Hostel. Lag wohl daran, dass meine jährliche Reisetätigkeit in Deutschland sich auf eine Woche Festivalwahnsinn beschränkt hat.

Wir waren in einem (ich glaube) 5x Doppelbetten-Zimmer. Es gab 3 Duschen und 3 Toiletten, wenn ich mich recht erinnere. Im Erdgeschoss noch einen Aufenthaltsraum und eine Küche.

Uns mangelte es noch an Abendessen, also machten wir uns noch einmal auf den Weg und zwar zu dem Burgerking, den wir gefunden haben, als wir uns anfangs verliefen.

Damit endete der Tag.

 

Der nächste Tag war der Grund, warum wir in Sapporo waren. Das Konzert von Cold Rain. Aber es war noch genügend Zeit davor etwas zu unternehmen und das habe ich mir wieder aussuchen dürfen: das Biermuseum von Sapporo-Bier, des besten Bieres Japans. Deshalb ist Hokkaido auch die Bier-Insel in Japan.

Wir nahmen einen Bus, so dass wir kurz vor Mittag beim Museum ankommen. Zuerst brachte uns eine Bahn zum Hauptbahnhof aber dort den richtigen Bus zu finden war alles andere als leicht. Nach etlichen Umständlichkeiten, fanden wir ihn aber trotzdem und fuhren zum Museum.

Dort ringsum befanden sich etliche Restaurants, eine Einkaufsmall und vier Bier“gärten“ (wobei davon nichts draußen war, so viel zu Garten)

 

Hier das Museum von drei Seiten

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Das Museum war nicht der Oberknaller, aber trotzdem nicht uninteressant.

 

Hier der Beweis, dass das erste und beste Bier Japans natürlich Deutschen Einfluss hat

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Der erste Braumeister Sappror’s hat das Brauen in Berlin-Fürstenwalde gelernt

 

Alte Bierflaschen

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Stupid me, stupid posing

Da es das Biermuseum war, fühlte sogar ich den Drang zu posen (ich habe nicht getrunken zu dem Zeitpunkt)

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Hier ein paar alte Werbeplakate

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Da hing die ganze Wand voll und sie wurden zunehmend aktueller. Je kontemporärer, natürlich desto japanisch-bescheuerter. Beispiel:

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Nachdem wir dann so ziemlich durch waren uns das anzusehen, was da war (das Museum war übrigens kostenlos) fanden wir noch einen gateway direkt nach München. Aber wir haben uns nicht gewagt die Tür zu öffnen. München ist schließlich in Bayern. Die sprechen doof, mögen uns nicht, und deshalb mögen wir die da einfach mal auch nicht.

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Es waren dann nur noch die Verkosterhalle und ein Andenkenshop da.

Der Raum sah etwas traurig aus, weil kaum (so ziemlich niemand) Jemand da war.

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Ich habe mir das ein T-Shirt und das Bier-Set mit allen drei Sapporo-Bieren gekauft und „gekostet“. Es stellte sich heraus, dass es wirklich nur ein Kosten sein sollte. Denn außerhalb von Sapporo, also im restlichen Japan, kann man nur eine Sorte davon kaufen.

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Und zwar Sapporo-Blacklabel.

Das andere war mir ohnehin egal, Kaikakushi heißt es. Hat nicht gut geschmeckt. Aber das letzte, Sapporo-classic war ein fantastisches Bier und ich bedauere, dass es das nirgendwo anders gibt.

 

Hier mal ein Bild mit mir und meinem Shirt, was eigentlich einige Zeit nach der Reise entstanden ist. Etliche Leser könnten es bereits von Facebook kennen.

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Die drei kleinen Bier machten mich verwunderlich beschwippst. Ich glaube bis heute, dass sie das dort irgendwie gepuncht haben. Aber es war nicht schlimm, eher das Gegenteil.

 

Bevor wir gingen, musste ich noch kurz zu dem besten Bier Japans werden.

T-classic, brewed in hokkaido.

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An sich hatten wir nichts mehr vor aber noch massig Zeit bis zum Konzert.

Also gab es Pasta in der Einkaufsmall und noch ein bisschen eye-shopping.

Asahi-Bier hat zwar auch in unmittelbarer Nähe von Sapporo-Bier ein Museum erreichtet und attraktive Aktionen angeboten, aber ich mag Asahi-Bier nicht. Das Zeug schmeckt nicht so gut und ehrlich gesagt gibt es mir ein schlechtes Gefühl im Magen.

Es ging für uns also zurück zum Hauptbahnhof. Irgendwie würde die Zeit schon verstreichen. Es liegt schließlich in ihrer Natur, dass das einfach passiert. Manchmal will man das und manchmal eher weniger.

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Am Bahnhof fanden wir dann auch noch eine Beschäftigung.

Dieser Fahrstuhl führte uns dort hin:

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Nur zwei Knöpfe aber 32 Stockwerke.

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Wir waren im T-38, einem (Aussichts)Turm im Bahnhof von Sapporo. Den Fakt muss man sich erstmal vor Augen halten.

 

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Wenn man sich jetzt mal die grüne Fläche auf dem letzten Foto ansieht.

Ja, was könnte das sein?

Ein Garten?

Ein Café?

 

.. es ist eine Spielzeugbahn für Kinder..

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(ich hoffe, man kann es erkennen)

Ein Dach-Café hat Inka aber trotzdem ebenfalls entdeckt.

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Und wir denken, dass das hier die Sprungschanze der olympischen Winterspiele ist. (in Sapporo ist im Winter super viel Schnee)

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Im T-38 lief die ganze Zeit nette, ambientische Musik, man hatte diesen Ausblick und hätte sogar etwas trinken oder essen können.

Ein persönliches, kleines Highlight für mich war WO man seine Snacks erhalten konnte.

 

Im T-Café!

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Der Sourveniershop war genauso gut. Der T-Shop.

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Sie wussten es natürlich nicht, aber in jenem Moment war der T-Shop authentischer denn je:

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Inka hat die T-Fotos auf meinen Wunsch gemacht.

Allgemein habe ich es ihrer Vorliebe für das Fotografieren zu verdanken, dass ich dieses Mal einen Bilder-Overload bieten kann und sogar aus vielen die Auswahl hatte.

 

Als sie dieses letzte hier gemacht hat, musste ich sie aber fragen „eh, wieso fotografierst du ein Klo?“ und natürlich hatte ich nicht den Blick dafür … aber als sie es aussprach, wurde es mir auch bewusst.

Welches Klo hat denn bitte so eine Aussicht?!

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Nachdem wir uns ausführlich die Aussicht gegeben hatten, war es Zeit umzukehren. Es ging für uns noch einmal zu Ino’s Place vor dem Konzert. Kurz umziehen undso.

 

Ich habe mir vor dem Konzert noch 2 Sapporo-classic im konbini gekauft.
Dann wurde ich von der Japanischen Art und Weise überrascht, wie Konzerte organisiert sind.

Die Karten haben Nummer, je nachdem wie früh zu gekauft wurden und nach den Nummern wurden wir von Helfern auf einer nicht allzu großen Fläche vor dem Veranstaltungsort aufgereiht, damit wir nummerngerecht den Laden betreten können.

Irgendwas hatte ich jedoch falsch verstanden. Ich dachte, dass wir jeden Moment rein können und ich deshalb mein Bier loswerden muss. Also habe ich die zwei Dosen in Top-speed runtergespült. Jedoch habe ich da irgendwas falsch verstanden und wir hatten noch bedeutend mehr Zeit als erwartet. Aber halb so wild. Es wäre nur problematisch gewesen, wenn das Bier am unteren Ausgang gedrückt hätte, hat es aber nicht.

In dem Laden gab es dann noch Getränkemarken. Schaka!

Also gleich mal den Bierfluss wiederbelebt.

Konzert begann irgendwann.

Ich ging so nach vorne wie möglich. Aber da war es nicht so bewegt wie ich mir vorgestellt hatte. Sondern eher Fischbüchsenfeeling.

Einige wenige Japaner haben aber den Drang nach Bewegung mit mir geteilt und wir haben dann sicherlich auf Kosten anderer Japaner Bewegung in unsere Konzerterfahrung gebracht.

Durch das Fischbüchsenverhalten, war es pervers heiß und ich war völlig durchgeschwitzt.

Nachdem die besten Songs vorbei waren, habe ich mich auch zu Inka zurückgezogen und die letzten Songs habe ich sogar damit verbracht mein Shirt aus dem Klo auszuwringen und es irgendwie zu trocknen. Aber das war aussichtslos. Kein Trockenpuster oder sowas. Ich hab dann entschieden während des one more time am Eingag zu warten. Da lagen 3 Japanische Mädels im Sani-Bereich. Was ich ganz witzig daran fand war: Die eine hat mich zuerst sehr interessiert beobachtet. Dann habe ich meine Haare zusammengebunden. Sie wirkte enttäuscht. Dann habe ich meine Brille aufgesetzt. Sie war nicht mehr interessiert.

 

Nach dem Konzert hasteten Inka und ich, beide völlig nassgeschwitzt, zur U-Bahn und dann zum Hostel. Eine Dusche und fische Kleidung waren überfällig.

Das Laufen der Tage vorher war nicht komplett schmerzfrei für meinen von der Hantelscheibe berührten Zeh, aber es war kein Problem für mich. Doch nach dem Konzert hat es nicht nur merklich mehr weh getan, sondern auch wieder geblutet. Naja, es ist nicht so, dass ich etwas anderes erwartet hätte.

 

Nachdem wir uns wieder besser fühlten, beschlossen wir noch einmal rauszugehen und ein letztes Mal in Sapporo etwas zu essen. Wir fanden einige Ramen-Läden, wie immer in Japan. Doch wir hatten da nicht unbedingt Lust drauf. Nach recht langem Suchen, entschieden wir uns für Pizza. Sowas bekommt man in Japan nicht allzu oft und erst recht nicht gute.

Unsere Familienpizza nahmen wir auf der Couch im Gemeinschaftsraum zu uns und hoben ein Rest für das Frühstück im Kühlschrank auf. Schlafenszeit, es galt am nächsten Tag einen Flieger zu erwischen.

 

In der Nacht wachte ich noch einmal auf, Inka war bereits hellwach. Sie wachte von einer starken Schnappsfahne auf. Mich wundert einfach mal nicht, dass mich das nicht geweckt hat. Aber der Kerl ließ sich in das Bett unter mich fallen, was mich zwar nur in ein harmloses halbwach versetzt hat, aber sein Schnarchen war wirklich derbe böse. Ich konnte kein bisschen mehr schlafen bei dem Lärm. Irgendwann bin ich super angepisst von dem Bett gesprungen. Bei dem Rumms hat er auch aufgehört zu schnarchen, ich ging pinkeln, er war immer noch ruhig bei meiner Rückkehr, legte mich wieder hin. Er fing zwar wieder an, aber irgendwie stoppte ich ihn noch ein paar mal mit dem Fabrizieren von Wackeln des Bettes und ähnlichem.

Es war schwer, aber ich schlief irgendwann auch wieder ein.

Doch der Kerl, was wie ein Wunder zu sein schien, stand irgendwie gegen 6 oder so auf, packte seine Sachen und verschwand. Natürlich nicht sehr rücksichtsvoll. Wieso auch, er ging ja nur so wie er kam. Dummer Penner.

 

Ziemlich müde machten wir uns auf den Weg zum Flughafen. Da noch etwas abgegammelt. Geflogen. Bus nach Tsukuba genommen. Tag vorbei, Reise vorbei.

 

Reisen sind entgegen den Vorurteilen von nicht viel Reisenden sehr anstrengend, obwohl man eigentlich nicht sonderlich viel macht, und nehmen massig Zeit in Anspruch.

 

In dem Sinne, unterschätzt das Reisen nicht !

You-Think-This-Is-A-Game-Cat-Meme

 

.. und allein reisen suckt .. hard!

 

Inka hat meinen ehrlichen Dank dafür meine fantastische Begleitung gewesen zu sein.

 

Nächstes Mal: die letzten Tage vor Beginn des neuen Semesters und der Beginn des neuen Semesters (wahrscheinlich).

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Der Norden I

Rein faktisch war es nun also Herbst. Also müsste es, rein theoretisch, nicht mehr so heiß sein. Kehren wir wieder zu rein faktisch zurück: es war übel heiß, noch immer.

Aber das ist nichts schlechtes für mich, nichtmal mit der Luftfeuchtigkeit. Ich mag so ein Wetter, zumindest, wenn es Menschen um mich gibt, die ich auch um mich haben möchte und somit bei dem Wetter auch was unternehmen kann. Also in etwa nicht so wie die Zeit, die ich tagtäglich mit Warten verbracht habe, sondern genau wie die Zeit, die anbrach, als das letzte Camping sein Ende fand.

 

Der Tag nach dem Camping. Nunja, „nach“ ist eigentlich noch immer der Tag, an dem ich nur mal ein Stündchen im Auto geschlafen habe. Also zwei Tage nach dem Camping war ich noch immer dezent lädiert und gar nicht mehr so traurig darüber, dass uns an jenem verheißungsvollen, vom Sonnenaufgang überschienenem Morgen die beflügelnden Getränke ausgegangen sind. Weiter kann ich mich nicht an den Tag erinnern. Ich wollte mich mit Inka treffen, aber ich bin mir nichtmal sicher, ob ich überhaupt mein Zimmer verlassen habe.

 

Es war noch ca. eine Woche Zeit bis Inka und ich nach Hokkaido, der Nordinsel, fliegen würden.

Nachdem ich dann auch wieder lebendig war, konnte ich mich mit Inka treffen und wir haben die meiste Zeit bis zu unserem Abflug zusammen verbracht.

An diese Stelle habe ich schon vorher gedanklich zurückgeblickt. Denn nach ungefähr 7 Monaten Sauferei, war das die einzige Zeit, in der ich etwas unternommen habe, ohne dass es darauf herauslief, dass ich mich zulaufen lasse.

Was nicht ausschließt, dass ich getrunken habe. Ich habe mich schließlich 2-3 Mal mit Joseph getroffen. Aus der jetzigen Perspektive (Dezember) kann ich sogar sagen, dass ein Treffen mit Joseph und mir, selbst wenn ich nicht trinken wollte, mit Trinken endet.

So kam es auch dazu: Inka und ich wollten nach Tokyo fahren (haben wir an sich öfters gemacht), doch am Vorabend bin ich zu Joseph gefahren, er brauchte Jemanden zum reden. Klang nach einem tiefgründigen Abend mit tiefgründigen Gesprächen und tiefgründigen Trinkgefäßen.

Also war ich bei Joseph. Wir saßen rum, hatten nette Gespräche, die von Talkmaster Jack Daniels himself moderiert wurden. Es kam mir ganz gelegen als Joseph eine Pinkelpause machte, denn ich musste eigentlich auch, wollte aber die Unterhaltung nicht abbrechen – man kennt sowas sicher.

Jedenfalls stand ich auch auf und wartete direkt, damit ich im fliegenden Wechsel ebenfalls das entsorgen konnte, was so als körperliches Abfallprodukt entsteht, wenn die Arbeiterschaft des Leber-teams auf Hochtouren schaffen muss.

Bevor ich an die Reihe kam sah ich diese Hantel dort liegen und wollte sehen, ob ich sie mit einem Arm hoch bekomme, da gerade alle Gewichte angehängt waren und sie echt schwer war. Sie war tatsächlich ziemlich schwer aber mein fast tägliches Training zahlte sich aus und sie war nicht zu schwer.

Joseph konnte nur ein dumpfes Pochen hören, als die äußerste, nicht gesicherte Hantelscheibe ihren Weg von angehobener Position bis zum nächsten Widerstand am Boden machte. Ich hob alles auf und versicherte mich, dass das Laminat in Ordnung ist – ich war mir ziemlich sicher, dass es derbe beschädigt sein müsste. Aber es war alles in Ordnung. Mit dem Laminat.

Das Klo war frei, ich bemerkte, dass mein Socke rot wurde und der erste Schritt erzeugte diesen durchaus unangenehmen, stark stechenden Schmerz. Das Teil war mir auf den großen Zeh gefallen.

An dem Abend habe ich dann noch ein oder zwei Handtücher vollgeblutet und Joseph hatte Desinfektionsalkohol; quasi habe ich damit an zwei Stellen simultan getrunken! So habe ich das vorher noch gar nicht betrachtet.

In den nächsten zwei-einhalb Wochen habe ich die Wunde verbinden müssen, denn es hat zuerst Tage gedauert bis sie aufgehört hat ständig zu bluten; und auch die Dauer es Schmerzes bei Belastung – über einen Monat – ließ mich auf angeknackst oder sowas schließen. Selbst jetzt ist es noch fett zu sehen.

Also war das erste als ich nach hause kam, erstmal eine Nachricht an Inka zu schreiben. Du, ich kann morgen nicht nach Tokyo gehen. Allgemein, ich kann vorerst nicht sehr weit gehen.

 

Der letzte November, Movember, war ja nun eigentlich ein Aufruf an Männer, bei Verletzungen oder Krankheitserscheinungen doch auch lieber mal den Arzt aufzusuchen, anstatt wie üblich darauf zu bauen, dass jede Verletzung sowie Krankheit einfach von purer Männlichkeit aus dem Körper herausgemannt wird (oder so). Naja, und ich bin natürlich nicht zum Arzt gegangen, viel zu nervig. Wäre ich es nach diesem November? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich nicht, aber ich habe mir vorgenommen eventuell bei Krankheiten den Rat des Movembers ernster zu nehmen. Aufmerksame Leser entdecken dabei das „eventuell“. Wer weiß schon was die Zukunft bringt.

 

Jedenfalls habe ich die ich fortan zurücklegte, etwas beschränkt. Vor allem die, die ich hätte gehen müssen. Inka ist trotzdem an meiner Seite gewesen, was meine seelische Rettung war.

 

Wenn ich mich dann schonmal verletze, dann natürlich genau bevor ich etwas vor hatte und kurz bevor ich eine größere Reise antrete. Ist ja ganz klar.

 

Der Tag unsere Abfluges kam. Der Schmerz war nicht überwältigen und sowas hält mich dann ganz bestimmt nicht auf.

Es war ein Flug, der nicht ungewollt spontan gebucht wurde und eine Reise, die einen konkreten Plan hatte, der sogar durchgeführt wurde. Das war durchaus neu für mich, aber keineswegs unangenehm. Meine vorherigen Erfahrungen mit meiner Einzelgänger-Reise nach Kyushu, also genau in die andere Richtung, hat mich gefühlt mehr Nerven gekostet, als ich vermutet habe, dass ich habe.

Wir kamen reibungslos auf Hokkaido an und nahmen dann den Bus in ein kleines Städtchen südlich. Dort hin zu fahren war anfänglich meine Bedingung, dass ich Inka nach Sapporo, der Hauptstadt von Hokkaido, zu einem Konzert begleite. Ich wollte das japanische Mittelalterdort in dem Städtchen sehen. Außerdem, was an sich nicht ausschlaggebend war, ist jenes Städtchen für Onsen, heiße Quellen, bekannt. Und eigentlich auch nur für das. Deshalb buchten wir auch ein Hotel mit Onsen.

Der Ort heißt übrigens Noboribetsu.

Es stellte sich heraus, dass der eigentliche Ort und der Onsen-Teil ein wenig getrennt waren. Wir nahmen vor Ort dann noch einen Bus, der uns zu dem Onsen-Teil brachte. Es war ganz von waldbewachsenen Bergen umgeben in einem Teil gelegen und wir wurden von einem von denen hier begrüßt, bloß in wesentlich größer. Ein Oni (japanischer Dämon – früher dachte man, dass die Kollegen in Bergen und dichten Wäldern leben)

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Von denen gab es dort so einige. Also von den Statuen.

Selbst die Toiletten waren für Oni gemacht 😉

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Ich habe ja bereits erwähnt. Der Ort ist für seine heißen Quellen bekannt. Und wobei es in Japan viele Onsen gibt, die künstliche geschaffen sind, waren die in diesem Ort original und natürlich und den Beweis konnte man live beobachten.

Schwefel dayo!

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Da haben wir schonmal Berge, die Schwefeldampf herauspusten, also muss ein Selfie her. Eigentlich mache ich sowas ja nicht. Aber wir haben es trotzdem getan. Und da Inka eine ganze Menge Bilder gemacht hat, aber es nur das eine hier gibt, wo sie mit drauf ist, poste ich es.

Hier mit meiner bezaubernden Begleitung vor den Schwefelbergen in Noboribetsu.

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So schön anzusehen und doch so tödlich – Schwefel.

In dem Onsen-Tal von Noboribetsu gab es ansonsten auch nichts weiter als die Schwefelberge. Sie hatten nichtmal Restaurants und nur einen Konbini. Ansonsten ausschließlich nur Onsen-Hotels.

In der Hoffnung doch noch ein Restaurant zu finden, habe ich einen Portier von unserem Hotel gefragt. Denn wir waren verdammt hungrig!

Doch es gab tatsächlich keines. Ein wirklich dicker Mann im Anzug, der scheinbar auch für das Hotel gearbeitet hat, kam dann noch zu uns, um mit uns über das Thema zu diskutieren. Er gab uns eine kleine Karte und malte alle Orte ein, an denen man was zu essen bekommen konnte. Das waren hauptsächliche Ramen-Läden (Wir (ich; Inka war es egal) wollten keine Ramen an dem Tag) und zwei Isakayas (japanische Kneipe).

Wir sind zwar die beschauliche Fläche bereits in paar Mal abgelaufen, aber wir wollten nicht aufgeben und haben nochmals alles abgesucht und auf der Suche per Karte nach einem der Isakayas, fanden wir es dann auch tatsächlich. Jedoch an einer Stelle, an der ich es per Karte niiiemals vermutet hätte. Eigentlich bin ich nicht so schlecht mit Kartenlesen, aber die Angelegenheit mit mir und meiner Orientierung habe ich bei der Erzählung meiner Reise in den Süden schon in gewisser Weise geschildert.

Solche Situationen regen mich zwar immer für ein paar Sekunden derbe auf, aber gefunden ist gefunden und ein kleiner Sieg für mich gegen meinen Orientierungssinn.

Gefunden haben wir es eigentlich auch nur, weil ein Gruppe von Leuten gerade dort reingegangen ist. Denn es sah an sich recht unscheinbar aus, da es keine Fenster hatte und wir die Schriftzeichen nicht lesen konnten. Es war traditionell Japanisch.

Drin habe ich, so wie es typisch ist, gesagt, dass wir zu zweit sind. Danach wird einem meist ein Platz zugewiesen. In unserem Fall sollten wir uns hinsetzen wo wir wollten. Wir wollten uns an die Theke setzen, aber dort war dann doch reserviert. Aber es gab noch diese traditionell tiefen japanischen Tische, vor denen man auf einem Kissen sitzt. Diese Tische befinden sich auch etwas erhöht in dem Restaurant, damit man, obwohl man am Boden sitzt, trotzdem die Theke sehen kann und mit den Leuten dahinter kommunizieren kann. In unserem Fall waren das zwei Frau mittleren Alters, vielleicht Mitte 40. Etliche Gäste haben sie mit „Mama“ angesprochen (natürlich auf Japanisch).

Die Speisekarte war, wie üblich, nur bedingt lesbar. Also so gut wie gar nicht. Erschwert hat dazu noch erheblich, dass es Handschrift war. Aber wir haben trotzdem etwas gefunden, was wir auch bestellen konnten: Nabe. Im Englischen wird das ganz einfach als „Hot-Pot“ übersetzt. Es ist ein kleiner Topf, der über einem Gaskocher serviert wird und bei dir am Platz das Gericht erst fertig kocht. Also eine Art Suppe, aber eigentlich auch nicht. Denn es ist mehr festes enthalten, dass man dann isst. So wie z.Bsp. große Fleisch- oder Seafood-Stücke. Die Bedienung teilte uns mit, dass es wahrscheinlich zu wenig für uns beide sei, aber wir wollten es erstmal probieren. Ich hatte auch Wochen vorher mein Essverhalten umgestellt und erheblich reduziert, was ich täglich so gegessen habe und es war ohnehin Sommer und heiß, wo man sowieso weniger isst.

Wenn ein Nabe fast aufgegessen ist, kann man sich noch Nudeln (verschiedene sogar) oder Reis bestellen, die dann in den Rest getan werden; und genau das haben wir auch bestellt. An der Stelle war ich froh, dass ich so oft mit dem omochi-language-club in Tsukuba essen gegangen bin und sowas dort über die Japanische Küche gelernt habe.

Neben uns saß ein Mann, Ende 40, allein an einem Tisch, rauchte und trank an seinem Bierchen.

Als wir dann bestellen wollten, besann ich mich daran, dass man in Japan entweder sumimasen! (entschuldigung) ruft oder Augenkontakt aufnimmt. Ich wollte es mit Augenkontakt versuchen. Aber da es eine Weile nicht funktioniert hat, weil die Frauen hinter der Theke zu busy waren habe ich mit Inka darüber gesprochen vielleicht doch zu rufen und als Scherz leise imitiert, wie Japaner rufen würden. Der Mann neben uns nahm das war und rief laut aus, worauf ich mich leicht unwillig gerade vorbereitet habe. Zuerst dachten wir, dass er etwas bestellen wollte, aber er verwies die Frau hinter der Theke dann auf uns. Es wurde bestellt und wir haben uns bei ihm bedankt.

Bis das (der?) Nabe kam verging so einiges an Zeit und ein weiterer, sehr schlanker Mann setzte sich zu unserem Nachbarn. Sie begrüßten sich freundlich und der Neuzugang sah etwas jünger aus als der andere und trug einen Anzug. Sie bestellten sich neues Bier, was sie erstaunlich schnell tranken. Je mehr Bier sie hatten, desto lauter bestellten sie neues und umso öfter machten sie witzige Anmerkungen mit der Bedienung oder riefen Leuten am anderen Ende des Landes etwas zu.

Als sie sich über die ganze Landenweite über uns lustig machten, es war der Kerl im Anzug, wussten wir, dass sie keine Ahnung hatten wie viel wir verstehen konnten. Er rief etwas, was ungefähr bedeutet hat, dass er das Mädchen (Inka) dem anderen vorstellt. Das ist irgendwie doof zu erklären. Tama-Chan hat mir das auf dem Tsukuba-Festival so erklärt. Ein Freund spricht ein Mädchen an, redet gut über seinen Freund, für den er sie angesprochen hat und stellt sie dann vor. Man könnte vielleicht von dem kontemporären Term „klarmachen“ sprechen.

Kurz gesagt: die beiden neben uns wurden immer besoffener. An dem anderen Tisch neben uns saßen zwei Mädels, aber die beiden waren nicht so interessant wie die zwei Männer. Sie unterhielten sich auch über Deutschland. Irgendwas von großen Häusern.

Irgendwann hatten wir unser Nabe verspeist, aber es war wirklich witzig die beiden zu beobachten und wir entschlossen uns noch ein bisschen zu bleiben und haben uns auch gefragt, wann sie uns denn ansprechen würden, da sie scheinbar großes Interesse dazu hatten, aber noch nicht betrunken genug dazu waren.

Irgendwann sprach uns dann tatsächlich der Kerl im Anzug an. Die beiden waren wirklich schon gut betrunken. Er versuchte Englisch, was gar nicht gut ging. Als wir auf Japanisch antworteten, verging den beiden kurz das Lachen und sie entschuldigten sich erstmal für vorher. Sie dachten wirklich wir verstehen kein Wort.

Eigentlich hatten wir vor nicht mehr allzu lange zu bleiben, da wir am nächsten Tag noch in das japanische Mittelalterdorf wollten und einen Zug nach Sapporo bekommen mussten. Doch die zwei haben uns derbe festgequatscht, und sie wurden zunehmend noch betrunkener.

Es war wirklich sehr witzig mit den beiden und wir haben sie auch mit kleinen Dingen groß schocken können. Zuerst waren sie geschockt, dass Inka und ich nicht verheiratet sind. Warum sie das überhaupt dachte, bin ich mir auch nicht sicher. Der zweite Schock war unser Alter, wobei sie sich schon bei Inka erschreckt haben, dass sie „erst“ 26 ist, weshalb meine 24 Jahre nochmal ein Extra-Schock waren. Die beiden Männer waren immerhin 45 und 49 (wenn ich mich recht entsinne), wobei der jünger aussehende im Anzug der eigentlich ältere war. Was sie dann scheinbar am meisten schockiert hat war, dass ich mit Inka ausgehen kann, obwohl sie nichts trinkt. Allein der Gedanke daran hat die beiden schwer aus dem Konzept gebracht. Die Art und Weise wie sie sich dabei gegeben haben, sowie ihr lallen, legte jedoch nahe, dass sie einfach in dem Moment zu sehr mit dem Alkohol verbunden waren, um zu verstehen zu können, dass Jemand keinen trinkt.

Die beiden haben sich zwar anfangs vorgestellt, aber wir konnten das natürlich nicht verstehen. Jedoch im Laufe des Gesprächs, bzw. ihren Erzählungen, bekamen wir zumindest raus, dass der ältere, dünne Mann im Anzug Terashima heißt.

Sie erzählten uns, dass sie Freunde sind und sich jedes Wochenende in Noboribestu treffen. Terashima-San arbeitet als „Salaryman“ in dem nobelsten Hotel in Noboribestu und sein Freund, der aus Tokyo stammt, aber in Sapporo wohnt, fährt jedes Wochende runter nach Noboribestu, um in dem Hotel einzuchecken und die besten heißen Quellen des Ortes zu genießen.

Es war eigentlich vorhersehbar, dass wir nochmals zum Thema Alkohol angesprochen werden mussten. Wir sind immerhin Deutsche. Ich habe mich als nicht unbedingt schwacher Trinker, was zu dem Zeitpunkt vielleicht sogar etwas untertrieben war, geäußert, aber angemerkt, dass ich aus Kostengründen und um meinen Körper nicht zu zerstören, zur Zeit wenig bis nichts trinke. An dem Abend habe ich mir ein Bier gegönnt, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, dass das sein muss, wenn ich schonmal auf Hokaido, der Bierinsel Japans, bin.

Unsere beiden Japaner konnten das aber nicht durchgehen lassen und ich habe mir diese Freigetränke nicht entgehen lassen. Inka hat sich gut darüber amüsiert, wie Terashima-San ihr immer wieder versucht hat irgendwas aufzuschwatzen und ich habe auf seine Gastfreundschaft meiner Leber ordentlich Arbeit gegeben. Wir haben auch ein paar Snacks bekommen, aber Fleisch, das eigentlich nur Fett ist, ist einfach nicht mein Ding. Wenigstens habe sie mir keine panierten Knorpel angedreht, wie mein Buddy Tatsuya an dem Abend bevor ich nach Kyoto gefahren bin. Und auch heißer Sake ist überhaupt nicht meins. Das brennt echt unangenehm in der Nase beim und vor dem Trinken. Aber kalter Sake ist echt gutes Zeug. Der, den ich aus Deutschland kenne, ist eher ekelig, aber hier in Japan gibt es echt guten.

Wir haben nicht gezählt, wie oft die beiden uns das an diesem Abend gesagt haben, aber sie haben uns so leidenschaftlich wie es zwei besoffene Japaner nur können nahegelegt, dass das Hotel, in dem Terashima-San arbeitet einfach die besten heißen Quellen hier und hat wir müssen unbedingt reingehen. Zeitweise haben sie das auch mehrmals pro Minute und mehrere Minuten am Stück betont. Je nachdem wie es ihr lallen zugelassen hat.

Als wir es endlich geschafft haben den beiden klar zu machen, dass wir gehen wollen, stand die Frage offen: wollen wir noch ein Foto mit den beiden machen? An dem Abend hatten wir die Befürchtung, dass sie uns dann nochmal eine Stunde festquatschen würden, aber einige Tage danach haben wir es dann schon bereut kein Foto gemacht zu haben.

Von den beiden war Terashima-San mit Abstand der Betrunkenere, was wahrscheinlich daran lag, dass er den Tag über gearbeitet hat, während sein Freund es sich hat gut gehen lassen.

Jedenfalls bekam ich noch seine Visitenkarte und wir mussten über den Abend bedeutend öfter als einmal versprechen auf jeden Fall am nächsten Tag gegen 10 zu Terashima-Sans Hotel zu kommen, da er uns auf einladen will die besten heißen Quellen zu benutzen.

Als wir endlich aus dem Isakaya raus waren, haben wir eine andere Route genommen als die beiden Männer und wollten nochmal zu dem einzigen Konbini in dem Ort, um eine Flasche Wasser zu erstehen. In dem Laden angekommen, sahen wir gewisse bekannte Japaner vor dem Bierschrank stehen und über irgendwas diskutieren. Wir entschlossen uns doch kein Wasser zu kaufen.

Ob wir am nächsten Tag, bzw. ein einigen Stunden, wirklich in das Hotel gehen würden, wussten wir noch nicht. Ich meine; die beiden Männer waren unglaublich freundlich und witzig gewesen und an sich wollte ich auch gerne in das Hotel gehen. Aber so besoffen wir Terashima-San war, konnte man auch leicht denken, dass er es am nächsten Tag entweder nicht mehr wusste oder überhaupt nicht auf der Arbeit war. Wir befanden es als eine Spontanentscheidung zu verschieben.

 

Der Plan war nach Rückkehr in unser Hotel, auch dort nochmal die heißen Quellen zu benutzen. Wir sind schließlich genau deshalb an diesen Ort, wo es ja auch wirklich nichts anderes gab, gekommen. Wir haben uns sogar in die traditionelle Japanische Kleidung gestürzt, die wir auf unserem Zimmer vorfanden. Für mich war sie dezent zu klein und für Inka dezent zu weit. Aber wenn schon denn schon.

Das Bad war wirklich nicht der Oberhammer. Das künstliche 24-h Onsen in Fukuoka hatte bedeutend mehr zu bieten als das. Neben mir war nur ein weiterer Mann in dem Bad, es war immerhin früh morgens.. Interessant war: er war schon einige Zeit vor mir dort und wusch sie während meines kompletten Aufenthalts die Haare. Immer und immer wieder. Ein weiterer Mann betrat noch das Bad, aber er ging wieder kurz bevor ich mich zum Abduschen aufgemacht habe. Ich schätze, dass ich 30 oder 40 Minuten in dem Bad verbracht habe und als ich mit abgeduscht hatte und zurück zu der Umkleide war (was Regel mit geflochtenen Körben waren), hat auch der einsame Shampoo-krieger Frieden mit seiner Kopfhaut geschlossen und zog sich an.

Inka hat mir berichtet, dass im Frauenbad sogar überhaupt niemand neben ihr war.

Damit war der erste Tag unserer Reise abgeschlossen und brachte das unerwartete Highlight Terashima-San mit sich.

 

Wir haben uns dann tatsächlich den Wecker für den nächsten Morgen so gestellt, dass wir noch in unseren Hotel Frühstücken konnte und zu Terashima-Sans Hotel gehen konnten. Wir wollten es darauf ankommen lassen.

Ich stellte fest: Japanisches Hotelfrühstück ist nicht so ganz mein Ding.

 

Der Vormittag über Noboribestu war angenehm sommerlich kühl. Ich kann mich noch daran erinnern, weil ich mein Tuch getragen hatte, aber es für Inka schon fast wieder zu heiß war. Wir wussten aber beide: gegen Mittag würde es wieder gut warm sein, selbst auf der Nordinsel, wo das Klima merklich kühler ist verglichen mit dem Rest von Japan.

 

Das Takimotokan, das Hotel, in dem Terashima-San arbeitet, ist uns schon bei der Anfahrt mit dem Bus aufgefallen. Aber eigentlich, weil es irgendwie mikrig aussah. Aber es war nur der Winkel aus dem wir es sehen konnten.

Vor dem Hotel befand sich eine sehr schön anzusehende Architektur mit fließendem Wasser und der Eingangsbereich war nicht zu klein gestaltet.

Das Gefühl an den Portiers vorbeizugehen, um in einem teuren Hotel, was man auch schon sieht, nach einem Salaryman zu fragen, den man im Vollsuff kennengelernt hat, ist nicht allzu angenehm. Ich habe mich irgendwie falsch dabei gefühlt.

An der Rezeption habe ich unsicher mit Terashima-Sans Visitenkarte gerade nach ihm gefragt, erntete einen leicht ungläubigen Blick des Personals, als er dann winkend von der Seite auf uns zulief. Er begrüßte uns mit etwas, von dem wir nicht erwartet haben, dass er sich noch daran erinnert. Denn er hatte uns in der Nacht davor gebeten, dass wir ihm Sachen wie konnichi wa und douzou douzou auf Deutsch übersetzen. Als kam da dieser Japaner, den wir einige Stunden vorher noch sturzbesoffen in dem Isakaya verabschiedet haben, mit einem wirklich witzigen „Guten Tag“ auf uns zu und winkte uns mit einem „Bitte Bitte“ herein. Er drehte sich dann noch zu den Leuten an der Rezeption um und sagte 甞めなよ!ドイツ語できるよ!(in etwa: unterschätz mich nich! Ich kann Deutsch!) Er hat das auch echt witzig ausgesprochen und mir damit eine gewisse Freude bereiet. Seinen Freund haben wir auch kurz gesehen. Eigentlich wollte er (seiner Aussage aus dem Isakaya zufolge) mit in das Bad kommen, aber er winkte uns nur aus einer Raucherbox zu.

Der Weg zu den Badesälen war wirklich weit. Zwischenzeit war sogar eine kleine Restaurantmeile dabei und alles war echt schön gestaltet. Das Level war wirklich total anders als in unserem Hotel, welches übrigens das billigste in dem Ort war.

Terashima-San entschuldigte sich, dass die Badesäle gerade gereinigt werden und wir deshalb nicht in jedes Bad gehen können. Aber hey, das ist schon mehr als wir erwartet hätten.

Das Bad war dann tatsächlich wirklich groß und hatte auch, wie vorher schon davon geschwärmt wurde, einen fantastischen Ausblick auf die Schwefelberge durch eine riesigen Fensterfront. Die Becken in dem Hauptsaal waren zum Teil Stufenartig angelegt, damit möglichst viele Gäste den Ausblick genießen konnten. Neben mir war aber nur einer da und eine Horde von Putzpersonal. Über eine Treppe ging es dann noch abwärts, wo auch Kaltwasser, eine Sauna, ein Wasserfall (den man auch von oben sehen konnte) und andere, kleine Becken waren. Von dort aus, konnte man auch zu dem Freiluftbereich gelangen. Es war leider nur das extra schwefelige Becken frei, aber besser als nichts und gut für die Haut. Im Endeffekt war das auch das ambientischste. Eine Reihe von oben offenen Wasserleitungen aus Holz transportierten das Wasser mit einem angenehmen Rauschen in das Becken. Im Hintergrund drehte sich ein hölzerne Wasserrad und man konnte auf den Garten blicken, teilweise auf die Schwefelberge und die Wälder blicken. Die Krönung war dann nur noch, dass ein riesiger Schmetterling vorgeflogen kam.

Das Treffen mit Terashima-San hat sich ausgezahlt. Aber ich habe das Bad wohl etwas zu sehr genossen und Inka eine ganze Weile warten lassen.

Was Terashima-San angingt, endete Inka und mein Glück noch nicht. Gerade als wir das Hotel verlassen wollten, trafen wir ihn und seinen Freund nochmal im Eingangsbereich. Er wollte gerade irgendwo hin fahren. Wir bedankten uns nochmals bei ihm. Er hat uns nicht nur alles in dem Isakaya ausgegeben, sondern auch in das Onsen eingeladen. Wir erzählten ihm, was wir im Anschluss noch vor hatten und er bot uns kurzer Hand an, uns zu dem Mittelalterdorf zu fahren. Schacka!

Während er sein Auto holte, unterhielten wir uns noch kurz mit seinem, für uns namenlosen, Freund. Weder er noch Terashima-San waren so aufdringlich gesprächig wie in der Nacht davor. Aber Sie waren erstaunlich gut drauf wie den Pegel, den sie vorher hatten. Insbesondere Terashima-San.

Ein kurzer Abschied und ab ging es zum Mittelalterdorf. Ich habe mich noch mehrfach bei Terashima-San bedankt aber er meinte, dass er gerade europäischen Besuchern von Noboribetsu gerne hilft und der letzte Abend echt klasse für ihn war. Es kamen wohl nicht viele Weiße nach Noboribetsu und noch viel weniger nicht amerikanische.

Der Abschied mit Terashima-San erfolgte ebenfalls kurz. Er war immerhin in Serious-mode (oder 本気モードー wie es sein Freund nannte) aber trotzdem noch witzig und freundlich.

Als Andenken an diesen eigenartigen Mann habe ich noch ein kleines Handtuch, das Inka und ich von ihm im Hotel erhalten haben und seine Visitenkarte. Dank der Karte, konnten wir ihm auch später in Tsukuba noch eine Mail senden und es ein letztes Mal bedanken. Er hat auch geantwortet und meint, dass er sich freuen würde nochmal mit uns trinken zu gehen. Und selbst wenn wir nicht in seinem Hotel übernachten (weil es teuer ist) würde er uns wieder auf ein Bad einladen. Sehr netter Mann! Und dabei sagt man, dass die Menschen im Süden Japans so viel netter seien sollen als die im Norden. Komisch, dass mein Trip in den Süden so kacke war und ich im Norden sofort so eine Begegnung mache. Es lag wahrscheinlich an meiner Begleitung.

 

Das Mittelalterdorf also. Nach fast vier Seiten Text habe ich dazu auch wieder ein paar Bilder zu bieten.

Aber davon mehr in dem nächsten Eintrag !

Nicht nur gab es dieses Mal kaum Bilder, sondern auch einen Cliffhanger.

wtf

 

Kann man das überhaupt Cliffhanger nennen? Ich würde mich jedenfalls geehrt fühlen, wenn Jemand jetzt das Bedürfnis hat weiter lesen zu wollen.

Anyway, bis nächstes Mal – wie gewohnt faul ohne Korrektur

 

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